Das Rosenkreuzertum
Aber in solchen Bildern kann man sich frei machen von dem, was man um sich herum sieht. Unsinn wird Sinn, wenn wir weit entfernt liegende Verhältnisse betrachten. Da lernen wir uns erziehen, wegzukommen von unseren sinnlichen Verhältnissen. Bilder lernen wir vor unsere Seele hinstellen von Dingen, die wir heute nicht kennen. So hebt sich unser Denken ab von dem, was heute möglich ist. Diejenigen, welche sich mühen, mit ihrem Denken nur zu verbinden, was heute möglich wäre, kleben an den heutigen Verhältnissen und kommen nicht los von diesen. Für das Studium im rosenkreuzerischen Sinne kommt es gerade darauf an, sein Denken zu üben an diesen Bildern von Verhältnissen, wie sie jetzt nicht mehr da sind. Begriff aus Begriff werden zu lassen aus vollem sinnlichkeitsfreiem Denken ist ein Mittel, zu dem zu kommen, was man das Studium nennt. Dazu kann man auch gelangen durch das Studium eines Buches, wie es die «Philosophie der Freiheit» ist. Der Schreiber hat dabei nur die Gelegenheit gegeben, daß die Gedanken sich selbst gedacht haben. Da sind die einzelnen Gedanken aus vollem sinnlichkeitsfreiem Denken aus sich selbst geworden, aus sich selbst gegliedert, so daß kein Gedanke weggenommen werden könnte von da, wo er steht und an eine andere Stelle gesetzt werden könnte, genau so wenig wie die Hand vom Körper abgeschnitten und an eine andere Stelle gesetzt werden könnte. Das ist der Weg des sinnlichkeitsfreien Denkens.
Cite:
GA 98/the_rosicrucian_initiation/p027 · edition original