Das Johannes-Evangelium als Einweihungsurkunde
Die Worte durchtönen den Luftraum, wir würden sonst die Worte nicht hören. Im Luftraum sind die Gestalten der Worte, die wir aussprechen. Wenn die Luft, während ich spreche, plötzlich zum Erstarren gebracht werden könnte, so würden die in der Luft schwirrenden Wellen als feste, starre Körper herunterfallen. Der Mysterienlehrer machte dem Schüler klar: So wie der Mensch spricht und sein Inneres losringt in die Luft, so sprach auch die Weltenseele in eine viel feinere Materie hinein, in die Akasha-Materie, und diese wurde darauf fest. Alles um uns herum ist verdichtetes Gotteswort. So, sagte der Mysterienlehrer, ist die Welt ringsherum ein gefrorenes Gotteswort, ein gefrorener Logos. «Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott.» Es war noch in seinem Inneren, es war selbst ein Gott. Dann erfüllte es den Raum und erstarrte. Dieser Logos ist jetzt überall enthalten. Überall um uns her haben wir die Kristalle des Logos. Aber indem das Leben entsteht, steht der Logos aus dem Schlummerzustand gleichsam auf. Im Menschen wird er zum Lichte der Erkenntnis. Wenn wir erkennen, tritt uns Gott, der zuerst heruntergestiegen ist in die Welt, aus dieser Welt entgegen. Sich ganz hineinleben muß man, um so tief in die Welt hineinzudringen, daß man gewahr wird: Der Logos lebt in der Welt.