{"corpus":"steiner","locus":"GA 202/1920-12-11/p014","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"So a person develops into a physical being; but this physical being is only the outer form of the spiritual. Observe how the child has, I would like to call it undifferentiated traits which develop more and more into the human form. We do the right thing when we look back from the child to what happened prenatally, what was happening for its arrival, and what still works and now expresses itself. That in which we observe in the child from day to day, from week to week, year to year, we see as an influence of the past, in the experiences of the soul spiritual being before his birth or before his conception. We only do the right thing when we observe the child to say: Here is the childlike organisation. We observe how the child develops certain qualities. These we don't search for in his inner being as it rays out to a certain extent, but to an earlier time when he or she was allowing the rays to work inwardly. Our reluctance to do this is the biggest disaster of our modern mindset. To take time in search of that which has gone before and how it works in our present thoughts, that is what it all comes down to. 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In dem, was wir am Kinde beobachten von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Jahr zu Jahr, sehen wir das Hereinwirken eines Vergangenen, das der Mensch geistig-seelisch durchgemacht hat vor seiner Geburt oder vor seiner Empfängnis. Wir tun nur recht, wenn wir das Kind so betrachten, daß wir sagen: Da ist die kindliche Organisation. Wir sehen, wie das Kind gewisse Eigenschaften entwickelt. Die suchen wir nicht in seinem Inneren, wo sie gewissermaßen herausstrahlen, sondern die suchen wir in seiner Vorzeit, von der noch die Strahlen hereinwirken. — Daß man das nicht will, das ist das große Unglück der modernen Weltanschauung. Die Zeit zu Hilfe nehmen, dasjenige, was vergangen ist, noch wirksam zu denken in seinem Gegenwärtigen, das ist es, worauf es ankommt. Und indem wir dann das Leben weiterentwickeln in der Zeit (blau, rechts), wandeln wir wiederum zurück, was leiblich-physisch ist, und wir kommen allmählich dazu, wiederum umzuwandeln das Leiblich-Physische in das Geistig-Seelische (rot, rechts). Indem wir physische Menschen geworden sind, hat sich in der Tat das Geistig-Seelische in das Physisch-Leibliche verwandelt, und wir verwandeln das Physisch-Leibliche wiederum in das Geistig-Seelische zurück. Sie werden sagen: Ja, da liegt aber doch eine Schwierigkeit vor! — Man würde schon verstehen, wie sich das Physisch-Leibliche wiederum zurückverwandelt in das Geistig-Seelische, wenn das so allmählich geschähe, wenn man sehen würde, daß der Mensch, sagen wir, vielleicht mit seinem fünfunddreißigsten Jahre ganz physisch geworden ist, dann aber anfangen würde, nach und nach wiederum geistig zu werden, und wenn er am Ende seines Lebens eben schon so geistig geworden wäre, daß der Tod nur ein allmählicher Übergang in das Geistig-Seelische wäre. Innerlich ist das auch der Fall, nur äußerlich nicht — der Schein trügt dabei. Es ist so, daß wir eigentlich in der absteigenden Lebenshälfte - die etwas älteren Leute, die hier sitzen, mögen mir diese Wahrheit nicht gar zu übel anrechnen -, indem wir älter werden, schon unseren Leib als etwas mitschleppen, was nicht mehr ganz zu uns gehört. Wir werden langsam Leichnam, und der Tod besteht eigentlich nur darin, daß uns dieser Leichnam zu schwer wird, daß die Schwerkraft zu stark wird, wenn wir mit unserer Seele am Morgen beim Aufwachen immer wiederum in diesen Leib zurückkommen. 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