{"corpus":"steiner","locus":"GA 96/1907-02-28/p027","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Immer wieder hört man die Phrase, die Menschen müßten nach und nach in einem Allbewußtsein aufgehen. Das wäre die Erlösung, wenn sie ihr heutiges Bewußtsein verlören und in einem Allbewußtsein aufgingen. So verhält es sich aber nicht. Das Ich-Bewußtsein, das einstmals gar nicht da war, wird noch nach der letzten Verkörperung bestehen. Was sich aus der gemeinsamen geistigen Substanz herausgegliedert hat, wird wieder zusammenfließen. Aber das stellen Sie sich jetzt so vor: Ursprünglich hatten Sie klares Wasser, das ist aufgesogen worden von den vielen Schwämmchen. Während dieser Absonderung wird jedoch alles aufgenommen, was aus der Umgebung aufgenommen werden kann. Jeder Tropfen färbt sich mit einer ganz bestimmten Färbung. Wenn die Schwämmchen wieder ausgedrückt werden, dann bringt ein jedes seine Farbe mit. Das ist eine Mannigfaltigkeit von Farben, schillernd, schöner als es jemals vorher hätte sein können. So bringt ein jeder Mensch, wenn er wieder in das Allgeistige zurückkehrt, seine besondere Färbung mit. Das ist sein individuelles Bewußtsein, das unverlierbar ist. Ein Zusammenklang von allen Bewußtseinen, eine Harmonie wird das Allbewußtsein sein. In Freiheit werden die Wesen, die durch die Menschheit gegangen sind, eine Einheit sein. Sie werden viele bleiben, doch weil sie eine Einheit sein wollen, aber nicht gezwungen werden, eine Einheit zu bilden, daher werden sie eine Einheit sein. Jeder hat sein Bewußtsein erhalten, und alle zusammen bilden durch ihren Willen ein einheitliches Bewußtsein. So müssen wir uns Anfang und Ende unseres heutigen Weltenprozesses vorstellen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Vaterunser","site_heading":null,"date":"1907-02-28","location":null,"word_count":236,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/96/1907-02-28/p027","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/96/1907-02-28/p027"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/96/1907-02-28/p027","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}