Das Johannes-Evangelium als Einweihungsurkunde

GA 97/1906-02-12/p018 ·1906-02-12 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Notizen von einunddreißig Einzelvorträgen mit sechs Fragenbeantwortungen» (Notes of thirty-one single lectures with six question-answerings). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Der Blick des Johannes ging über die physische Wirklichkeit hinaus. Das, was der Herr getan hat, seine Mission, erschien dem Jünger Johannes also in dem Bilde der Hochzeit zu Kana in Galiläa. Solcherart sind die zwölf ersten Kapitel des Johannes-Evangeliums aufzufassen. Es steht nicht da, daß Maria ihn aufforderte, sondern die Mutter Jesu. Wir haben es hier mit einer mystischen Ausdrucksweise zu tun. Unter Mutter versteht man in aller Mystik das, was befruchtet werden muß, wenn der Mensch hinaufsteigt zu einer höheren Stufe. Jesus hatte das ganze bisherige Menschheitsbewußtsein auf eine höhere Stufe zu bringen. Das ganze Menschheitsbewußtsein fordert ihn auf, es eine Stufe weiterzubringen. Daher konnte Jesus sagen: «Weib, was habe ich mit dir zu schaffen’ - Zu seiner Mutter hätte Jesus das nicht gesagt.

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