Das Johannes-Evangelium als Einweihungsurkunde

GA 97/1906-02-12/p004 ·1906-02-12 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Notizen von einunddreißig Einzelvorträgen mit sechs Fragenbeantwortungen» (Notes of thirty-one single lectures with six question-answerings). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Die gegenwärtige Theologie unterscheidet streng zwischen den drei ersten Evangelien und dem Johannes-Evangelium. Die drei ersten werden die synoptischen Evangelien genannt. Dagegen wird das letzte häufig als Lehrgedicht hingestellt, welches einen historischen Wert nicht habe. Das Entscheidende ist aber, daß wir es bei allem, was sich in den Evangelien auf den Christus bezieht, mit einem tiefen Symbol zu tun haben, und daß das Symbol zugleich eine historisch wichtige Tatsache ist. Es unterscheiden sich die drei ersten Evangelien vom Johannes-Evangelium in Wirklichkeit dadurch, daß sie von weniger tief eingeweihten Jüngern herrühren, das Johannes-Evangelium jedoch von dem am tiefsten eingeweihten Schüler.

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