{"corpus":"steiner","locus":"GA 20/l03/p019","lang":"en","edition":"MP1990","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"From this point of view Planck sought in thinking to grasp what lives in natural phenomena and in human existence in historical, artistic, and judicial life. In a brilliant book, he wrote on the *Truth and Banality of Darwinism*. He calls this work a “monument to the history of modern (1872) German science.” There are people who experience a personality like Planck as hovering in unworldly conceptual heights and lacking a sense for practical life. Practical life requires people who develop healthy judgment based on “real” life, as they call it. Now, with respect to this way of experiencing Planck, one can also hold the opinion: Many things would be different in real life if this easy-going view of life and of living life were less widespread in reality, and if on the other hand the opinion could grow somewhat that thinkers like Planck—because they acquire for themselves an attitude of soul through which they unite themselves with true reality—also have a truer judgment about the relationships of life than the people who call them “dreamers in concepts” ( *Begriffsschwärmer*) and impractical philosophers. The opinion is also possible that those dullards who are averse to such supposed “dreaming in concepts” and who think themselves so very practical in life are losing their sense for the true relationships of life, whereas the impractical philosophers are developing it to the point that it can lead them right to their goal. One can arrive at such an opinion when one considers Planck and sees in him, combined with the acme of philosophical development of ideas, a far-sighted accurate judgment about the needs of a genuine conduct of life and about the events of outer life. Even if one holds a different view about much of what Planck has developed in the way of ideas about shaping outer life—which is also the case with the present writer,—still one can acknowledge that his views can provide, precisely in this area, a *sound starting point in life* for solving practical problems; even if in proceeding from there one arrives at something entirely different from one's starting point. And one should assert: People who are “dreamers in concepts” in this way and who, precisely because of this, can see what powers are at work in real life are more competent to meet the needs of this real life than many a person who believes himself to be imbued with practical skill precisely through the fact that, in his view, he has not let contact with any world of ideas “make him stupid.” (In his book, *Nineteenth Century Views of the World and of Life*, published in 1900, the present author has written about Karl Christian Planck's place in the evolution of modern world views. This book was published in a new edition in 1914 under the title *Riddles of Philosophy*.)","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"A Forgotten Stream in German Spiritual Life","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":473,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/20/l03/p019","alignment_confidence":"high","alignment_reason":"beads:length","two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["MP1990"]},"available_versions":[{"lang":"en","edition":"MP1990","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/20/l03/p019","paragraph_aligned":true}],"german_anchor":{"de_prefix":"l03","de_passages":[{"locus":"GA 20/l03/p013","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/20/l03/p013"}],"bead_confidence":"high","pairing_state":"proposed","verified":false,"length_check":{"de_words":1064,"en_words":1199,"ratio":1.13,"partial":false},"correspondence":"established","note":"English passage numbering is edition-relative, so the same number need not name the same paragraph in the German. The German original passage(s) above are the edition-invariant anchor — fetch them (lang='de') to verify wording before quoting across editions."