Des Menschen Verhältnis zur Natur

GA 98/the_relation_of_the_human_being_to_nature/p003 ·1907-12-07 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Hörernotizen von achtzehn Vorträgen» (Listeners' notes of eighteen lectures). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Heute werden wir einiges darüber sprechen, inwiefern der Mensch durch die Aufnahme der theosophischen Weltanschauung nicht nur etwas lernt, nicht nur imstande ist, etwas zu erkennen über die Welt und ihre Wesenheiten, sondern inwiefern die theosophischen Lehren, Anschauungen, Gedanken und Ideen auf das menschliche Empfinden und Gefühl zu wirken vermögen. Es wird ja mit Recht so oft betont, daß Theosophie nicht etwas sein soll, das uns bloß theoretisch bekanntmacht mit höheren Welten, sondern daß sie etwas sein soll, das ins Leben, tief in unser Leben eindringt. Nun ist gewöhnlich die Meinung, die man mit diesem Ausspruch verbindet, etwas Triviales, etwas Minderwertiges, und wir müssen uns vielmehr gerade über die Bedeutung einer solchen Meinung heute einmal eine Ansicht bilden. In der intimsten Weise fließen nach und nach Gedanken und Ideen, die wir aufnehmen durch die Theosophie, in unser ganzes Fühlen und Empfinden ein, so daß wir im wahren Sinn des Wortes durch die Theosophie andere Menschen werden können. Freilich besteht jene triviale Meinung oftmals darin, daß man sich von vorneherein eine bestimmte Vorstellung bildet, so oder so müsse ein Theosoph sein, und wenn er dann nicht so ist, sagt man: Ich verstehe doch etwas ganz anderes unter einem Theosophen. -— Aber ich denke, was ein Theosoph sein soll, kann nur der Theosoph beurteilen, und wenn die anderen, die es noch nicht sind, immer sagen, sie stellen sich etwas anderes unter einem Theosophen vor, so wird diese Meinung wohl in den meisten Fällen nicht sehr theosophisch ausfallen können, weil sie nicht recht sachverständig sein kann. Von einer solchen trivialen Meinung wollen wir heute nicht sprechen, sondern von der intimen Umwandlung unseres Fühlens und Empfindens, wenn wir wirklich die Theosophie in uns aufnehmen. Wir wollen uns mit der Frage beschäftigen: Können solche Gedanken, die uns mitgeteilt werden, einfließen in alle Kräfte unserer Seele und uns in bezug auf alles, was wir innerlich erleben, zu einem neuen Menschen machen? — Das können sie.

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