Esoterische Entwickelung und Übersinnliche Erkenntnis

GA 98/esoteric_development_and_super-sensible_knowledge/p024 ·1907-11-07 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Hörernotizen von achtzehn Vorträgen» (Listeners' notes of eighteen lectures). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Bei dem aber, der auf dem Wege der okkulten Entwickelung ist, ist es notwendig, daß er in einem bestimmten Zeitpunkt seinen gewöhnlichen astralischen Leib sieht mit allen Marken seines unausgeglichenen Karmas, und er muß durch Mittel, die man dazu hat, sein unausgetragenes Karma auszugleichen suchen. Dies ist die wahre Begegnung mit dem Hüter der Schwelle. Es soll dies alles nicht gesagt sein, um gruseln zu machen, sondern um Ihnen einen Begriff zu geben, was man im wahren Sinne des Wortes Selbsterkenntnis nennt. Diese ist zweifach: Erstens ist es die Erkenntnis dessen, was das wahre Selbst auszutragen hat. Zweitens ist es die Erkenntnis des höheren Selbstes. Aber da ist Erkenntnis etwas ganz anderes. Sie können in der Bibel lesen: Adam erkannte sein Weib. — Das ist ein Ausdruck für die Befruchtung. Erkenne dich selbst, heißt: befruchte dich mit der Weisheit in dir, betrachte die Seele als weibliches Organ und befruchte dich. Willst du die Selbsterkenntnis haben, so suche in dir, dort wirst du erkennen alle deine Fehler; willst du dein höheres Selbst erkennen, dann suche außerhalb von dir, denn da ist Welterkenntnis Selbsterkenntnis. In der Sonne ist alles, denn alles ist Sonne. Wir müssen von uns loskommen. Man sagt mir: Du erzählst uns von der Entwickelung und dergleichen; wir aber wollen Erhebung der Seele, der Gefühle. - Der so spricht, ist sich selbst feind. Nicht dadurch, daß wir in uns hineingaffen, sondern dadurch, daß wir die Welt in allen Stücken, Stück für Stück, kennenlernen, werden wir selbstlos und können wir die Selbst- und Gotteserkenntnis finden.

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