{"corpus":"steiner","locus":"GA 140/1913-10-10/p016","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"Realise this significant saying, my dear friends, that we must furnish literature for the dead! Our own books are in certain respects more patient; they do not cause their letters to vanish into the paper whilst we are reading them. We human beings often take the opportunity of reading away from the dead by filling our minds with material thoughts which are really invisible in the spiritual world. As the question is often put to me whether the dead themselves know all that we are able to give them, I must say that they cannot do so; for Anthroposophy can only be established on earth, and from thence must be carried up into the spiritual worlds.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Lecture I","site_heading":"Living Intercourse with the Dead Through Spiritual Science","site_heading_note":"A heading the site wrote for this unit from a summary of it; not in the edition, and not the words of Rudolf Steiner or of the translator. 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Man macht sich eine falsche Vorstellung von dem Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt, wenn man etwa die Frage stellen würde: Ja, wozu braucht man den Toten vorzulesen? Wissen sie das denn nicht aus eigener Anschauung, was der Mensch hier auf der Erde vorlesen kann, wissen sie das nicht viel besser? Dieses frägt allerdings nur derjenige, der da nicht in der Lage ist zu beurteilen, was man eben in der geistigen Welt erfahren kann. Sehen Sie, man kann ja auch in der physischen Welt sein, ohne das Wissen der physischen Welt zu erfahren. Wenn man nicht in der Lage ist, dies oder jenes zu beurteilen, so erfährt man eben das Wissen von der physischen Welt nicht. Die Tiere leben ja mit uns auch zusammen in der physischen Welt und wissen doch nicht das von ihr, was wir Menschen wissen. Daß ein Toter in der geistigen Welt lebt, das macht noch nicht, daß er auch von dieser geistigen Welt etwas weiß, obzwar er sie anschauen kann. Dasjenige, was in der Geisteswissenschaft erworben wird, das wird nur auf der Erde als Wissen erworben, es kann nur auf der Erde erworben werden, es kann nicht in der geistigen Welt erworben werden. Es muß daher, wenn es eben von Wesen in der geistigen Welt gewußt werden soll, durch diejenigen Wesen erfahren werden, die es selbst auf der Erde erfahren. Das ist ein bedeutsames Geheimnis der geistigen Welten, daß man in diesen sein kann, sie anschauen kann, daß aber dasjenige, was als Wissen über die geistigen Welten notwendig ist, auf der Erde erworben werden muß.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":358,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/140/1913-10-10/p017"},{"locus":"GA 140/1913-10-10/p018","passage_number":18,"text":"Ja, meine lieben Freunde, etwas muß ich Ihnen da sagen in bezug auf die geistigen Welten, was in mancher Beziehung weiterklingen wird und ausgeführt werden wird in unserer morgigen Betrachtung, von dem man sich gewöhnlich nicht eine rechte Vorstellung macht. Wenn der Mensch in der Zeit zwischen Tod und einer neuen Geburt in der geistigen Welt lebt, so richtet er auf unsere physische Welt sein Sehnen ungefähr so hin, wie hier in einer gewissen Weise der physische Mensch sein Sehnen richtet nach der geistigen Welt. Und was der Mensch zwischen Tod und einer neuen Geburt von den Menschen auf der Erde erwarten muß, das ist, daß diese Menschen ihm von der Erde aus zeigen und auferglänzen lassen dasjenige, was nur auf der Erde erworben werden kann. Die Erde ist wahrhaftig im spirituellen Weltendasein nicht umsonst gegründet worden. Sie ist in das Leben gerufen worden, damit dasjenige entstehen kann, was nur auf der Erde möglich ist. Wissen von der geistigen Welt, das über das Anschauen, das Anstarren der geistigen Welten hinausgeht, ist nur auf der Erde möglich. Und wenn ich früher gesagt habe, daß die geistigen Wesenheiten der geistigen Welten unsere Bücher nicht lesen können, so muß ich jetzt sagen: Dasjenige, was in uns als Geisterkenntnis lebt, das ist für die geistigen Wesenheiten und auch für unsere eigenen Seelen nach dem Tode, was für den physischen Menschen die Bücher hier auf unserer Erde sind, was für den physischen Menschen dasjenige ist, wodurch er etwas über die Welt erfährt. Nur sind diese Bücher, die wir selber sind für die Toten, eben lebendig. Fühlen Sie dieses gewichtige Wort, daß wir den Toten gewissermaßen die Lektüre geben müssen! Unsere Bücher sind ja in einer Beziehung geduldiger, unsere Bücher bringen es nicht zustande, daß sie zum Beispiel ihre Buchstaben verschlucken in das Papier hinein, während wir sie lesen. Wir Menschen entziehen den Toten dadurch oftmals die Lektüre, daß wir uns nur mit dem, was wirklich unsichtbar ist in den geistigen Welten, daß wir uns nur mit materiellen Gedanken anfüllen. Das muß ich sagen, weil die Frage oftmals auftaucht, ob denn die Toten nicht selber wissen könnten, was wir ihnen geben können. 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