Elementarwesenheiten und Andere Höhere Geistige Wesenheiten — Geistige Wesen der Naturreiche
Und wie haben die Griechen diese Götter in ihren Kreis hereingebannt? — Dadurch, daß sie, diese Griechen, sich im hohen Maße angeeignet haben, was wir nennen können: architektonisches Raumgefühl. Der Mensch, der vom Standpunkt der Geisteswissenschaft aus den Raum studiert, weiß, daß dieser Raum nicht jene abstrakte Leere ist, von der unsere gewöhnlichen Mathematiker träumen, unsere Physiker und Mechaniker träumen, sondern etwas sehr Differenziertes. Er ist etwas, was in sich selber Linien hierhin und dorthin, Linien nach allen Richtungen, Kräftelinien von oben nach unten, von rechts nach links, von vorne nach hinten, gerade und rund, in allen Richtungen hat. Es sind Druckwirkungen im Raum geistiger Art, Zugwirkungen, kurz, man kann den Raum fühlen, ihn gefühlsmäßig durchdringen. Dabei habe ich schon öfter das Beispiel gebraucht, daß derjenige, der ein Raumgefühl hat, weiß, warum gewisse alte Maler so wunderbar naturgetreu drei Engel schwebend malen, so daß derjenige, der ein Raumgefühl hat, weiß, daß sich diese drei Engel gegenseitig halten wie drei Weltkörper im Raum durch ihre Anziehung. Wenn das dem unentwickelten Menschen erzählt wird, so kommt er zu dem Begriff: die müßten herunterfallen. Er kann nicht fassen, daß sie sich gegenseitig tragen und halten. Solche gegenseitig sich haltenden, dynamischen Maße sind es, deren sich die Alten bewußt wurden, die noch ein lebendiges Gefühl von jenem alten Hellsehertum hatten, das vorhanden war. Ganz anders ist es, wenn Sie solch einen Zusammenhang ansehen, wie Sie ihn zum Beispiel bei einem Böcklin-Bilde finden. Gegenüber der sonstigen Vortrefflichkeit desselben, gegen die gar nichts eingewendet werden soll, finden Sie da jene merkwürdige Engelsgestalt, von der Sie das Gefühl haben, wenn Sie sich das lebendige Raumgefühl bewahrt haben, daß sie jeden Augenblick herunterplumpsen muß.
Cite:
GA 98/elemental_beings_and_other_higher_spiritual_beings/p021 · edition original