{"corpus":"steiner","locus":"GA 140/1913-10-10/p011","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"I have been asked, “What is the best time for this,” but it is quite independent of time. The thing that matters is that you should think the thoughts through to their end and not think superficially. The subject must be gone through word by word, as if spoken inwardly If this is done, the dead read it with us. Such reading is not only helpful to Anthroposophists—far from it! A short time ago one of our friends was disturbed every night, as was his wife also. They felt a disquietude; and, as the man's father had recently died, he came to the conclusion that the soul of his father was present, wanting something of him. Our friend then came to consult me; and it appeared that his father, who in his lifetime would never hear a word of Spiritual Science, now felt a very strong need to learn something of it. The son and his wife then read to his father the Course on St. John's Gospel which I once gave in Cassel, and this soul was very greatly helped, and felt himself lifted above many disharmonies which he had been feeling after his death.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Lecture I","site_heading":"Living Intercourse with the Dead Through Spiritual Science","site_heading_note":"A heading the site wrote for this unit from a summary of it; not in the edition, and not the words of Rudolf Steiner or of the translator. 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Und wenn wir heute schon mit dem hellsichtigen Blick zuweilen Menschen finden in dem Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt, die das Unglück erleben, daß diejenigen, die sie gekannt haben, auch die Nächststehenden, nur materialistische Gedanken haben, dann erkennen wir die Notwendigkeit des Durchsetzens der Erdenkultur mit geistigen, spirituellen Gedanken. Wenn man so kennenlernt zum Beispiel einen Menschen, der vor einiger Zeit gestorben ist, wenn man ihn findet in der geistigen Welt, und man hat ihn gekannt, als er hier auf Erden lebte, und er hat gewisse Glieder seiner Familie zurückgelassen, die man auch kannte, seine Frau, Kinder — im äußern Sinne gute Menschen, die einander wirklich liebten —, und dann findet man jetzt mit dem hellsichtigen Blick den Vater, der dahingestorben ist, dem die Gattin vielleicht wie eine Art Lebenssonne war, wenn er im Leben nach Hause kam von der schweren Arbeit, dann findet man, daß er, weil diese Gattin keine spirituellen Gedanken im Kopf und im Herzen haben kann, nicht in die Seele dieser Gattin hineinschauen kann, und daß er frägt, wenn er dazu in der Lage ist: Ja, wo ist denn meine Gattin? — Er sieht nur zurück in die Zeit, in der er auf Erden mit ihr vereint war. Da wo er sie aber am meisten sucht, weiß er sie nicht zu finden. Das kann auch passieren. Es gibt ja heute schon viele Menschen, welche gewissermaßen glauben, daß der Tote eben in eine Art von Nichts eingegangen sei, die nur mit ganz materialistischem Denken, nicht mit einem fruchtbaren Gedanken an den Toten denken können. Bei diesem Hinschauen auf die Gebiete des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, auf jemanden, von dem man weiß: er ist noch unten auf der Erde, er hat einen lieb gehabt, aber er verbindet damit nicht den Glauben an die Fortdauer der Seele nach dem Tode, da kann allerdings, gerade in dem Augenblicke nach dem Tode, wo man die meiste Aufmerksamkeit darauf richtet — durch dieses Hinschauen-Wollen auf den Lebenden, den man geliebt hat —, aller Blick ersterben. Und man kann nicht finden den noch Lebenden, kann mit ihm in keinen Zusammenhang kommen, von dem man aber weiß, daß er dasein könnte, wenn in der Seele des Lebenden da unten spirituelle Gedanken wären. Das ist ein häufiges, schmerzliches Erlebnis für die Toten. Und so kann es vorkommen — von dem hellsichtigen Blick kann das beobachtet werden, wie mancher dahinstirbt und Hindernisse findet in den besten Absichten durch die Haßgedanken, die ihn verfolgen, und keinen Trost findet in den Liebegedanken derjenigen, die ihn auf Erden geliebt haben, da er sie nicht wahrnehmen kann wegen ihres Materialismus.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":532,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/140/1913-10-10/p011"},{"locus":"GA 140/1913-10-10/p012","passage_number":12,"text":"Diese Gesetze der geistigen Welt, die man auf diese Weise mit dem hellsichtigen Blick beobachtet, sind tatsächlich unbedingt gültig. Sie sind so unbedingt gültig, wie ein Fall lehrt, der öfters zu beobachten gelungen ist. Es war lehrreich, zu beobachten, wie Haßgedanken oder wenigstens Antipathiegedanken wirken, selbst da, wo sie nicht mit vollem Bewußtsein gehegt werden! Schullehrer kann man beobachten, die gewöhnlich streng genannt werden, die sich nicht die Liebe ihrer noch jungen Schüler zuziehen konnten — da sind es gleichsam unschuldige Antipathie- und Haßgedanken. Wenn ein solcher Lehrer stirbt, so sieht man, wie er auch in diesen Gedanken, die ja bleiben, Hindernisse hat für seine guten Absichten in der geistigen Welt. Das Kind, der junge Mensch, gibt sich oftmals nicht die Rechenschaft, wenn der Lehrer gestorben ist, daß er nicht mehr hassen soll, sondern er behält das auf naturgemäße Weise bei in dem bleibenden Gefühl, wie der Lehrer ihn gequält hat. 