Vierzehnter Vortrag

GA 99/1907-06-06/p032 ·1907-06-06 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Die Rosenkreuzer-Schulung leitet in einem bestimmt geregelten Atmungsprozeß den Menschen an, dasjenige Organ auszubilden, das in ihm selbst die Umwandlung des Kohlenstoffes in Sauerstoff bewirken kann. Was die Pflanze heute draußen macht, wird später durch ein Organ der Zukunft, das der Mensch durch die Schulung jetzt schon in sich ausbildet, in ihm selbst bewirkt. Das bereitet sich langsam vor. Durch den geregelten Atmungsprozeß wird der Mensch das Instrument zur Bereitung des Sauerstoffs selbst in sich tragen. Er wird mit der Pflanze ein Wesen geworden sein, während er jetzt mineralisch ist. Er behält den Kohlenstoff in sich und baut seinen eigenen Leib damit auf. Daher wird sein Leib später ein mehr der Pflanze ähnlicher sein; dann kann er zusammentreffen mit der heiligen Liebeslanze. Die ganze Menschheit wird dann ein Bewußtsein in sich haben, wie es heute der Eingeweihte sich erwirbt, wenn er in die höheren Welten sich erhebt. Das nennt man die Umwandlung der menschlichen Substanz in diejenige Substanz, deren Grundlage der Kohlenstoff selbst ist. Das ist die Alchemie, die dazu führt, daß er seinen eigenen Leib ähnlich aufbauen wird wie heute die Pflanze. Man nennt das die Bereitung des «Steins der Weisen», und die Kohle ist das äußere Symbolum dafür. Aber erst dann ist sie der «Stein der Weisen», wenn der Mensch durch seinen geregelten Atmungsprozeß ihn selbst wird erzeugen können. Die Lehre kann nur von Mensch zu Mensch mitgeteilt werden; sie ist in ein tiefes Mysterium eingehüllt, und erst nachdem er ganz geläutert und gereinigt ist, kann der Schüler dieses Mysterium empfangen. Würde man es heute öffentlich kundgeben, dann würden die Menschen in ihrem Egoismus mit diesem höchsten Geheimnisse die niedersten Bedürfnisse befriedigen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/99/1907-06-06/p032.json
Cite: GA 99/1907-06-06/p032 · edition original