{"corpus":"steiner","locus":"GA 173c/1917-01-21/p036","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"In recent history, unlike former times, we have the remarkable phenomenon of people being born with outstanding capacities. In general they work with tremendous idealism and distinguished endeavour but are incapable of gaining a broader view of life or of widening their horizons. In the whole of literature this has been expressing itself for some time. Individual ideas, concepts, and feelings, expressed either in literature or art, or even science, sometimes display strong promise. But an overall view is not achieved. This is also the reason why people find it so difficult to achieve the broader view needed in spiritual science. It happens chiefly because the dead approach individuals and work in them on capacities for which the foundations are laid during childhood and youth. The faculties which enable individuals to gain a broader view when they reach maturity are more or less untouched by the activities of the dead in this materialistic age. Incomplete talents, unfinished torsos—not only in the wide world, but also in individual situations—are therefore very prevalent because the dead can more readily approach individual souls rather than what lives socially in human evolution today. The dead have a strong urge to reach what lives socially in human evolution, but in our fifth post-Atlantean period this is exceedingly difficult for them.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Lecture XXII","site_heading":"The Dead, Materialism, and Spiritual Concepts","site_heading_note":"A heading the site wrote for this unit from a summary of it; not in the edition, and not the words of Rudolf Steiner or of the translator. 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Lernt man das Leben der Toten in der Gegenwart mit den entsprechenden Mitteln kennen, dann ergibt sich, daß sie sehr starke Triebe haben, einzugreifen in die Dinge, welche die Menschen hier auf Erden tun. Aber in früheren Zeiten, in denen weniger Materialismus auf der Erde gelebt hat als jetzt, konnten die Toten leichter eingreifen in das, was auf der Erde geschah. Sie konnten leichter durch die Erdenmenschen, durch das, was die Erdenmenschen als Nachwirkungen der Toten fühlten und empfanden, hereinwirken in die Erdensphäre. Heute ist es sehr, sehr häufig zu erleben, und ich habe gesehen, daß es immer wieder überraschend gewirkt hat im konkreten Falle, daß Menschen, welche hier intensiv an gewissen Zeitereignissen beteiligt waren und gestorben sind und dann weiterleben nach dem Tode, kein Interesse haben können für die Zeitereignisse, die sich hier abspielen nach ihrem Tode, weil die Verbindung fehlt. Auch unter uns sind solche Seelen, die, während sie hier waren auf dem physischen Plane, großes Interesse hatten für die Zeitereignisse, drüben in der geistigen Welt aber den Zeitereignissen, die sich jetzt nach ihrem Tode abspielen, fremd gegenüberstehen. Das ist gerade oftmals bei vorzüglichen Seelen, die hier rege Interessen und große Begabungen hatten, der Fall. Das ist aber schon lange so. Es ist so, nur immer mehr zunehmend, für die ganze Zeit des fünften nachatlantischen Zeitraums, es ist so seit dem 15., 16. Jahrhundert schon, nur zunehmend. Man kann da die Erfahrung machen, daß die Toten, da sie weniger eingreifen können in dasjenige, was die Menschen tun, sich mehr beschäftigen — es tut einem so leid, daß man so triviale Begriffe gebrauchen muß, aber man muß eben die Begriffe gebrauchen, die man in der Sprache hat -, also daß die Toten mehr eingreifen müssen in dasjenige, was die Menschen als einzelne Persönlichkeiten sind. Und das sieht man, daß das Interesse der Toten und die Arbeit der Toten seit dem 15., 16. Jahrhundert mehr auf die einzelnen Persönlichkeiten geht als auf die großen Zusammenhänge unter den Menschen. Und nachdem ich viel mich gerade in dieser Richtung befaßt habe mit diesem Problem, konnte ich mir die Überzeugung verschaffen, daß damit, mit dem, was ich jetzt gesagt habe, eine ganz bestimmte Zeiterscheinung zusammenhängt, die dem, der sich für solche Dinge interessiert, besonders stark auffallen muß in unserer neueren Geschichte. Wir haben in der neueren Geschichte im Gegensatz zu früheren Zeiten die merkwürdige Erscheinung, daß Menschen geboren werden mit sehr bedeutenden Anlagen, die so im allgemeinen wirken mit großem Idealismus, mit vorzüglichem Streben, daß aber diese Menschen es nicht dazu bringen können, Überschau über das Leben zu gewinnen, große Horizonte zu gewinnen. Das drückt sich im Grunde genommen im ganzen Schrifttum seit langer Zeit schon aus. In einzelnen Ideen, Begriffen, Vorstellungen, Empfindungen, die die Leute zum Ausdruck bringen, sei es in der Literatur, in der Kunst, sogar in der Wissenschaft, finden sich manchmal starke Ansätze. Aber — und deshalb ist es ja gerade für die Leute so schwer, sich zu der Überschau, die man haben muß in der Geisteswissenschaft, aufzuschwingen — zu einer großen Überschau bringen es die Leute nicht. Das kommt zum großen Teil davon her, daß die Toten mehr an den einzelnen Menschen herankommen und bei ihm das ausarbeiten, was mehr in der Kindheitsperiode, in der Jugendperiode des Daseins veranlagt wird, während dasjenige, was dem Menschen Überschau verschafft in den Reifezeiten des Daseins, in unserer materialistischen Zeit mehr oder weniger getrennt ist von der Tätigkeit der Toten. Unvollendete, Torso bleibende Talente, nicht bloß in der großen Welt, sondern auch im einzelnen, sind heute aus diesem Grunde sehr häufig, weil die Toten mehr an die einzelnen Seelen heran können als an dasjenige, was so in der Menschheitsentwickelung heute sozial lebt. 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