{"corpus":"steiner","locus":"GA 130/1912-02-09/p003","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"There was one point in the lecture yesterday about which I should not like misunderstanding to arise, but a conversation I had today indicated that this might be possible. It is, of course, difficult to formulate in words these matters connected with the more intimate workings of karma, and one point or another may well not be quite clear at the first time of hearing. In the lecture yesterday it was said that we have to regard our sufferings as having been sought out by the wiser being within us in order that certain imperfections may be overcome, and that by bearing these sufferings calmly we may make progress along our path. That, however, was not the point on which misunderstanding might have occurred. It was the other point, namely, that happiness and joy must not be regarded as due to our own merit or individual karma, but deemed a kind of grace whereby we are interwoven with the all-prevailing spirit. Please do not think that the emphasis here lies in the fact that joy comes to us as a mark of favour from the divine-spiritual powers; the emphasis lies in the fact that these experiences are made possible through grace. That is what our attitude must be if we are to reach a true understanding of karma. Happiness and joy are acts of grace. A man who imagines that the happiness and joy in his karma indicate a desire on the part of the gods to single him out and place him above the others will achieve just the opposite. We must never imagine that happiness is allotted to us as a mark of favour or distinction but rather as a reason for feeling that we have been recipients of the grace outpoured by the divine spiritual beings. It is this realisation of grace which makes progress possible; the other attitude would throw us back in our development. Nobody should ever believe that joy comes to him because of special karmic privileges; he should far rather believe that it comes to him because he has no privileges. Joy and happiness should move us to deeds of compassion and mercy, which we shall perform more effectively than if we are suffering the pangs of sorrow. What brings us forward is the realisation that we must make ourselves worthy of grace. There is no justification for the very prevalent view that one whose life abounds in happiness has deserved it. This is the very attitude that must be avoided. Please take this as an indication so that no misunderstanding may arise.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Intimate Workings of Karma","site_heading":null,"date":"1912-02-09","location":null,"word_count":430,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/130/1912-02-09/p003","alignment_confidence":"medium","alignment_reason":"beads:length","two_voice_volume":false,"translation_credit":{"scope":"unit","status":"established","translator":"Pauline Wehrle","identified_edition":"RSP1984","book_title":"Esoteric Christianity and the Mission of Christian Rosenkreutz","publisher":"Rudolf Steiner Press","publisher_inferred":true,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA130/English/RSP1984/19120209p02.html","evidence":"lecture_page_line","publisher_note":"The publisher is inferred from the edition code in this lecture's source URL, not stated by the source page. 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Es ist der Punkt, der gestern besprochen worden ist in Bezug darauf, dass wir in unseren Schmerzen und Leiden etwas zu sehen haben, was der Gescheitere in uns aufsucht, um gewisse Unvollkommenheiten zu überwinden, und dass wir gerade dadurch, dass wir gelassen die Schmerzen ertragen, unsere Bahn weiterschreiten. Es ist nicht dieses, was missverstanden werden könnte, sondern das andere, dass wir dagegen Lust und Freude hinzunehmen haben als etwas, das uns zukommt ohne unser Verdienst, ohne dass wir es auf unser individuelles Karma zu beziehen hätten, dass wir es vielmehr zu betrachten hätten als eine Art von Gnade, durch die wir eingesponnen werden in den allwaltenden Geist. Dies, meine lieben Freunde, bitte ich Sie nicht so aufzufassen, als ob der Hauptton darin läge, dass uns Freude und Lust zukommt wie ein Geschenk der göttlichen, geistig waltenden Mächte, sondern ich bitte, den Hauptton darauf zu legen, dass gesagt worden ist: Wir sollen, wenn wir unser Karma verstehen wollen, darauf Rücksicht nehmen, dass wir diese Dinge durch eine Gnade zugeteilt erhalten haben. So also, dass Freude und Lust ausgegossen sind über uns wie eine Gnade. Derjenige Mensch, der in seinem Karma seine Freude und Lust so verstehen will, als wollten ihn die Götter auszeichnen und ihn erhaben über alle anderen hinstellen, der wird das Gegenteil erreichen. Wir dürfen keineswegs das so auffassen, als ob sie uns zugeteilt würden zu dem Zwecke, uns als bevorzugt vor anderen zu halten. Wir haben sie