{"corpus":"steiner","locus":"GA 176/1917-07-10/p029","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"Thus another chance! But you see, such events are in reality no mere chance. I have chosen a striking example to illustrate the kind of connection one must look for in life. If one is to discover links that are less obvious, one must seek the kind of event in which connections are hidden and which involved the inner life of human beings. Once it has been recognized that there is a deeper aspect of our life of soul which is prophetic, then one can no longer consider such events as mere chance. This aspect comes to expression chiefly in our mental life when tinged with feeling, and when it is somewhat dreamy. In such instances it points to the future to a remarkable degree. All dreams are in fact prophetic; when you dream you always dream the future. But because you cannot formulate mental pictures of future events you clothe the dream in pictures of past ones, and draw them like a veil over the inner experience. There is a deep connection between what we dream of the future and the clothes we put on it when we awake. This is because of karma, and because the future is linked to the past. What we become conscious of, we clothe in pictures from the past, i.e., in images with which we are familiar. Though we are aware of only a fraction of our dreams, we dream the whole time between falling asleep and waking. When someone is in a dreamy state during waking life, it is not without effect on his karma.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Lecture VI","site_heading":"The I Across Incarnations: Thought, Will, and Hidden Connections","site_heading_note":"A heading the site wrote for this unit from a summary of it; not in the edition, and not the words of Rudolf Steiner or of the translator. 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Er, Stepniak, war ganz auseinandergekommen mit den Leuten, mit denen er sonst in der Gesellschaft zusammengewesen war. Eines Tages bekam nach langer Zeit der Bernstein einen Brief, worinnen ihm ein ganz anderer, der nicht zu der Gesellschaft gehörte, schrieb, ob er nicht an einem Abend der nächsten Tage zu ihm kommen möchte; aber er wisse, daß er mit Stepniak nicht gut stünde, daß sie vor längerer Zeit einmal eine Differenz gehabt hätten, und er möge nur kommen, wenn er sich nicht scheute, den Stepniak da zu treffen. Bernstein fand das nicht nur nicht hindernd, sondern er fand es sogar sehr schön, daß er Stepniak treffen könne, und so fanden sie sich dort zusammen. Nun, man könnte ja natürlich zunächst nichts Besonderes darin finden, daß zwei Leute, die sich ganz gern gesehen haben, längere Zeit auseinandergekommen sind, sich nach Jahren wiederfinden, man könnte nichts weiter als einen bloßen Zufall darin finden. Selbstverständlich, das materialistische Denken wird darin einen bloßen Zufall suchen. Nun, so wie der Bernstein die Sache schildert, muß man sagen, daß wirklich das Wiedertreffen an diesem Abend schon zeigt, daß insbesondere dem Stepniak die Sache außerordentlich wichtig war. Die Schilderung der Stimmung ergibt das, daß es Stepniak doch wichtig war, daß er an jenem Abend mit dem Bernstein noch zusammentraf. Sie waren sehr heiter, sehr froh. Und am übernächsten Tage, nachdem Stepniak am vorigen Abend gesagt hatte, nun sei er sehr froh, daß sie sich wiederum gefunden haben, er hoffe vieles mit ihm zusammen zu haben — am übernächsten Tage las der Bernstein in der Zeitung, daß Stepniak tot war. Er ging in einem Buche oder in der Zeitung lesend auf der Straße, ging über eine Eisenbahn, der Zug überfuhr ihn. Es war alles so klar, daß es sich um keinen Selbstmord handeln konnte, und daß man nur an ein Unglück denken konnte. Wiederum ein Zufall. Aber diese Dinge hören auf, sehen Sie, ein bloßer Zufall zu sein. Ich wähle eben ein