{"corpus":"steiner","locus":"GA 159/1915-05-07/p015","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"If we wish to speak exactly, it is therefore not correct to say: When we abandon the physical body, we think the world. It is instead correct to say: We experience that we are the thoughts of the world of the higher Hierarchies. 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Wir wissen, daß wir im Schlafzustand, also vom Einschlafen bis zum Aufwachen, in der physischen Welt nur mit unserem physischen Leibe und unserem ätherischen Leib sind, daß wir uns gewissermaßen zurückziehen in die rein geistige Welt mit unserem astralischen Leibe und Ich. Was sich nun der geistigen Anschauung des Geistesforschers darbietet, können wir so charakterisieren, daß wir sagen: Der Geistesforscher sieht dasjenige an, was sich zum Beispiel immerfort mit dem Menschen vollzieht, wenn er mit dem Einschlafen seinen physischen und seinen ätherischen Leib verläßt und sich in die Region der höheren Welt mit seinem Astralleibe und dem Ich begibt. Was da mit dem Menschen — mit jedem Menschen bei jedem Einschlafen - geschieht, dem schaut der Geistesforscher einfach zu. So daß wir sagen können: Der Geistesforscher beobachtet nur dasjenige, was sich jeder Menschenseele darbieten würde, wenn sie nicht im Traumzustand, sondern im völligen Schlafzustand auf die Welt so hinunterschauen könnte, daß sie unter den Dingen der Welt ihren physischen und Ätherleib als etwas fände, was außerhalb ihrer, also der schlafenden Seele ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":237,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/159/1915-05-07/p004"},{"locus":"GA 159/1915-05-07/p005","passage_number":5,"text":"Nun dürfen wir uns nicht vorstellen, daß wir dann etwa dasjenige, was wir da verlassen haben und worin wir unseren physischen Leib und Ätherleib zurückgelassen haben, von dem Gesichtspunkte des Schlafes aus so sehen, wie wir mit unseren physischen Augen das sehen, was uns in der physischen Welt umgibt. Damit wir dasjenige, was uns umgibt, so sehen, wie wir es eben vom Aufwachen bis zum Einschlafen sehen, dazu ist notwendig, daß wir uns unserer physischen Augen, unserer physischen Sinnesorgane bedienen. Dieser bedienen wir uns nicht, wenn wir außerhalb des physischen Leibes und des Ätherleibes sind. Würden wir plötzlich hellsehend im Schlafzustand, so würden wir alle von dem, was wir während des Wachens sehen, so wie es während des Wachens ist, eben nichts wahrnehmen. Auch unseren physischen Leib und Ätherleib nehmen wir da nicht etwa so wahr, wie wir den physischen Leib wahrnehmen, wenn wir in einen Spiegel hineinschauen. Das ist ganz falsch, wenn man glaubt, daß man den physischen Leib und den Ätherleib gleichsam so ansieht, als wenn man sich mit seinem astralischen Leibe und dem Ich über den physischen und Ätherleib beugen würde. Das ist nicht der Fall. Dasjenige, was sich der imaginativen Erkenntnis — also halten wir das fest: der imaginativen Erkenntnis — darbietet, das ist, daß uns zuletzt verschwindet, wirklich für den Augenblick verschwindet alles dasjenige, was wir gewohnt sind, im Wachzustande zu sehen. Auch indem wir unseren physischen Leib und Ätherleib sehen, sind diese nicht so, wie sie im Wachzustande sind, sondern wirklich erscheint uns unser physischer Leib und Ätherleib wie zu einer Welt erweitert; sie erscheinen uns wie mit der ganzen Erdenwelt zusammenhängend. Wir schauen hin; das haben wir im Bewußtsein, daß wir auf physischen Leib und Ätherleib hinschauen. Aber wir schauen sie so, daß sie zunächst für uns gewissermaßen die einzige Welt sind. So wie wir im Wachzustande Berge, Flüsse und Wolken, Sonne und Sterne und so weiter um uns herum haben und auf sie als auf unsere Umgebung hinschauen, so schauen wir, indem wir auf unsere Umgebung hinschauen, wenn wir außerhalb unseres physischen und Ätherleibes sind, diesen unseren physischen Leib und den Ätherleib wie zu einer Welt erweitert. Gar nichts anderes schauen wir an. Das schauen wir so an, wie wir sonst die verschiedenen Dinge unserer Erde anschauen. 