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Man kann das mit mehreren zugleich machen. Man liest dann nicht laut vor, sondern verfolgt mit Aufmerksamkeit die Gedanken, immer mit dem Gedanken an den Toten: der Tote steht vor mir. Das ist Vorlesen den Toten. Man braucht kein Buch zu haben, aber man darf nicht in abstrakter Weise denken, sondern muß tatsächlich jeden Gedanken durchdenken: so liest man vor den Toten. Man kann es sogar so weit bringen, obzwar das schwieriger ist, daß, wenn man innerhalb einer gemeinsamen Weltanschauung, oder über irgendein Gebiet des Lebens überhaupt, einen gemeinsamen Gedanken mit dem Toten gehabt hat und eine persönliche Beziehung zu ihm hatte, man auch einem Fernerstehenden vorlesen kann. Das geschieht so, daß er durch den warmen Gedanken, den man an ihn richtet, nach und nach auf einen aufmerksam wird. So kann es sogar nützlich werden, wenn man Fernerstehenden nach ihrem Tode vorliest. Dieses Vorlesen kann zu jeder Zeit geschehen. Ich bin schon gefragt worden, zu welcher Stunde man das am besten tut. Das ist ganz unabhängig von der Stunde. Man muß nur die Gedanken wirklich durchdenken. Oberfläche genügt nicht. Wort für Wort muß man die Sachen durchgehen, wie wenn man es innerlich aufsagen würde. Dann lesen die Toten mit. Und es ist auch nicht richtig, wenn man glaubt, daß solches Vorlesen nur denjenigen nützlich sein kann, welche der Geisteswissenschaft im Leben nahegetreten sind. Das braucht durchaus nicht der Fall zu sein.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":327,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/140/1913-10-10/p013"},{"locus":"GA 140/1913-10-10/p014","passage_number":14,"text":"Einer unserer Freunde wurde vor einiger Zeit, vielleicht nicht einmal vor einem Jahre, zugleich mit seiner Frau, jede Nacht beunruhigt. Sie fühlten eine Beunruhigung. Und da vor kurzer Zeit der Vater des Betreffenden gestorben war, so hatte unser Freund sogleich die Meinung, daß der Vater etwas wolle, sich als Seele bei ihm melde. Und als unser Freund mit mir zu Rate gegangen war, da stellte es sich heraus, daß der Vater, der im Leben von Geisteswissenschaft nichts wissen wollte, nach dem Tode das lebendigste Bedürfnis hatte, von Geisteswissenschaft etwas zu erfahren. Und als dann der Sohn mit seiner Frau zusammen den Zyklus über das Johannes-Evangelium, den ich einmal in Kassel gehalten habe, dem Vater vorlas, war diese Seele in hohem Grade befriedigt, fühlte sich über manche Disharmonien, die sie vorher kurz nach dem Tode empfunden hatte, herausgehoben. Das ist in diesem Falle deshalb bemerkenswert, weil die betreffende Seele diejenige eines Predigers war, der seinen religiösen Standpunkt immer und immer vor den Menschen vertreten hat, nach dem Tode aber nur befriedigt sein konnte durch das Mitlesenkönnen einer geisteswissenschaftlichen Auseinandersetzung über das Johannes-Evangelium. So sehen wir, daß durchaus nicht notwendigerweise derjenige, dem wir helfen wollen, dem wir dienen wollen nach dem Tode, im Leben Anthroposoph gewesen zu sein braucht, obwohl wir natürlich diesem ganz besonders dienen werden, wenn wir ihm vorlesen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":219,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/140/1913-10-10/p014"}],"english":["GA 140/1913-10-10/p010","GA 140/1913-10-10/p011","GA 140/1913-10-10/p012"],"method":"reader","confidence":"high","correspondence":"established","length_check":{"de_words":1242,"en_words":1170,"ratio":0.94,"partial":false},"pairing_state":"verified","verified":true,"evidence":["reader"],"reader_german":["GA 140/1913-10-10/p013","GA 140/1913-10-10/p014"],"reader_part":true},"witness_completeness":{"ratio":0.94,"band":"comparable","note":null,"word_count":6352,"original_word_count":6736,"may_be_abridged":false},"witness_quality":{"translator":{"scope":"unit","status":"recorded","translator":"Henry Collison","identified_edition":"APC1928","book_title":"Descriptive Sketches of the Spiritual World","publisher":"Anthroposophical Publishing Co.","publisher_inferred":true,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA140/English/APC1928/19131010p02.html","evidence":"lecture_list_row","note":"rsarchive's lecture list spells the credit 'Harry Collison'; the lecture pages of this edition print 'Henry Collison', which is served.","publisher_note":"The publisher is inferred from the edition code in this lecture's source URL, not stated by the source page. 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