{"corpus":"steiner","locus":"GA 146/1913-05-28/p015","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"Now this *Bhagavad Gita* comes to men of the West who undoubtedly *have* an understanding for earthly things! It comes to men who have attained such a high degree of materialistic civilization that they have a very good understanding for all that is earthly. It has to be understood by souls who are separated by a deep gulf from all that a genuine observation shows Arjuna's soul to be. All that to which Arjuna shows no inclination, needing Krishna to tame him down to earthly things, seems to the Westerner quite intelligible and obvious. The difficulty for him lies rather in being able to lift himself up to Arjuna, to whom has to be imparted an understanding of what is well understood in the West, the sense matters of earthly life. A God, Krishna, must make our civilization and culture intelligible to Arjuna. How easy it is in our time for a person to understand what surrounds him! He needs no Krishna. It is well for once to see clearly the mighty gulfs that can lie between different human natures, and not to think it too easy for a Western soul to understand a nature like that of Krishna or Arjuna. Arjuna is a man, but utterly different from those who have slowly and gradually evolved in Western civilization.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Lecture I","site_heading":"Ancient Clairvoyance and the Birth of Individual Ego","site_heading_note":"A heading the site wrote for this unit from a summary of it; not in the edition, and not the words of Rudolf Steiner or of the translator. 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Dann überkommt diesen Schüler der Drang, gestaltenhaft, geistig gestaltet, diese Seele zu sehen, denjenigen wirklich zu erkennen, der so Erhabenes zu ihm spricht. Er bittet den Krishna, er möge sich ihm zeigen, so wie er sich ihm zeigen kann in seiner wahren Geistgestalt. Und da erscheint ihm denn Krishna und wir werden noch auf diese Schilderung zurückkommen -, da erscheint er in seiner Gestalt, die alles umfaßt, eine große, erhabene, herrliche Schönheit, eine Erhabenheit, die Weltgeheimnisse darstellt. Wir werden sehen, daß es weniges gibt auf der Welt, das herrlich ist gleich dieser Schilderung, wie sich die erhabene Geistgestalt des Lehrers dem Seherauge seines Schülers offenbart. Ausbreitet sich vor dem Auge Arjunas das wüste, wirre Kampfesfeld, auf dem viel Blut fließen soll, auf dem der Bruderkampf sich entwickeln soll. Entrückt soll werden von diesem wüsten, wirren Kampfesfeld die Seele des Schülers des Krishna, und erblicken soll die Seele dieses Schülers eine Welt, eintauchen soll sie in eine Welt, in der Krishna in seiner wahren Gestalt lebt, die entrückt ist allem Kampf, allem Streit, eine Welt hehrster, erhabenster Seligkeit, eine Welt, in der sich enthüllen die Geheimnisse des Daseins, eine Welt, entrückt der Alltäglichkeit, dem Kampf und Streit, eine Welt, der die Menschenseele ihrer innersten, eigensten Wesenheit nach eigentlich aber angehört. Von dieser Welt soll die Menschenseele wissen, wissen lernen soll sie von dieser Welt, und dann soll es ihr möglich werden, wiederum herabzusteigen, wieder einzugreifen in die wirren, wüsten Kämpfe der diesseitigen Welt. Wahrhaftig, wenn wir fühlend der Schilderung dieses Bildes folgen, dann sagen wir uns: Was geht denn eigentlich vor in der Seele des Arjuna? Wie ist sie denn, diese Seele? Sie steht mitten im Kampfgewühl, und zwar so, wie wenn dieses Kampfgewühl ihr aufgedrängt wäre. So fühlt sich diese Seele wie verwandt mit einer seligen Welt, in der es nicht gibt menschliches Leiden, menschlichen Kampf, menschliches Sterben. So sehnt sich diese Arjunaseele herauf in eine Welt des Ewigen, des Seligen. Aber mit einer Notwendigkeit, die sich nur ergeben kann aus dem Impuls des erhabenen Krishna, muß diese Seele niedergezwungen werden zu dem wüsten, wirren, alltäglichen Kampf. Sie will den Blick abwenden von diesem wirren, wüsten