},"paired_german":{"status":"paired","german":[{"locus":"GA 20/l03/p013","passage_number":13,"text":"Von diesem Gesichtspunkte aus hat Planck denkend zu begreifen gesucht, was in den Naturerscheinungen, was im Menschendasein lebt, im geschichtlichen, im künstlerischen, im Rechtsleben. Er hat in einem geistvollen Buche über die «Wahrheit und Flachheit des Darwinismus» geschrieben. Dieses Werk nennt er einen «Denkstein zur Geschichte heutiger (1872) deutscher Wissenschaft». Es gibt Menschen, die einer Persönlichkeit wie Planck gegenüber die Empfindung haben, eine solche schwebe in weltfremden Begriffshöhen und habe keinen Sinn für das praktische Leben. Dieses erfordere Menschen, die sich am «wirklichen» Leben - wie man es nennt - ihr gesundes Urteil bilden. Nun, man kann solcher Empfindung gegenüber auch die Meinung haben: vieles stünde anders im wirklichen Leben, wenn diese behäbige Ansicht vom Leben und der Lebenspraxis in der Wirklichkeit sich weniger breit machte. Wenn dagegen die Meinung sich etwas mehr verbreiten könnte, daß Denker wie Planck, weil sie sich eine Seelenverfassung erwerben, durch die sie mit der wahren Wirklichkeit sich verbinden, auch über die Verhältnisse des Lebens ein wahreres Urteil haben als diejenigen, welche sie Begriffsschwärmer und unpraktische Philosophen nennen. Die Meinung ist auch möglich, daß die solcher angeblichen «Begriffsschwärmerei» abholden, sich so recht lebenspraktisch dünkenden Stumpflinge die Witterung für die wahren Verhältnisse des Lebens verlieren, während sie bei den unpraktischen Philosophen gerade zur Treffsicherheit herangezogen wird. Man kann zu einer solchen Meinung kommen, wenn man Planck betrachtet und bei ihm mit der Höhe philosophischer Ideenbildung verbunden sieht ein weitschauendes, treffendes Urteil für die Bedürfnisse echter Lebenspraxis und für die Geschehnisse des äußeren Lebens. Auch wenn man über manches, was Planck an Ideen über äußere Lebensgestaltung entwickelt hat, anderer Ansicht ist als er - was auch bei dem Verfasser dieser Schrift zutrifft -, so kann man doch zugestehen, daß seine Anschauungen gerade auf diesem Gebiete einen *lebenstüchtigen Ausgangspunkt* für praktische Fragen abgeben können, von dem weitergeschritten werden kann; selbst wenn das Weiterschreiten zu ganz anderem führt, als wovon ausgegangen wird. Und man sollte meinen: Menschen, die in solcher Art «Begriffsschwärmer» sind und eben dadurch durchschauen, welche Kräfte in dem wirklichen Leben tätig sind, taugten für die Bedürfnisse dieses wirklichen Lebens doch besser als mancher, der sich mit Lebenspraxis gerade deshalb gesättigt glaubt, weil er, nach seiner Ansicht, sich durch die Berührung mit irgend einer Ideenwelt nicht hat «dumm machen lassen».—(Über die Stellung Karl Christian Plancks in der Weltanschauungsentwickelung der neueren Zeit hat sich der Verfasser dieser Schrift in seinem 1900 erschienenen Buche «Welt- und Lebensanschauungen im neunzehnten Jahrhundert» ausgesprochen, das unter dem Titel «Die Rätsel der Philosophie» 1914 in neuer Auflage erschienen ist.) Es könnte jemand meinen, es sei ungerechtfertigt, Plancks Gedanken als bedeutsam anzusehen für die Triebkräfte der deutschen Volkheit, da diese Gedanken doch wenig Verbreitung gefunden haben. Eine solche Meinung verkennt, worauf es ankommt, wenn von Wirkung der Volkswesenheit in den Anschauungen der Denker eines Volkes die Rede ist. Was da wirkt, sind die unpersönlichen (oft unterbewußten) Kräfte der Volkheit, die in den Betätigungen des Volkes auf den mannigfaltigsten Gebieten des Daseins leben und die auch in einem solchen Denker die Ideen gestalten. Diese Kräfte waren *vor* seinem Auftreten da, sind *nach* demselben wirksam; sie *leben*, auch wenn nicht von ihnen gesprochen wird; sie leben auch, wenn sie verkannt werden. Und es kann sein, daß sie in einem solchen volksbodenständigen Denker in besonders starker Art wirken, von dem nicht gesprochen wird, weil bis in die Meinungen, die man sich *über* ihn bildet, weniger hineinstrahlt, was solche Kräfte bergen, als in *seine* Gedanken. Ein solcher Denker kann oftmals einsam stehen nicht nur während seines Lebens, und auch seine Gedanken können einsam stehen in den Meinungen der Nachwelt. Hat man aber die Eigenart seiner Gedanken erfaßt, dann hat man einen Wesenszug der Volksseele erkannt, einen Zug, der in ihm Gedanke geworden