Der Lebenslauf des Menschen im Zusammenhang mit der planetarischen Evolution
Dann kommen Vorbereitungen zu zukünftigen Zeitaltern. Wenn die Seele mehr und mehr sich selber überlassen ist, leitet sie im Menschen den Prozeß ein, der sich kosmisch mit der Erde vollziehen wird. Von der Erde wird sich etwas loslösen, damit sie höher steigen kann, zum Jupiter hinauf. Und diesen Prozeß beginnt der Mensch heute schon. Auch da ist er ein Mikrokosmos. Da löst sich etwas Inneres heraus, und es entwickelt sich zu jener Freiheit der Seele, die wir als das Merkurdasein bezeichnen, das im fünfunddreißigsten Lebensjahr zu seiner Höhe kommt. Man spricht von der Lebensmitte, wie man nicht mit Unrecht siebzig das Patriarchenalter genannt hat. So gewinnt der Mensch mit dem fünfunddreißigsten Jahr seine Selbständigkeit. Er tritt in das Alter ein, in dem er nicht nur bloß erfährt, sondern das Erlebte innerlich kräftigt und verfestigt. Durch den fest einsetzenden Willen wird der Leib des Menschen sich selbst überlassen, und das Innere konsolidiert sich. Jetzt wird der Mensch ein Rater für seine Umgebung. Sein Urteil hat nun Wert für die andern. Früher sollte er auf die Welt hören, nun kann die Welt auf ihn hören. Das ist wichtig, denn in dieser Beziehung wird viel gesündigt. Vor allen Dingen schädigt der Mensch sich selbst, wenn er sich hinstellt und Ratschläge erteilt, bevor er das Reifealter, die Mitte des Lebens, erreicht hat. Fühlt er sich nur als Schüler, der das wiedergibt, was er gehört hat, so wird er sich nicht solche Blöcke in den Weg werfen, wie es geschieht, wenn er allerlei Dinge als seine eigene Lehre darstellt. Dadurch macht er geradezu seine besten Kräfte unwirksam. Wissen kann man sich vorher erwerben, aber Weisheit ist etwas, was innerlich entwickelt werden muß. Wissen ist das, was man erst aufsammeln muß und was dann Weisheit werden kann.