{"corpus":"steiner","locus":"GA 18/p01c07/p002","lang":"en","edition":"AP1973","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"Schelling was especially gifted for this kind of creation. With him, all spiritual energies tended toward the imagination. His mind was inventive without compare. His imagination did not produce pictures as the artistic imagination does, but rather concepts and ideas. Through this disposition of mind he was well-suited to continue along Fichte's path of thought. Fichte did not have this productive imagination. In his search for truth he had penetrated as far as to the center of man's soul, the “ego.” If this center is to become the nucleus for the world conception, then a thinker who holds this view must also be capable of arriving at thoughts whose content are saturated with world and life as he proceeds from the “ego” as a vantage point. This can only be done by means of the power of imagination, and this power was not at Fichte's disposal. For this reason, he was really limited in his philosophical position all his life to directing attention to the “ego” and to pointing out that it has to gain a content in thoughts. He, himself, had been unable to supply it with such a content, which can be learned clearly from the lectures he gave in 1813 at the University of Berlin on the *Doctrine of Science* (Posthumous Works, Vol. 1). For those who want to arrive at a world conception, he there demands “a completely new inner sense organ, which for the ordinary man does not exist at all.” But Fichte does not go beyond this postulate. He fails to develop what such an organ is to perceive. Schelling saw the result of this higher sense in the thoughts that his imagination produced in his soul, and he calls this “intellectual imagination” *(intellectuelle Anschauung).* For him, then, who saw a *product* created by the spirit in the spirit's statement about nature, the following question became urgent. How can what springs from the spirit be the pattern of the law that rules in the real world, holding sway in real nature? With sharp words Schelling turns against those who believe that we “merely *project* our ideas into nature,” because “they have no inkling of what nature is and must be for us. . . . For we are not satisfied to have nature accidentally (through the intermediary function of a third element, for instance) correspond to the laws of our spirit. We insist that nature itself necessarily and fundamentally should not only express, but realize, the laws of our spirit and that it should only then be, and be called, nature if it did just this. . . . *Nature is to be the visible spirit: spirit the invisible nature.* At this point then, at the point of the absolute identity of the spirit *in* us and of nature *outside* us, the problem must be solved as to how a nature outside ourselves should be possible.”","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"VII. The Classics of World and Life Conception","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":482,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/18/p01c07/p002","alignment_confidence":"low","alignment_reason":"count_diverges","two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["AP1973"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/18/l07/p002","locus":"GA 18/l07/p002","anchor_mapped":true,"anchor_method":"part_chapter","anchor_confidence":"high"},{"lang":"en","edition":"AP1973","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/18/p01c07/p002","paragraph_aligned":true}],"german_anchor":{"de_prefix":"l07","de_passages":[{"locus":"GA 18/l07/p002","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/18/l07/p002"}],"bead_confidence":"high","pairing_state":"verified","verified":true,"evidence":["reader"],"reader_german":["GA 18/l07/p002"],"reader_part":true,"length_check":{"de_words":945,"en_words":1051,"ratio":1.11,"partial":false},"correspondence":"established","note":"English passage numbering is edition-relative, so the same number need not name the same paragraph in the German. 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Das kann nur mit Hilfe der Einbildungskraft geschehen. Sie stand Fichte nicht zu Gebote. Deshalb blieb er im Grunde sein ganzes Leben lang dabei stehen, auf das Ich hinzudeuten und zu sagen, wie es einen Inhalt an Gedanken gewinnen müsse; aber er wußte ihm selbst keinen solchen zu geben. Wir ersehen dies klar aus den Vorlesungen, die er 1813 an der Berliner Universität über «Wissenschaftslehre» gehalten hat. (Nachgelassene Werke, 1. Band.) Er fordert da für denjenigen, der zu einer Weltanschauung kommen will, «ein ganz neues inneres Sinneswerkzeug, durch welches eine neue Welt gegeben wird, die für den gewöhnlichen Menschen gar nicht vorhanden ist». Aber Fichte kommt nicht über diese Forderung eines neuen Sinnes hinaus. Was ein solcher Sinn wahrnehmen soll, das entwickelt er nicht. Schelling sieht in den Gedanken, die ihm seine Phantasie vor die Seele stellt, die Ergebnisse dieses höheren