Frühere Einweihung und esoterisches Christentum
Wenn wir gerade zwei Ideen der christlichen Weltanschauung, die Sünde wider den Heiligen Geist und die Idee der christlichen Gnade, aus ihren Tiefen heraus beleuchten wollen, so müssen wir uns ein wenig bekanntmachen mit den Grundfragen und Grundströmungen des Christentums. Sie wissen aus andern Vorträgen, daß den Lehren des gewöhnlich verkündeten Christentums zugrunde liegt ein sogenanntes esoterisches Christentum. Sie wissen auch, daß sich im Evangelium selbst Andeutungen finden für ein solches Christentum, einfach in den Worten: Wenn der Herr vor dem Volke war, dann sprach er in Gleichnissen, wenn er aber mit den Jüngern allein war, dann legte er ihnen diese Gleichnisse aus. — Es gab eben einfach eine Lehre für diejenigen, die noch weniger verstehen konnten, zu denen man in Andeutungen sprechen mußte, für die man noch nicht tiefer gehen konnte, und eine Lehre gab es, die für die Eingeweihten bestimmt war. In diesem Sinne hat denn auch der große Verbreiter des Christentums, Paulus, vor dem Volke das gelehrt, was wir aus seinen Briefen kennen. Außer dieser Lehre des Paulus, die eine äußerliche für das Volk war, gab es aber auch von ihm eine esoterische Lehre. Paulus hat, was die äußere Geschichte nicht weiß, die esoterische Schule in Athen unter der Führung des Dionysius begründet. Innerhalb dieser esoterischen Schule des Christentums wurde intimen Schülern diejenige Geheimlehre gelehrt, die Sie auch heute durch die Geisteswissenschaft wieder kennenlernen.