ist, und der unverwüstlich bleibt in der Volkheit; bereit in immer neuen Trieben sich zu offenbaren. Unabhängig von der Frage: was ihm gegönnt war, zu wirken, ist die andere: was in ihm gewirkt hat? Und was immer wieder zu gleich gerichteten Leistungen führen wird? Das «Testament eines Deutschen» von Karl Christian Planck ist 1912 in zweiter Auflage neu herausgegeben worden. Es ist schade, daß manches schreibselige Philosophengemüt damals mehr Begeisterung aufbrachte für die leichtgewobenen und für anspruchslose Seelen deshalb auch leichter verständlichen Weltanschauungsgedanken *Henri Bergsons* als für die streng gefügten, weitausgreifenden Ideen Plancks. Was ist doch alles geschrieben worden über die «Neugestaltung» der Weltanschauung durch Bergson, namentlich von solchen, die die Neuheit einer Weltanschauung so leicht entdecken, weil ihnen das Verständnis, manchmal sogar die Kenntnis dessen fehlt, was längst dagewesen ist. Bezüglich der «Neuheit» einer der Hauptideen Bergsons hat der Verfasser dieser Schrift ebenfalls in seinem Buche «Rätsel der Philosophie» auf den folgenden wichtigen Tatbestand hingewiesen. (Nebenbei nur sei bemerkt, daß dieser Hinweis vor dem gegenwärtigen Kriege geschrieben ist. Vergleiche das Vorwort des zweiten Bandes des genannten Buches.)—Bergson wird durch seine Gedanken zu einem Umgestalten der verbreiteten Entwickelungsidee für organische Wesen geführt. Er setzt nicht an den Anfang dieser Entwickelung das einfachste Lebewesen, um dann durch äußerliche Kräfte aus diesem die komplizierteren bis herauf zum Menschen hervorgehend zu denken, sondern er stellt sich vor, daß im Ausgangspunkte der Entwickelung ein Wesen stehe, das in irgend einer Form den Antrieb schon enthält, Mensch zu werden. Es kann aber diesen Antrieb nur dadurch zur Verwirklichung bringen, daß es andere Antriebe, die auch in ihm liegen, zuerst aus sich abscheidet. Es gewinnt in der Abscheidung der niederen Lebenswesen die Kraft zur Verwirklichung der höheren. So ist der Mensch seiner Wesenheit nach nicht das zuletzt Entstandene, sondern das zuerst, vor allem anderen Wirksame. Er scheidet aus seinen Bildekräften zuerst die anderen Wesen ab, um in dieser Vorarbeit die Kraft zu seinem Hervortreten in die äußere sinnliche Wirklichkeit zu gewinnen. Selbstverständlich wird da mancher einwenden: nun, daß in der Entwickelung der Lebewesen ein innerer Entwickelungstrieb wirkt, haben doch schon Viele gedacht. Und man wird anführen können den längst vorhandenen Gedanken der Zielstrebigkeit; oder Anschauungen, die Naturforscher wie Nägeli und andere gehabt haben. Solche Einwände treffen aber in einem Falle, wie der hier in Frage kommende ist, nicht das Ziel. Denn bei dem Bergsonschen Gedanken handelt es sich nicht darum, von einer allgemeinen Idee einer inneren Entwickelungskraft auszugehen, sondern von einer bestimmten Vorstellung von dem, was der Mensch in seinem vollen Umfange ist; und aus dieser Vorstellung zu ersehen, daß dieser übersinnlich gedachte Mensch in sich die Antriebe hat, die anderen Naturwesen zuerst in die sinnliche Wirklichkeit zu setzen und dann auch sich in diese hineinzustellen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":1064,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/20/l03/p013"}],"english":["GA 20/l03/p019","GA 20/l03/p020","GA 20/l03/p021"],"method":"length","confidence":"high","correspondence":"established","length_check":{"de_words":1064,"en_words":1199,"ratio":1.13,"partial":false},"pairing_state":"proposed","verified":false},"witness_completeness":{"ratio":1.16,"band":"comparable","note":null,"word_count":8529,"original_word_count":7362,"may_be_abridged":false},"witness_quality":{"translator":{"status":"unknown","warning":"No translator is recorded for this edition. 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Read the German passages listed and confirm they are counterparts BEFORE drawing any conclusion about the translation."},"note":"quote_safe certifies the bytes of this text. This block is about the translation as a WITNESS: who made it, and whether it carries the same names as the original. See witness_completeness for how much of the original this witness holds."}}