aufzufassen, als ob sie uns zugeteilt wären als ein Anlass, uns in der Gnade jener göttlich-geistigen Wesenheiten zu fühlen. Also erst dieses Sich-Fühlen in der Gnade ist es, was einen Fortschritt bedeutet, das andere würde uns ganz wesentlich zurückwerfen in unserer Entwicklung. Du Mensch, du sollst nicht glauben, dass du zu reiner Lust und Freude kommen kannst durch besondere Vorzüge deines Karma, sondern du sollst glauben, dass du nur dazu kommen kannst dadurch, dass du keine Vorzüge hast. Wir sollen besonders dann Werke der Barmherzigkeit tun, was wir dann besser tun können, als wenn wir Leid und Schmerz erleiden. Der Hinweis, dass wir uns der Gnade würdig machen sollen, das ist es, was uns vorwärtsbringt. Es würde also nicht eine Rechtfertigung sein der Anschauung mancher Leute, dass derjenige, der von Freude erfüllt und reich ist, sich das verdient habe; das soll gerade vermieden werden. Das bitte ich als einen Hinweis zu nehmen, durch den ein Missverständnis vermieden werden könnte.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":476,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/130/1912-02-09/p003"},{"locus":"GA 130/1912-02-09/p004","passage_number":4,"text":"Nun wollen wir heute, meine lieben theosophischen Freunde, in einer noch freieren Weise unsere Betrachtungen über das Karma etwas weiter ausdehnen, über das Karma und unser Erleben in der Welt, sodass uns Theosophie eine Art von Lebenskraft sein kann. Wir werden, wenn wir unser Leben betrachten und das, was mit uns passiert, zweierlei Arten von Erlebnissen zunächst haben können. Die eine Art kann etwa so sein, dass wir uns sagen können: Ja, da hat mich ein Unglück betroffen, oder da hat mich dies oder jenes betroffen. Nehmen wir an, ein Unglück habe mich betroffen. Ich werde vielleicht, wenn ich meine Gedanken hinlenke auf das Unglück, das mich betroffen hat, mir sagen können: Wäre ich nicht in Bezug auf dieses oder jenes lässig oder ein Taugenichts gewesen, würde mich dieses Unglück nicht betroffen haben. - Wir können aber solch eine Betrachtung mit den gewöhnlichen normalen Mitteln des Bewusstseins nicht immer anstellen, sondern wir werden in zahlreichen Fällen finden, dass wir uns keine Rechenschaft geben können, wie denn das Unglück zusammenhängt mit den Ereignissen unseres gegenwärtigen Lebens. Wir werden mit den Mitteln des gewöhnlichen Bewusstseins geradezu veranlasst sein, von manchem, was uns trifft, zu sagen: Es ist da ein Zufall in unser Leben hereingebrochen, wir sehen keinen rechten Zusammenhang. - Wir werden diesen Unterschied auch machen können in Bezug auf Dinge, die wir imstande sind durchzuführen, die wir sozusagen treffen oder die wir nicht treffen. Bei manchem, was uns missglückt, werden wir begreiflich finden, dass es uns missglücken musste, weil wir faul oder unaufmerksam waren und dergleichen. Bei manchem aber werden wir mit unseren Kräften und Fähigkeiten den Zusammenhang nicht gleich durchschauen können. Darum ist es nützlich, gerade einmal von diesem Gesichtspunkte aus Umschau zu halten in seinen eigenen Erlebnissen, gerade die Dinge zu trennen, von denen man sagen kann: Sie sind mir missglückt, es ist, als ob sie mir missglücken sollten, ohne dass ich daran schuld bin. Bei anderen Dingen wird man sagen: Ich wundere mich eigentlich, dass sie geglückt sind. Und gerade diese Dinge, die wollen wir ins Auge fassen. Und dann wollen wir ins Auge fassen diejenigen Dinge, welche wie ein Zufall ins Leben hereinspielen, von denen wir uns gar nicht vorstellen können, dass sie zusammenhängen können mit den Ursachen, die sie hereingebracht haben, also zufällige Dinge und diejenigen, die wir getan haben, ohne dass sie unseren Fähigkeiten zu entsprechen scheinen. Das alles wollen wir aufsuchen und uns recht sehr hineinvertiefen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":402,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/130/1912-02-09/p004"}],"english":["GA 130/1912-02-09/p003","GA 130/1912-02-09/p004"],"method":"length","confidence":"medium","correspondence":"established","length_check":{"de_words":878,"en_words":717,"ratio":0.82,"partial":false},"pairing_state":"proposed","verified":false,"evidence":["length"]},"witness_completeness":{"ratio":0.97,"band":"comparable","note":null,"word_count":5071,"original_word_count":5217,"may_be_abridged":false},"witness_quality":{"translator":{"scope":"unit","status":"recorded","translator":"Pauline Wehrle","identified_edition":"RSP1984","book_title":"Esoteric Christianity and the Mission of Christian Rosenkreutz","publisher":"Rudolf Steiner Press","publisher_inferred":true,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA130/English/RSP1984/19120209p02.html","evidence":"lecture_page_line","publisher_note":"The publisher is inferred from the edition code in this lecture's source URL, not stated by the source page. 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