Kampf. Wie ein Fremdes, wie ein ihr ganz und gar nicht Verwandtes, so erscheint das Leben der Erde, wie es ringsherum ist, für diese Arjunaseele. Wir fühlen förmlich: Diese Seele ist noch eine solche, die sich in die oberen Welten hinaufsehnt, als ob sie mit den Göttern noch leben wollte, und das Leben der Menschen noch wie ein Fremdes, ein Unverwandtes, ein Unverständliches empfindet. Wahrhaftig, ein wunderbares Bild, das größte und erhabenste Momente enthält: ein Held, Arjuna, umgeben von anderen Helden, von Kämpferscharen, ein Held, der alles, was sich ihm vor Augen ausbreitet, wie ein Fremdes, Jenseitiges, Unverwandtes empfindet, der erst hingewiesen werden muß auf diese Welt durch einen Gott, und der nicht versteht die diesseitige Welt, ohne daß ein Gott sie ihm verständlich macht, Krishna.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":591,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/146/1913-05-28/p010"},{"locus":"GA 146/1913-05-28/p011","passage_number":11,"text":"Scheinbar recht paradox mag es klingen, aber ich weiß doch, daß diejenigen, die tiefer auf die Sache eingehen können, es verstehen werden, wenn ich das Folgende sage. Arjuna steht da vor uns wie eine Menschenseele, der erst verständlich gemacht werden soll das Diesseits der Welt, das Irdische der Welt. Und nun sollte die Bhagavad Gita in den westlichen Kulturländern wirken auf Menschen, die sehr wohl ein Verständnis haben für alles Irdische, die es im Materialismus so weit gebracht haben, daß sie ein sehr gutes Verständnis haben für alles Irdische, für alles Materielle. Verständlich werden sollte die Bhagavad Gita für Seelen, die durch eine tiefe Kluft geschieden sind von alle dem, was sich bei einer wahrhaftigen Betrachtung als die Arjunaseele darstellt. Alles das, wozu die Arjunaseele, die durch Krishna erst herangebändigt werden muß zum Irdischen, keinen Trieb zeigt, das scheint den Abendländern sehr verständlich zu sein. Die Schwierigkeit scheint darin zu liegen, sich zu erheben zu der Arjunaseele, zu jener Seele, der erst Verständnis beigebracht werden soll für alles das, wozu in den westlichen Ländern sehr viel Verständnis vorhanden ist: für das Sinnliche, für das Materiell-Irdische. Ein Gott, Krishna, muß dem Arjuna ein Verständnis beibringen für alles dasjenige, was uns als unsere Kultur umgibt. Wie leicht wird es in unserer Zeit, dem Menschen Verständnis beizubringen für dasjenige, was ihn umgibt. Dazu bedarf es keines Krishna. Man tut gut daran, einmal klar den Blick hinzuwenden auf die Abgründe, welche zwischen menschlichen Naturen liegen können, und nicht allzuleicht das Verständnis zu nehmen, das eine abendländische Seele gewinnen kann für eine Natur, wie sie Krishna oder Arjuna ist. Arjuna ist ein Mensch, aber ein so ganz anderer als die Menschen, die in der abendländischen Kultur nach und nach sich herangebildet haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":287,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/146/1913-05-28/p011"}],"english":["GA 146/1913-05-28/p012","GA 146/1913-05-28/p013","GA 146/1913-05-28/p014","GA 146/1913-05-28/p015"],"method":"reader","confidence":"high","correspondence":"established","length_check":{"de_words":878,"en_words":804,"ratio":0.92,"partial":false},"pairing_state":"proposed","verified":false},"witness_completeness":{"ratio":0.93,"band":"comparable","note":null,"word_count":4999,"original_word_count":5398,"may_be_abridged":false},"witness_quality":{"translator":{"scope":"unit","status":"recorded","translator":"George Adams and Mary Adams","identified_edition":"AP1968","book_title":"The Occult Significance of the Bhagavad Gita","publisher":"Anthroposophic Press","publisher_inferred":true,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA146/English/AP1968/19130528p01.html","evidence":"lecture_list_row","publisher_note":"The publisher is inferred from the edition code in this lecture's source URL, not stated by the source page. 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