{"corpus":"steiner","locus":"GA 191/1919-10-12/p016","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"One cannot, for instance, properly understand that great philosopher, Aristotle, unless one knows that Aristotle, in calling the highest part of the human soul “ *Diagnosticon*,” was clearly conscious that this, the highest part of the human soul, which is an intellectual part, has been rained down from the worlds of soul and spirit. Aristotle knew that quite well; indeed, everybody, even down into the early times of Christianity, knew this quite well. This consciousness, that the human intelligence is of a divine spiritual origin, this consciousness was not lost until the 4th century after Christ. It was in the 4th century after Christ that men first really ceased to believe that the power of thought they bear within them comes from above, and is rained down upon them at their birth out of the worlds of soul and spirit. It was a great change, that, in men's souls. If we look back at the first, second and third Christian centuries, we find the men of that time able to say to themselves: Of course, I was born of father and mother, but I know,—not merely, I have puzzled it out, but I *know*, just as I know that my eye sees the light, so I know that my intelligence comes from the gods. It was an immediate consciousness that people then possessed, just like the consciousness aroused by a direct perception.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"III. Fundamental Impulses in History","site_heading":null,"date":"1919-10-12","location":null,"word_count":232,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/191/1919-10-12/p016","alignment_confidence":"medium","alignment_reason":"beads:length","two_voice_volume":false,"translation_credit":{"scope":"unit","status":"not_established","translator":null,"identified_edition":"LA1963","book_title":"Cosmogony, Freedom, Altruism","publisher":null,"publisher_inferred":false,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA191/English/LA1963/19191012p01.html","evidence":null,"reason":"no_translator_named","note":"Neither the lecture's own page nor rsarchive's lecture list names a translator for it. No translator is established for this lecture: nothing at the level of the lecture names one. Do not attribute this English to a translator, and do not borrow a credit from another lecture of the volume. 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Im 4. nachchristlichen Jahrhundert fingen die Menschen eigentlich erst an, nicht mehr zu glauben, daß das, was sie als Gedankenkraft in sich haben, von oben, aus den geistig-seelischen Welten bei ihrer Geburt auf sie herunterträufelt. Im Inneren der Seele der Menschen war da ein großer Umschwung. Wenn wir in das 1., 2., 3. christliche Jahrhundert zurücksehen, so finden wir durchaus die Menschen so, daß sie sich sagten: Gewiß, ich bin von Vater und Mutter geboren, aber so, wie ich weiß und es nicht bloß ergrübelt habe, daß mein Auge ein Licht sieht, so weiß ich, daß meine Intelligenz von den Göttern kommt. — Das war ein unmittelbares Bewußtsein, das die Menschen hatten, wie das Bewußtsein, das von einer Wahrnehmung herrührt. Erst seit dem 4. Jahrhundert hatte man immer mehr und mehr das Gefühl: Da oben, in diesem knöchernen Hohlraum - denn ein Hohlraum ist es ja, wie ich Ihnen in verschiedenen Betrachtungen auseinandergesetzt habe -, da sind die Organe für die Intelligenz, und diese Intelligenz hat etwas zu tun mit der Vererbung, mit der Blutsverwandtschaft. Nur in diesem Zeitalter, in dem dieser Übergang sich vollzog von dem Glauben an die Göttlichkeit der Intelligenz zu der Vererbung der Intelligenz auf physischem Wege, konnte sich das vollziehen, was man nennen möchte Intellektualisierung des religiösen Impulses durch die Priesterherrschaft. Und als die Intellektualisierung schr weit fortgeschritten war und man über die Intelligenz nur die Anschauung hatte, daß sie an der menschlichen Leiblichkeit haftet, da war es auch aus mit der Priesterherrschaft. Die Priesterherrschaft konnte nur so lange bestehen, als man die alten Traditionen von der Göttlichkeit der Intelligenz dem Menschen klarmachen konnte. Der ökonomische Typus Mensch kam in dem weltgeschichtlichen Augenblicke herauf, als der Glaube geschwunden war an die Göttlichkeit der Intelligenz, als der Mensch immer mehr und mehr gefühlsmäßig überging zu dem Glauben, der physische Mensch sei im wesentlichen der Träger, das Organ für die Gedankenentwickelung.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":393,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/191/1919-10-12/p016"},{"locus":"GA 191/1919-10-12/p017","passage_number":17,"text":"Man muß nur wissen, wie die Priesterherrschaft immer kämpfte, ja bis heute noch kämpft. Wer zum Beispiel die katholisch-theologische Literatur kennt, der weiß, wie die Priesterherrschaft heute immer noch mit allen möglichen philosophischen Beweggründen kämpft dafür, daß die Intelligenz, die im Menschen sitzt, etwas ist, was hinzukommt zum Menschen. Lesen Sie etwas Beliebiges, was Sie gerade auffangen können aus der katholisch-theologischen Literatur, so werden Sie finden, wie das ja nicht mehr geleugnet wird, was für den gegenwärtigen Menschen sich gar nicht mehr wird verleugnen lassen: daß die übrigen Verrichtungen an dem menschlichen Leiblichen haften. Man will aber retten dasjenige, was die Intelligenz ist, als etwas Göttlich-Geistiges, das nichts zu tun hat mit dem Menschlich-Leiblichen. Für das allgemeine Menschheitsbewußtsein ist es aber nicht so. Für das allgemeine Menschheitsbewußtsein ist es so, daß immer mehr und mehr das Gefühl, die Empfindung entstanden ist: Der Leib ist dasjenige, was einen auch befähigt zu denken, was die Grundlage ist auch der Intelligenz. Und so ist immer mehr und mehr der Mensch zu dem Bewußtsein gekommen, daß er eigentlich nur ein physisches Wesen sei. Und nur unter dem Einfluß einer solchen Geistigkeit, die davon ausgeht, daß man nur ein physisches Wesen sei, konnte der ökonomische Typus Mensch an die Oberfläche dringen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":206,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/191/1919-10-12/p017"}],"english":["GA 191/1919-10-12/p016","GA 191/1919-10-12/p017"],"method":"length","confidence":"medium","correspondence":"established","length_check":{"de_words":599,"en_words":708,"ratio":1.18,"partial":false},"pairing_state":"proposed","verified":false},"witness_completeness":{"ratio":1.17,"band":"comparable","note":null,"word_count":8353,"original_word_count":7159,"may_be_abridged":false},"witness_quality":{"translator":{"scope":"unit","status":"not_established","translator":null,"identified_edition":"LA1963","book_title":"Cosmogony, Freedom, Altruism","publisher":null,"publisher_inferred":false,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA191/English/LA1963/19191012p01.html","evidence":null,"reason":"no_translator_named","note":"Neither the lecture's own page nor rsarchive's lecture list names a translator for it. 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