Erkenntnisse und Lebensfrüchte der Geisteswissenschaft das Karmagesetz als Wirkung des Tatenlebens die Ursachen von Krankheit und Vererbung
Wir alle kennen die Temperamente. Der Choleriker mit seinem stark wirkenden Willen und dem Drang, recht viel zu tun, der sich schon beim Kinde zeigt, will herrschen und den Ton unter seinen Kameraden angeben. Er ist mutig, kühn, tatendurstig. Cholerische Naturen waren Napoleon, Cäsar, Hannibal. Das melancholische Kind hingegen sondert sich ab, es ist mißtrauisch, möchte am liebsten seine Sachen unter Schloß und Riegel halten und schaut seinen Kameraden nach, wenn sie gegangen, ob sie nichts mitgenommen haben. Es beschäftigt sich viel mit sich selbst. Es ist dies der Mensch der Betrachtung und nicht der Tat. Das phlegmatische Kind zeigt kein besonderes Interesse. Es sucht in gewisser Weise alles auf, aber nichts macht einen großen Eindruck auf seine Seele. Es träumt viel, ist untätig und sucht den Sinnengenuß. Das sanguinische Temperament zeigt wohl Interesse für alles, aber dieses Interesse hält nicht an, sondern ist bald verflogen. Doch kann man die Menschen nicht in die verschiedenen Temperamente rubrizieren. In jedem ist meist nur als ein Grundton ein Temperament vertreten, aber die anderen spielen mit hinein. Diese vier Temperamente drücken sich im Ätherleib als vier verschiedene Arten aus und sind im Astralleib als vier verschiedene Grundfärbungen zu erkennen. Das melancholische Temperament wird bei der nächsten Inkarnation hervortreten, wenn jemand jetzt die Neigung hat, im engsten und stillsten Kreise zu leben und sich nur mit sich selbst zu beschäftigen. Der andere jedoch, der mit vielen Dingen zusammengekommen ist, ihnen auf den Grund ging und viele Erlebnisse, auch schwere durchmachte, wird als Choleriker geboren werden. Wer ein angenehmes Leben, ohne viel Kampf und Mühsal hatte, wird ein Sanguiniker oder Phlegmatiker. Was dem Astralleib in diesem Leben geschieht, geht karmisch im nächsten Leben als Grundwesen auf den Ätherkörper über.