eklatantes Beispiel, wie man sie im Leben suchen soll, für die nicht ganz offenbaren, die etwas verborgenen Zusammenhänge, in die die Menschen mit ihrem Seelenleben verstrickt sind. Diese Dinge hören auf, ein bloßer Zufall zu sein, wenn man in Erwägung zieht, daß eigentlich unser feineres Seelenleben, das vorzugsweise in Vorstellungen, in etwas gefühlsgefärbten Vorstellungen verläuft, dann, wenn es etwas träumerisch ist, in ganz eminentestem Maße nach der Zukunft hinweist, prophetisch ist. Es ist eigentlich jeder Traum prophetisch. Wenn Sie träumen, träumen Sie eigentlich immer Zukunft, nur können Sie sich über die Zukunft nicht Vorstellungen bilden, und daher tauchen Sie das, was Sie eigentlich über die Zukunft träumen, in die Vorstellungen der Vergangenheit. Die ziehen Sie wie ein Kleid über dasjenige darüber, was eigentlich in Ihrer Seele erlebt wird. Weil das Zukünftige mit dem Vergangenen im Zusammenhang steht, weil da Karma wirkt, ist ein tieferer Zusammenhang zwischen dem, was man für die Zukunft träumt, und dem Kleide, das man anzieht, wenn man sich des Traumes bewußt wird. Das, was man weiß, man kleidet es in Bilder der Vergangenheit, in Bilder, die einem schon bekannt sind. Man träumt ja immer vom Einschlafen bis zum Aufwachen, nur weiß man es nicht; man weiß nur das wenigste. Ist man nun im Leben träumerisch, dann wirkt dieses Träumerische, und wirkt in das Karma hinein. Daher wird derjenige, welcher solch einen geheimnisvollen Zusammenhang, wie ich ihn vorgeführt habe, richtig versteht, ich möchte sagen, Karma mit Händen ergreifen können. Gewiß, wäre der Stepniak nicht dieser gefühlsweiche und zugleich träumerische Mensch gewesen, so würde der Zusammenhang zwischen seinem bewußten Leben und der geheimnisvollen Karmaströmung nicht so stark gewirkt haben, daß noch am allerletzten Abend, sozusagen in den letzten Stunden, diese Wirkung, das Zusammentreffen, das ich Ihnen geschildert habe, herbeigeführt hat. Aber je mehr das abstrakte, das alltägliche Vorstellen heruntergeträumt wird, desto mehr Anziehungskräfte besitzt der Mensch dafür, karmische Zusammenhänge herbeizuführen. Ich hoffe, daß Sie diesen feinen Zusammenhang richtig verstehen. Man kann auch im Leben für Dinge, die einem begegnen, unaufmerksam sein. Wäre man aufmerksam gewesen, so hätte man vielleicht unter dem betreffenden Eindruck diese oder jene Handlung vollzogen. Hier liegt das vor, daß der Betreffende, der mehr träumerisch war, nicht im vollen Bewußtsein, aber in diesem träumerischen Bewußtsein, dazu gebracht wird, die Gelegenheit herbeizuziehen, die ihn, bevor er durch die Pforte des Todes geht, noch einmal mit dem anderen zusammenbringt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":835,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/176/1917-07-10/p023"}],"english":["GA 176/1917-07-10/p027","GA 176/1917-07-10/p028","GA 176/1917-07-10/p029","GA 176/1917-07-10/p030"],"method":"reader","confidence":"high","correspondence":"established","length_check":{"de_words":835,"en_words":795,"ratio":0.95,"partial":false},"pairing_state":"verified","verified":true,"evidence":["reader"],"reader_german":["GA 176/1917-07-10/p023"],"reader_part":true},"witness_completeness":{"ratio":0.92,"band":"comparable","note":null,"word_count":8241,"original_word_count":8922,"may_be_abridged":false},"witness_quality":{"translator":{"scope":"unit","status":"recorded","translator":"Rita Stebbing","identified_edition":"AP1987","book_title":"Aspects of Human Evolution","publisher":"Anthroposophic Press","publisher_inferred":true,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA176/English/AP1987/19170710p01.html","evidence":"lecture_page_line","publisher_note":"The publisher is inferred from the edition code in this lecture's source URL, not stated by the source page. 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