{"corpus":"steiner","locus":"GA 123/1910-09-08/p038","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"Such a wish may actually arise in the seeker after initiation. Similarly hatred may be roused by the feeling of dependence on the surrounding world and the impossibility of creating nourishment magically. It may seem extraordinary to say such things, because desires that are apparent in small things become absurd when carried to extremes. No-one really gives way to the illusion that he could create nourishment magically, and live without what comes from the ‘Kingdom,’ but carried to an extreme he might exclaim, ‘Could I but reach a stage of development where I live so truly in my astral body and ego that I no longer have need of the world about me!’ This form of temptation does arise; and it is described of One Who had experienced it most acutely, that the tempter who confronted Jesus Christ told Him to change stones into bread. Here we have temptation in its extremest form. 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Während sonst die Menschen resolut darauflosleben, beginnen sie, wenn sie anfangen, nicht nur eine Entwickelung anzustreben, sondern wenn sie auch nur Anthroposophen werden, ungeheuer stark sich mit ihrem eigenen Ich zu beschäftigen; dann tauchen überall Illusionen auf, über welche die Resolutheit des Lebens die Menschen vorher leicht hinweggeführt hat.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":143,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/123/1910-09-08/p034"},{"locus":"GA 123/1910-09-08/p035","passage_number":35,"text":"Warum geschieht das? Weil der Mensch nicht so recht etwas mit sich anzufangen weiß, wenn alles, was da aus seinem eigenen Inneren aufsteigt, sich mit seinem Wesen verbindet. Er weiß damit nichts anzufangen, wird recht unerfahren über sich selbst. Früher war er aufmerksam und ließ sich leicht anziehen durch das Äußere. Jetzt wird er mehr abgelenkt, mehr in sein Inneres gelenkt, und jetzt steigt auf allerlei an Gefühlen, die in ihm selbst saßen. Warum taucht das auf? Was er jetzt möchte, das ist, so recht «Ich» sein, so recht unabhängig sein von der Außenwelt. Allerdings verfällt er dann oft in den Fehler, daß erim Anfang am liebsten oft wie ein Kind behandelt sein möchte, dem man alles klar sagt, was es tun soll. Er möchte alles sein — nur nicht ein Mensch, der sich selbst Richtung und Ziel gibt aus dem, was er aus dem esoterischen Leben bekommt. Das ist er noch nicht gewohnt zu bedenken. Aber er hat das Gefühl, daß ihn störe die Abhängigkeit von der Außenwelt. Und am höchsten treten die Störungen gerade auf, wenn man so recht unabhängig sein will, wenn man auf seine Egoität so recht achtgeben muß. Aber wenn man der Egoität so recht nachgehen will, dann ist es höchst trivial, daß man dann von der Umwelt leiblich durch eines nicht loskommen kann, nämlich durch den Umstand, daß die Menschen essen müssen! Das ist zwar höchst trivial, aber es ist doch für viele ein fataler Umstand. Man kann daran lernen, wie wenig wir sind ohne unsere Umwelt. Und es ist ein schr berechtigtes Beispiel dafür, daß wir abhängig sind von unserer Umwelt, ohne die wir nicht leben können, und so recht sind wie der Finger an der Hand: wenn wir ihn abschneiden, da verdorrt er auch. Also eine ganz triviale Anschauung kann uns zeigen, wie wir abhängig sind von der Umwelt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":307,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/123/1910-09-08/p035"},{"locus":"GA 123/1910-09-08/p036","passage_number":36,"text":"Wenn diese Egoität aufs höchste gespannt wird, kann sie sich umwandeln in den Wunsch: Wenn ich doch nur unabhängig werden könnte von der Umwelt und fähig würde, dasjenige, was mich so sehr meine Abhängigkeit von der Umwelt fühlen läßt, was ich als gewöhnlicher Mensch im physischen Leben nötig habe, mir selber herzuzaubern! Das ist tatsächlich ein Wunsch, der bei denen auftreten kann, welche die Einweihung suchen. Geradezu ein Haß kann auftreten, daß man abhängig ist von der Umgebung und sich nicht zaubern kann die Nahrungsmittel, daß man nicht einfach schaffen kann, daß sie da sind. Es sieht so sonderbar aus, wenn man es sagt, weil paradox gerade diejenigen Wünsche beim Menschen ausschauen, die im kleinen wirklich bald auftreten, wenn er eine Entwickelung sucht, die aber so absurd sind, wenn man sie im Extrem darstellt. Der Mensch weiß gar nicht, daß er sie im kleinen hat. So stark hat sie freilich kein Mensch - weil er zu sehr an äußeren Gewohnheiten hängt -, daß er sich der Illusion hingibt zu sagen, er könnte sich Lebensmittel durch Zauberei schaffen, er könnte leben durch etwas, was nicht aus dem äußeren Reiche, aus Malchuth genommen ist. Aber ins Extrem getrieben, würde es so sein, daß der Mensch glauben könnte: Wenn ich es nur einmal so weit gebracht hätte, in meinem astralischen Leibe und Ich so recht zu leben, daß ich auf meinen eigenen Wünschen stünde, dann brauchte ich die ganze Umwelt nicht mehr!","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":239,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/123/1910-09-08/p036"},{"locus":"GA 123/1910-09-08/p037","passage_number":37,"text":"Diese Versuchung tritt auf. Und bei demjenigen, der sie am höchsten durchzumachen hatte, wird sie so charakterisiert, daß der Versucher, der dem Christus Jesus entgegentritt, ihm sagt, er solle die Steine zu Brot machen. Da haben Sie den höchsten Grad der Versuchung. 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