Sinnes, den er intellektuelle Anschauung nennt. Ihn, der also in dem, was der Geist über die Natur aussagt, ein Erzeugnis sieht, das der Geist *schafft,* mußte vor allen Dingen die Frage interessieren: Wie kann das, was aus dem Geiste stammt, doch die wirkliche, in der Natur waltende Gesetzmäßigkeit sein? Er wendet sich mit scharfen Ausdrücken gegen diejenigen, welche glauben, daß wir unsere Ideen «auf die Natur nur übertragen», denn «sie haben keine Ahnung davon, was uns die Natur ist und sein soll, ... denn wir wollen nicht, daß die Natur mit den Gesetzen unseres Geistes zufällig (etwa durch Vermittelung eines Dritten) zusammentreffe, sondern, daß sie selbst notwendig und ursprünglich die Gesetze unseres Geistes nicht nur ausdrücke, sondern selbst realisiere und daß sie nur insofern Natur sei und Natur heiße, als sie dies täte. ... Die Natur soll der sichtbare Geist, der Geist die unsichtbare Natur sein. Hier also, in der absoluten Identität des Geistes in uns und der Natur außer uns, muß sich das Problem, wie eine Natur außer uns möglich sei, auflösen.» Natur und Geist sind also überhaupt nicht zwei verschiedene Wesenheiten, sondern eine und dieselbe Wesenheit in zwei verschiedenen Formen. Die eigentliche Meinung Schellings über diese Einheit von Natur und Geist ist selten richtig erfaßt worden. Man muß sich ganz in seine Vorstellungsart versetzen, wenn man darunter nicht eine Trivialität oder eine Absurdität verstehen will. Hier soll, um diese Vorstellungsart zu verdeutlichen, auf einen Satz in seinem Buche «Von der Weltseele» hingewiesen werden, in dem er sich über die Natur der Schwerkraft ausspricht. Viele sehen eine Schwierigkeit in diesem Begriffe, weil er eine sogenannte «Wirkung in der Ferne» voraussetzt. Die Sonne wirkt anziehend auf die Erde, trotzdem nichts zwischen Sonne und Erde ist, was diese Anziehung vermittelt. Man muß sich denken, daß die Sonne durch den Raum hindurch ihre Wirkungssphäre auf Orte ausdehnt, an denen sie nicht ist. Diejenigen, die in grobsinnlichen Vorstellungen leben, sehen in einem solchen Gedanken eine Schwierigkeit. Wie kann ein Körper *da wirken, wo er nicht ist?* Schelling kehrt den ganzen Gedankenprozeß um. Er sagt: «Es ist sehr wahr, daß ein Körper nur *da wirkt,* wo er ist, aber es ist ebenso wahr, daß er nur da ist, wo er *wirkt.»* Wenn wir die Sonne durch die Anziehungskraft auf unsere Erde wirken sehen, so folgt daraus, daß sie sich in ihrem Sein bis auf unsere Erde erstreckt und daß wir kein Recht haben, ihr Dasein nur an den Ort zu versetzen, an dem sie durch ihre Sichtbarkeit wirkt. Die Sonne geht mit ihrem Sein über die Grenzen hinaus, innerhalb deren sie sichtbar ist; nur einen Teil ihres Wesens sieht man; der andere gibt sich durch die Anziehung zu erkennen. So ungefähr müssen wir uns auch das Verhältnis des Geistes zur Natur denken. Der Geist ist nicht nur da, wo er wahrgenommen wird, sondern auch da, wo er wahrnimmt. Sein Wesen erstreckt sich bis an die fernsten Orte, an denen er noch Gegenstände beobachten kann. Er umspannt und durchdringt die ganze ihm bekannte Natur. Wenn er das Gesetz eines äußeren Vorganges denkt, so bleibt dieser Vorgang nicht außen liegen, und der Geist nimmt bloß ein Spiegelbild auf, sondern dieser strömt sein Wesen in den Vorgang hinein; er durchdringt den Vorgang, und wenn er dann das Gesetz desselben findet, so spricht nicht er es in seinem abgesonderten Gehirnwinkel aus, sondern das Gesetz spricht sich selbst aus. Der Geist ist dorthin gegangen, wo das Gesetz wirkt. Hätte er es nicht beachtet, so hätte es auch gewirkt; aber es wäre nicht ausgesprochen worden. da der Geist in den Vorgang gleichsam hineinkriecht, so ward das Gesetz auch noch außerdem, daß es wirkt, als Idee, als Begriff ausgesprochen. Nur wenn der Geist auf die Natur keine Rücksicht nimmt und sich selbst anschaut, dann kommt es ihm vor, als wenn er abgesondert von der Natur wäre, wie es dem Auge vorkommt, daß die Sonne innerhalb eines gewissen Raumes eingeschlossen sei, wenn davon abgesehen wird, daß sie auch da ist, wo sie durch Anziehung wirkt. Lasse ich also in meinem Geiste die Ideen entstehen, die Naturgesetze ausdrücken, so ist ebenso wahr, wie die eine Behauptung: daß ich die Natur schaffe, die andere: daß sich in mir die *Natur selbst schafft.*","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":945,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/18/l07/p002"}],"english":["GA 18/p01c07/p002","GA 18/p01c07/p003"],"method":"reader","confidence":"high","correspondence":"established","length_check":{"de_words":945,"en_words":1051,"ratio":1.11,"partial":false},"pairing_state":"verified","verified":true,"evidence":["reader"],"reader_german":["GA 18/l07/p002"],"reader_part":true},"witness_completeness":{"ratio":null,"band":"no_original","note":null,"word_count":12877,"original_word_count":null,"may_be_abridged":false},"witness_quality":{"translator":{"status":"unknown","warning":"No translator is recorded for this edition. 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