Die Reinigung des Blutes von der Ich-Sucht Durch das Mysterium von Golgatha
Die Umwandlung vollzieht sich so, daß die schaffende Kraft heraufdrängt vom Schoße nach dem Herzen. Bei dem, welcher der Ausdruck der höchsten Gestalt und Jesus am nächsten ist, muß das zum Ausdruck kommen. Und nun lesen Sie: «Einer von den Jüngern, der, den Jesus liebhatte, lag zu Tische im Schoße Jesu. Dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre. Da legte sich dieser an die Brust Jesu und sprach zu ihm: Herr, wer ist es?» Das ist eine Stelle, die ausdrückt, wie die niederste Produktionskraft des Menschen heraufrückt in die Brust, dargestellt durch den intimsten Schüler des Christus Jesus. Mit einer Zartheit, die nicht grandioser gedacht werden kann, wird das Mysterium des Sohnes, das Mysterium Jesu angedeutet. Daß es ein Mysterium sein soll, das können Sie bei dem eingeweihten Jünger selber lesen am Schlusse dieser ganzen Szene, nachdem er durchlebt hatte, wie er verwandelt sein und durch den Sohn zum Vater kommen wird. Was kann er da sagen? Auf einer höheren Stufe kann er selber sagen, was die Eingeweihten sagten: «Eli, Eli, lama sabachthani.» Das sagt er. Lesen Sie es selber bei Johannes: «Da spricht Jesus: Jetzt ist des Menschen Sohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht.»
Cite:
GA 96/1907-04-01_02/p051 · edition original