Die Elementarreiche, ihre Wesensarten und ihre Wirkungen
Damit schließen sich nun die verschiedenen Reiche zusammen. Es sind deren sieben. Das erste Elementarreich ist dasjenige, das den Mineralien die Form gibt, zum Beispiel den Kristallen. Das zweite Elementarreich wirkt in der Gestaltung der Pflanzengestalten. Das dritte Elementarreich belebt das Blut im Schlafe und gestaltet zugleich das Triebleben der Tiere. Das Mineralreich ist dasjenige, wo ein Ich im Mineralreich hineinarbeiten kann, das Pflanzenreich ein solches, wo ein Ich eine Pflanzenwelt hineinformen kann, das Tierreich dasjenige, wo ein Ich eine Tierwelt hineinformen kann, das Menschenreich dasjenige, wo ein Ich eine Menschenwelt hineinformen kann. Daraus sieht man, daß Geduld gehört zur Durchdringung der Geisteswissenschaft. Die Welt ist kompliziert gebaut, die höchsten Wahrheiten sind nicht die einfachsten. Es ist eine maßlos törichte Rederei, zu behaupten, daß man die höchsten Dinge mit den einfachsten Begriffen fassen könne. Es kommt das nur aus der Bequemlichkeit. Man sieht ein, daß man eine Uhr nicht gleich verstehen kann, aber die Welt will man sofort verstehen. Will man das Göttliche erkennen, so braucht man eine endlose Geduld, da das Göttliche alles enthält. Um die Welt zu verstehen, will man die einfachsten Begriffe anwenden. Das ist Bequemlichkeit, so fromm es auch die Seele sagt. Das Göttliche ist tief, und ewige Zeit braucht man, um es zu erkennen. Der Mensch trägt wohl den Funken der Gottheit in sich, aber erst im Sammeln der Weltentatsachen kann man das Wesen der Gottheit erkennen.
Cite:
GA 98/the_elemental_kingdoms_of_nature/p033 · edition original