Vierter Vortrag
Wenn das Auge des Sehers sich entwickelt, macht er oft eine eigentümliche Wahrnehmung. Wenn er sich in die Sonne stellt, hält sein Körper das Licht auf. Er wirft einen Schatten. Wenn er nun hineinschaut in diesen Schatten, ist das oftmals der erste Moment, wo er den Geist entdeckt. Der Körper hält auf das Licht, doch nicht den Geist, und im Schatten, den der Körper wirft, kann man den Geist entdecken. Deshalb nennen primitive Völker, die immer ein Hellsehen gehabt haben, den Schatten auch die Seele. Sie sagen: schattenlos — seelenlos. Bei einer Novelle von Adalbert von Chamisso liegt unbewußt diese Idee zugrunde: Der Mann, der seinen Schatten verloren hat, hat auch seine Seele verloren, darum ist er so traurig.
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