{"corpus":"steiner","locus":"GA 175/1917-04-10/p007","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"I should like to draw your attention today to another important question. The Gospels often speak of the mysteries of the Kingdom of God or the mysteries of the Kingdom of Heaven. In what sense do they speak of mysteries? It is somewhat difficult to grasp this idea. Those who have made a careful study of the Gospels from the occult standpoint are increasingly of the opinion that every sentence in the Gospels is immutable, every detail is of the greatest moment. All criticism is reduced to silence as one penetrates ever more deeply into the Gospels from the standpoint of Spiritual Science. Now before speaking of the mystery of the Kingdom of Heaven I must draw your attention to something that is highly characteristic.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Lecture III","site_heading":"Christ's Cosmic Mission and the Transformation of Faith","site_heading_note":"A heading the site wrote for this unit from a summary of it; not in the edition, and not the words of Rudolf Steiner or of the translator. Cite the unit by its title and locus, never by this heading, and do not quote it.","date":"1917-04-10","location":null,"word_count":125,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/175/1917-04-10/p007","alignment_confidence":"high","alignment_reason":"beads:length","two_voice_volume":false,"translation_credit":{"scope":"unit","status":"established","translator":"A. H. 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Aber derjenige, der sich viel, gerade vom okkultistischen Standpunkte aus, mit den Evangelien befaßt hat, kommt immer mehr und mehr zu der Anschauung: In den Evangelien ist jeder Satz wie von Granit hingebaut, und nicht einmal der Schnörkel eines Satzes ist irgend etwas Gleichgültiges, sondern etwas ungeheuer Wichtiges. Alle Kritik, die man begreifen kann, wenn sie bei einer Anschauung über die Evangelien einsetzt, alle Kritik hört dann auf, wenn man tiefer und immer tiefer gerade vom geisteswissenschaftlichen Erkenntnisstandpunkt in die Evangelien eindringt. 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Es ist merkwürdig, daß man gerade bei solchen Dingen niemals zu einem Verständnis kommen kann, wenn man solch eine Stelle nicht prüft nach dem, was vorhergeht, und auch nach dem, was nachfolgt. Man reißt gerade beim Evangelium gern zu stark die einzelnen Partien heraus, liest immer das oder jenes, aber sie hängen miteinander zusammen. Unmittelbar vorher — Sie werden sich erinnern - steht in den Evangelien jene Stelle, da der Christus eben sich hinbegibt, gerufen zu dem zwölfjährigen Töchterchen des Jairus, wo er berührt wird, sein Mantel berührt wird von dem sogenannten blutflüssigen Weibe, von der Frau, die zwölf Jahre den Blutfluß hatte. Sie berührt sein Kleid. Was geschieht? Sie wird geheilt. Er fühlt, daß eine Kraft von ihm ausströmt. Das Wort fällt wiederum, das man nur versteht, wenn man die vorher eben angeführte Glaubensvorstellung richtig versteht: Dein Vertrauen, dein Glaube hat dich gesund gemacht. — Nun ist tiefsinnig an dieser Stelle des Evangeliums gesagt: Zwölf Jahre hatte sie die Krankheit; und das Töchterchen ist zwölf Jahre alt, lebte zwölf Jahre hier auf der physischen Erde. Was hatte das Töchterchen des Jairus nicht, was fehlte ihr? Sie kann nicht reif werden, sie kann nicht zur Reife gelangen; sie kann . zu dem nicht gelangen, was die Frau zwölf Jahre zu viel hatte. Und indem er die Frau heilt, die zwölf Jahre das zu viel hat, fühlt er die Kraft von sich ausströmen. Die überträgt er nun, indem er hingeht, auf das zwölfjährige Töchterchen, gibt ihr die Möglichkeit, reif zu werden, das heißt, weckt in ihr die Kraft auf, ohne die sie hinwelken müßte, und erweckt sie gewissermaßen dadurch zum Leben. Was liegt da vor? Es liegt nichts Geringeres vor, als daß der Christus mit seiner ganzen substantiellen Wesenheit nicht in sich lebt, sondern in seiner ganzen Umgebung lebt, und die Kräfte von einer Person auf die andere zu übertragen vermag; daß er die Kräfte, in denen er selbstlos nach außen hin lebt, von einer Person auf die andere hinüber verwandelt. Das liegt da vor. Er kann aus sich herausgehen, tätig aus sich herausgehen. 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