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Was wir da in mächtigen Bildern sehen, die uns wirklich in der Ausdehnung wie ein Planet erscheinen, das schickt sich an, seinem Sommer entgegenzugehen, wie die Erde sich anschickt, ihrem Sommer entgegenzugehen, wenn der Frühling zu Ende geht. Und so machen wir den Schlafzustand durch, wenn wir ihn regelrecht durchmachen. Wir gehen gleichsam im Schlafzustand durch bis zu jenem Punkte, wo wir empfinden: Unser physischer Leib und Ätherleib tragen Sprießendes und Sprossendes bis zur Blüte, ja bis zur Fruchtentfaltung; überall wächst und gedeiht alles. Wenn ich mich im einzelnen ausdrücken soll, so muß ich sagen - für den imaginativen Anblick ist dasjenige, was sich so darbietet, allerdings paradox —: Während wir mit dem physischen Anschauen gewissermaßen unsere Erdoberfläche empfinden und auf ihr das von unten nach oben Sprießende, dasjenige, was wächst und gedeiht, im Bewußtsein haben, ist es so, wenn wir nun von außerhalb dasjenige beobachten, was mit unserem Leibe vorgeht und mit der Pflanzenwelt vergleichen, als wenn seine Wurzeln von oben herdringen und es mit seinen Blüten in unseren Leib hineinwächst. Also eine vollständig umgekehrte Welt empfinden wir, und die Früchte werden hineinversenkt. Wir lernen dann, daß mit diesem Hineinversenken der Früchte wirklich dasjenige zum Ausdruck kommt, was uns dann als die Stärkung des Schlafes zum Bewußtsein kommt. Und dadurch wissen wir, daß in der Tat — weil ja alles, was wir so in der Imagination anschauen, Kräfte sind - unser physischer Leib und Ätherleib die Kräfte aus dem ganzen Kosmos empfangen, indem wir uns in den Schlafzustand begeben. Wir schauen zu, wie Kräfte, die sich in der Bildung von aus der Welt hereinwachsenden Pflanzen ausdrücken, aus dem Kosmos kommen. Wir sehen, wie der Kosmos eine ganze Vegetation in unsere Leiblichkeit hineintreibt. Und wir bekommen dann das sichere Wissen davon, daß wir beim Einschlafen unseren Leib aus dem Grunde verlassen, weil wir vom Aufwachen bis zum Einschlafen mit dem Ich und Astralleib unseren physischen Leib und den Ätherleib den Einwirkungen der Kräfte des Kosmos entziehen. Dadurch, daß wir selbst hinausgehen, machen wir unseren physischen Leib und den Ätherleib frei für die Einwirkungen des ganzen Kosmos, der mit dem, was er nun elementarisch, nicht physisch, an solchen Kräften hat, die sich uns eben in den geschilderten Imaginationen ausdrücken, in uns hineinsendet. So ist jedesmal, wenn wir einschlafen, eine Beziehung zwischen physischem Leib und Ätherleib mit dem ganzen Kosmos hergestellt. Während wir im Wachzustand in der physischen Welt leben, lebt wirklich unser physischer Leib und Ätherleib während unseres Schlafes in dem, was wir die elementarische Welt nennen, die Welt der bloßen Kräfte, die sich uns eben in den geschilderten Imaginationen darstellen. Und wir selber, wo sind wir mit unserem Ich und Astralleib? Nun, wir haben oft geschildert, und es ist auch in verschiedenen Schriften dargestellt: mit unserem Ich und Astralleibe sind wir in der Welt, die geschildert worden ist als die Welt der höheren Hierarchien unter den Wesenheiten, die wir Angeloi, Archangeloi, Archai und so weiter nennen. In diese Wesenheiten und ihre Welt taucht das Ich und der Astralleib ein. So wie wir, wenn wir wachend sind, von den Wesen der tierischen Welt, der Pflanzenwelt, der Mineralwelt wissen und als Mensch gleichsam über dieser Welt stehen, indem wir sie in unsere Gedanken aufnehmen, so werden wir selbst wie Gedanken aufgenommen von den Wesen der höheren Hierarchien. Und das ist das Bedeutsame, daß wir sagen können: Während hier unten unser physischer Leib und Ätherleib mit den Kräften des ganzen Kosmos in Zusammenhang treten, werden wir vom Einschlafen bis zum Aufwachen selber gedacht, wie wenn wir richtige Wesen wären, gewoben aus Gedanken und der Willenswesenheit; wir werden gedacht von den Wesen der höheren Hierarchien. — Wie wir die Natur denken, so denken uns die Wesenheiten der höheren Hierarchien. Daher ist es, genau gesprochen, gar nicht richtig, zu sagen, wenn man aus dem physischen Leib herauskomme, denke man die Welt. Richtig ist eigentlich, zu sagen, man erlebe es, daß man von der Welt der höheren Hierarchien gedacht wird. 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