{"corpus":"steiner","locus":"GA 176/1917-07-31/p013","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"One could say that Spir's whole philosophy was a kind of premonition. In concerning oneself with such thinkers one comes to recognize that there were many who, in the course of the 19th Century, had a premonition that something like spiritual science must come. These thinkers were prevented from reaching spiritual knowledge themselves by the circumstances and conditions prevailing in that century. African Spir was such a thinker. If we read his writings, without concerning ourselves with his life, we are faced with a riddle: How does a man come to recognize the reality of the spiritual world so decisively merely by means of thinking? How does he come to recognize the spiritual within himself with such certainty? How does he come to know that his inner being is so firmly rooted in true reality that it convinces him the external world is unreal? The explanation lies in Spir's life, in the simple fact that he was born in Russia (1837). His real name was African Alexandrovitch. He was a Russian transplanted into Central Europe, a Russian who, being influenced by Central and Western European views of life, represented a wonderful blend of the latter with Russian characteristics. He did not learn German till he came to Leipzig in the mid 1860s but then wrote all his works in that language.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"1. Forgotten Aspects of Cultural Life","site_heading":null,"date":"1917-07-31","location":null,"word_count":221,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/176/1917-07-31/p013","alignment_confidence":"high","alignment_reason":"beads:length+anchor_constrained","two_voice_volume":false,"translation_credit":{"scope":"unit","status":"established","translator":"Rita Stebbing","identified_edition":"AP1985","book_title":"The Karma of Materialism","publisher":"Anthroposophic Press","publisher_inferred":true,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA176/English/AP1985/19170731p01.html","evidence":"lecture_list_row","publisher_note":"The publisher is inferred from the edition code in this lecture's source URL, not stated by the source page. 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Die äußere Welt ist überhaupt unwahr; die äußere Welt ist unvollkommen. — Und in scharfer Weise betonte er das. Er fühlte sich unverstanden, trotzdem er nach seinem eigenen Ausspruch glaubte, daß diese seine Erkenntnis die bedeutendste Tat der Geschichte sei, denn sie zeige ein für allemal, daß in der äußeren Welt keine Wahrheit sein kann. Er fand kein Verständnis. Er griff sogar zu einem Auskunftsmittel: Er schrieb einen Preis aus, man solle ihn widerlegen. Um den Preis hat sich niemand beworben. Man hat nicht versucht, ihn zu widerlegen. Er hat alle Qualen, die der Denker durchleben kann durch das sogenannte Totschweigen, durchlebt. Er wurde, nachdem er lange in Tübingen, dann in Stuttgart gelebt hatte und wegen seiner Lungenkrankheit nach Lausanne verzogen ist, im Jahre 1890 in Genf begraben. Auf seinem Grabe liegt als Grabstein das Evangelium, ein in Stein nachgebildetes Buch, mit den Anfangsworten des Johannes-Evangeliums, das heißt: «Und das Licht schien in die Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht begriffen.» Und dazu die Worte «fiat lux», die seine letzten Worte waren, die er gesprochen hat, bevor er dahingeschieden ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":289,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/176/1917-07-31/p009"},{"locus":"GA 176/1917-07-31/p010","passage_number":10,"text":"Man könnte sagen: Die ganze Philosophie des African Spir ist etwas wie eine Ahnung. Und gerade wenn man sich einem solchen Denker naht, dann fühlt man, wie viele Menschen eigentlich im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts geahnt haben, daß so etwas wie die Geisteswissenschaft kommen müsse, aber durch die mannigfaltigen Verhältnisse des neunzehnten Jahrhunderts verhindert worden sind, selber an diese Geisteswissenschaft heranzukommen. Gerade African Spir ist ein solcher. Sehen Sie, liest man nur die Schriften dieses Denkers und bekümmert man sich nicht um sein Leben, dann steht man eigentlich ein wenig vor einem Rätsel, vor dem Rätsel, das sich auftut, wenn man sich frägt: Ja, wie kommt denn jemand so merkwürdig unbewußt dazu, mit solcher Entschiedenheit die geistige Welt zu betonen aus dem bloßen Denken heraus? Wie kommt denn jemand dazu, sich selber so geistig zu wissen, und sich so in der Wahrheit stehend zu wissen, daß er die äußere Welt einfach als die Unwahrheit definiert? Die Erklärung liegt in seinem Leben, sie liegt einfach darin, daß er 1837 in Rußland geboren ist und eigentlich African Alexandrowitsch heißt, daß er Russe ist, aber ein Russe, der nach Mitteleuropa hereinverpflanzt ist. Ein Russe, der mittel- und westeuropäische Weltanschauungen auf sich hat wirken lassen, und der in seiner Persönlichkeit einen wunderbaren Zusammenklang der russischen Persönlichkeitsnatur mit den west- und mitteleuropäischen Weltanschauungen darstellt. Er lernte eigentlich erst deutsch, als er Mitte der sechziger Jahre nach Leipzig kam, aber er hat dann seine Schriften in deutscher Sprache geschrieben. Und wenn wir daran denken, daß sich das Tableau der Menschheitsentwickelung so darstellt, daß in Westeuropa stufenweise lebt durch die einzelnen Menschen: die Empfindungsseele bei den südromanischen Völkern, die Verstandes- oder Gemütsseele bei den westromanischen Völkern, die Bewußtseinsseele bei den anglo-amerikanischen Völkern, das Ich bei den mitteleuropäischen Völkern, und das Warten auf das Geistselbst, das Geistselbst, möchte ich sagen, im Embryonalzustande, im Keim bei den russischen Völkern, den Osteuropäern, so kann man sagen: African Spir ist herausgeboren aus diesem Wesen, das in sich die Erwartung hat für die Entfaltung des Geistselbst. 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