Dreizehnter Vortrag
Jetzt leben die Seelen in einem Menschenleibe, den Sie klar durch die Sinne betrachten. Wodurch ist er entstanden? Er war früher sehr verschieden vom heutigen, ja für unsere heutige materielle Anschauung sogar komisch verschieden, als die Seele heruntergestiegen ist. Die Seele hat Platz genommen in ihm. Wodurch hat der Mensch sich zu der heutigen Gestalt entwickelt? Dadurch, daß die Seele in dem Leibe selbst gearbeitet hat während aller ihrer Verkörperungen. Sie können sich einen Begriff davon machen, wie die Seele am Leibe gearbeitet hat, wenn Sie bedenken, was dem Menschen in unserem materialistischen Zeitalter geblieben ist von der Möglichkeit, an seinem Leibe zu arbeiten. Das, was der Mensch an seinem dichten physischen Leibe arbeiten kann, ist verhältnismäßig recht wenig. Nehmen Sie zum Beispiel wahr, wie Sie heute vorübergehend an dem Leibe und seiner Physiognomie arbeiten. Irgend etwas zum Beispiel verursacht Ihnen Schrecken, Angst. Die Eindrücke von Angst und Furcht machen Sie erblassen. Ihr physisches Aussehen wird ebenfalls verändert durch Schamröte. Das geht wieder vorüber, aber Sie sehen, wie das vor sich geht: es wirkt etwas auf die Seele, so daß die Wirkung sich auf das Blut und auf diesem Umwege auf den physischen Leib, auf Ihr unmittelbares Aussehen erstreckt. Die Wirkung kann noch intensiver sein. Sie wissen, daß Menschen, die ein geistiges Leben führen, es stark in der Hand haben, in ihrer äußeren Physiognomie einen Abdruck zu schaffen von ihrem geistigen Schaffen. Man kann erkennen, ob ein Mensch gedankenvoll oder gedankenlos gelebt hat. So arbeitet der Mensch immer noch an seinem äußeren Ausdruck, und ein Mensch, der edel empfindet, bei dem drückt sich diese Empfindung in edlen Bewegungen aus. Das sind nur geringe Reste von dem, wie durch Jahrtausende hindurch die Menschheit an sich gearbeitet hat.