{"corpus":"steiner","locus":"GA 176/1917-07-31/p012","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"Looking closer at the way Spir presented his view of the world one realizes that his 19th-century contemporaries were bound to find it difficult; and it is natural that he was not understood. It could be said that he tried to contract the whole spiritual world into a single point within thinking; draw it together so to speak from a spiritual world otherwise unknown to him. He put the whole emphasis on the fact that, in his experience of thinking, he found proof that the spiritual world exists and that the physical world is semblance. This led him to stress that truth, i.e., reality, could never be found in the external world, for that world is in every aspect untrue and incomplete. According to his own words he was convinced that his discovery was a most significant event in history for it proved once and for all that reality is not to be found in the external world. He met no understanding. He was even driven to the expediency of offering a prize to anyone who could disprove his claim. No one took up the challenge, no one tried to refute him. He suffered all the distress that a thinker can experience from being entirely ignored; killed by silence as the saying goes. He lived for a long time in Tübingen, then in Stuttgart and finally in Lausanne due to lung trouble. He was buried in Geneva in the year 1890. On his grave lies a Bible carved in stone, showing the opening words of St. John's Gospel: “And the Light shineth in the darkness and the darkness comprehended it not,” followed by “Fiat Lux” (Let there be light) which were his last words before he died.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"1. Forgotten Aspects of Cultural Life","site_heading":null,"date":"1917-07-31","location":null,"word_count":287,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/176/1917-07-31/p012","alignment_confidence":"high","alignment_reason":"beads:length+anchor_constrained","two_voice_volume":false,"translation_credit":{"scope":"unit","status":"established","translator":"Rita Stebbing","identified_edition":"AP1985","book_title":"The Karma of Materialism","publisher":"Anthroposophic Press","publisher_inferred":true,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA176/English/AP1985/19170731p01.html","evidence":"lecture_list_row","publisher_note":"The publisher is inferred from the edition code in this lecture's source URL, not stated by the source page. 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Die äußere Welt ist überhaupt unwahr; die äußere Welt ist unvollkommen. — Und in scharfer Weise betonte er das. Er fühlte sich unverstanden, trotzdem er nach seinem eigenen Ausspruch glaubte, daß diese seine Erkenntnis die bedeutendste Tat der Geschichte sei, denn sie zeige ein für allemal, daß in der äußeren Welt keine Wahrheit sein kann. Er fand kein Verständnis. Er griff sogar zu einem Auskunftsmittel: Er schrieb einen Preis aus, man solle ihn widerlegen. Um den Preis hat sich niemand beworben. Man hat nicht versucht, ihn zu widerlegen. Er hat alle Qualen, die der Denker durchleben kann durch das sogenannte Totschweigen, durchlebt. Er wurde, nachdem er lange in Tübingen, dann in Stuttgart gelebt hatte und wegen seiner Lungenkrankheit nach Lausanne verzogen ist, im Jahre 1890 in Genf begraben. Auf seinem Grabe liegt als Grabstein das Evangelium, ein in Stein nachgebildetes Buch, mit den Anfangsworten des Johannes-Evangeliums, das heißt: «Und das Licht schien in die Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht begriffen.» Und dazu die Worte «fiat lux», die seine letzten Worte waren, die er gesprochen hat, bevor er dahingeschieden ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":289,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/176/1917-07-31/p009"},{"locus":"GA 176/1917-07-31/p010","passage_number":10,"text":"Man könnte sagen: Die ganze Philosophie des African Spir ist etwas wie eine Ahnung. Und gerade wenn man sich einem solchen Denker naht, dann fühlt man, wie viele Menschen eigentlich im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts geahnt haben, daß so etwas wie die Geisteswissenschaft kommen müsse, aber durch die mannigfaltigen Verhältnisse des neunzehnten Jahrhunderts verhindert worden sind, selber an diese Geisteswissenschaft heranzukommen. Gerade African Spir ist ein solcher. Sehen Sie, liest man nur die Schriften dieses Denkers und bekümmert man sich nicht um sein Leben, dann steht man eigentlich ein wenig vor einem Rätsel, vor dem Rätsel, das sich auftut, wenn man sich frägt: Ja, wie kommt denn jemand so merkwürdig unbewußt dazu, mit solcher Entschiedenheit die geistige Welt zu betonen aus dem bloßen Denken heraus? Wie kommt denn jemand dazu, sich selber so geistig zu wissen, und sich so in der Wahrheit stehend zu wissen, daß er die äußere Welt einfach als die Unwahrheit definiert? Die Erklärung liegt in seinem Leben, sie liegt einfach darin, daß er 1837 in Rußland geboren ist und eigentlich African Alexandrowitsch heißt, daß er Russe ist, aber ein Russe, der nach Mitteleuropa hereinverpflanzt ist. Ein Russe, der mittel- und westeuropäische Weltanschauungen auf sich hat wirken lassen, und der in seiner Persönlichkeit einen wunderbaren Zusammenklang der russischen Persönlichkeitsnatur mit den west- und mitteleuropäischen Weltanschauungen darstellt. Er lernte eigentlich erst deutsch, als er Mitte der sechziger Jahre nach Leipzig kam, aber er hat dann seine Schriften in deutscher Sprache geschrieben. Und wenn wir daran denken, daß sich das Tableau der Menschheitsentwickelung so darstellt, daß in Westeuropa stufenweise lebt durch die einzelnen Menschen: die Empfindungsseele bei den südromanischen Völkern, die Verstandes- oder Gemütsseele bei den westromanischen Völkern, die Bewußtseinsseele bei den anglo-amerikanischen Völkern, das Ich bei den mitteleuropäischen Völkern, und das Warten auf das Geistselbst, das Geistselbst, möchte ich sagen, im Embryonalzustande, im Keim bei den russischen Völkern, den Osteuropäern, so kann man sagen: African Spir ist herausgeboren aus diesem Wesen, das in sich die Erwartung hat für die Entfaltung des Geistselbst. 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