Esoterische Entwickelung und Übersinnliche Erkenntnis

GA 98/esoteric_development_and_super-sensible_knowledge/p006 ·1907-11-07 · original (original)

Was geschieht nun mit einem Menschen, der einen okkulten Lehrer erhält und eine okkulte Schulung durchmacht? Er bekommt gewisse Aufgaben. Über diese kann man nur annähernd sprechen. Er bekommt Aufgaben zum Meditieren, zum Konzentrieren und so weiter. Was hat die Aufgabe, die der Lehrer dem Schüler gibt, für einen Zweck? - Sie hat den Zweck, allmählich den astralischen Leib, wenn er in der Nacht außerhalb des physischen Leibes ist, sehend zu machen. Beim gewöhnlichen Menschen ist der astralische Leib, wenn er außerhalb ist, unbewußt in der astralischen Welt, so wie Sie unbewußt in der physischen Welt wären, wenn Sie keine Sinne hätten. Haben Sie keine Sinne, dann ist die Welt für Sie nicht da. In dem Augenblick, wo dem Menschen die Anweisungen gegeben werden, die in seiner Seele schlummernden Kräfte zu erwekken, bekommt sein astralischer Leib geistige oder seelische Sinnesorgane, jene Organe, die man Lotusblumen nennt. — Das sind keine Blumen, ebensowenig wie die Lungenflügel Flügel sind; jeder weiß, daß der Habicht Flügel hat, die anders aussehen als die Lungenflügel. - Lotusblumen sind Organe, die eine Art kreisender Bewegung haben. Ein solches Organ ist unter der Stirn, einen Zentimeter unter dem Zusammenstoß der Augenbrauen, im Gehirn. Wenn an diesen Punkt intensiv gedacht wird mit gleichzeitigem Aussprechen eines bestimmten Wortes, findet eine Art Aufblitzen statt, ein Lichtwerden, und dies ist für den Seher von außen sichtbar. Das Sinnesorgan gerät in eine Art kreisender Bewegung. Man sagt, das Rad drehe sich, es wird lebendig. Beim gewöhnlichen Durchschnittsmenschen ist an dieser Stelle ein solches Organ nicht vorhanden oder höchstens in Andeutung; durch die Schulung entsteht dieses Aufblitzen, wenn der astralische Leib aus dem physischen Leib heraus ist. Es macht den Eindruck, wie wenn ein Rad sich dreht, was man als Seher von außen beobachten kann. Dieses Rad heißt Swastika. - Man kann dieses Zeichen, wie überhaupt echte Symbole, nicht spekulativ erklären. Sie sind nicht beliebig erfunden, sondern man sieht sie tatsächlich auf dem geistigen oder astralen Plan. Die Swastika ist ein Abbild dieses Sinnesorgans, und alle mehr oder weniger geistreichen Erklärungen in den theosophischen Schriften sind Unsinn. Man soll nicht allegorisch oder symbolisch in der Theosophie erklären. Das wäre das, was man sich zunächst abgewöhnen soll: alle Spekulation. Alles Herumdenken, wie die Sachen sein können, muß man sich abgewöhnen; es kommt allein nur darauf an, in die Tatsachenwelt selbst einzudringen. In der Nähe des Kehlkopfes ist die sechzehnblättrige Lotusblume, ein Organ, an dem sehr, sehr viel hängt in der menschlichen Entwickelung. In der Nähe des Herzens ist die zwölfblättrige, weiter unten die zehnblättrige und so weiter.

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