{"corpus":"steiner","locus":"GA 231/1923-11-15/p029","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"One can have the most unbelievable experiences in this regard. Therefore he who wants to acquire a sense of reality must first train himself to live fully also in the outer sense reality, so that that which he passes by stands before him as it is out there in the real world. Truly, the investigator of spirit does not become a man of phantasy; he must acquire a sense of reality to the point that it cannot happen to him that he doesn't know in the afternoon what dress the lady was wearing to whom he was speaking in the morning. He must really be able to live with a sense of reality already in the sense world.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Anthroposophy as a Demand of the Times","site_heading":null,"date":"1923-11-15","location":null,"word_count":118,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/231/1923-11-15/p029","alignment_confidence":"low","alignment_reason":"count_diverges","two_voice_volume":false,"translation_credit":{"scope":"unit","status":"established","translator":"Luise Boeddinghaus","identified_edition":"Singles","book_title":"Anthroposophy as a Demand of the Times","publisher":null,"publisher_inferred":false,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA231/English/Singles/19231115p01.html","evidence":"lecture_page_line"},"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/231/1923-11-15/p029"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/231/1923-11-15/p029","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. 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Do not treat the English as carrying their content: read the German passages directly, and if you need to quote, quote the German. Absence of a phrase from the English here is NOT evidence it is absent from Steiner."},"paired_german":{"status":"paired","german":[{"locus":"GA 231/1923-11-15/p022","passage_number":22,"text":"Aber man kommt damit nur bis zum Erleben des eigenen geistigen Daseins des Menschen im Erdendasein. Will man weiterkommen, so muß man noch andere Fähigkeiten in der Seele entwickeln. — Das Genauere darüber können Sie in den schon angeführten Büchern nachlesen, denn das Genauere ist nur durch das Üben vieler Einzelheiten zu erreichen. Hier soll nur das Prinzipielle erörtert werden. — Denken Sie sich, Sie erinnern sich an einen Zeitpunkt des Tages bis zum Morgen, wo Sie aufstanden, ja aufgewacht sind. Wenn Sie sich Mühe geben, kann der Tagesverlauf bis zu diesem Zeitpunkte vor Ihrer Seele stehen. Wenn Sie nun nicht in der Weise den Tagesverlauf sich vor die Seele stellen, daß Sie beim Morgen anfangen, dann zu den Erlebnissen des Vormittags und so weiter gehen, sondern wenn Sie den Tagesverlauf in rückwärtigem Ablauf vor die Seele stellen, so daß Sie bei dem bestimmten Zeitpunkte anfangen und ihn nun weiter rückwärts verfolgen, dann können Sie auch sagen, Sie kommen dann bis zu der Nacht, wo Sie geschlafen haben. Aber da stückeln Sie dann nichts an, da bleibt etwas unausgefüllt, und was sich dann an die rückwärts vorgestellten Ereignisse wieder anschließt, ist das letzte Erlebnis vor dem Einschlafen, und dann können Sie wieder den Tagesverlauf des vorigen Tages sich vor die Seele rücken. Kurz, wenn der Mensch in dieser Weise im gewöhnlichen Leben erinnert, so bleiben immer Abgründe zwischen dem bewußten Erleben - die Abgründe, die wir im bewußtlosen Zustande während des Schlafens durchgemacht haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":244,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/231/1923-11-15/p022"},{"locus":"GA 231/1923-11-15/p023","passage_number":23,"text":"Um nun weiterzukommen mit den Übungen, die sich an dieses Rückwärts-Erleben anknüpfen können, handelt es sich darum, daß man einen recht starken Wirklichkeitssinn sich aneignet. Ein solcher Wirklichkeitssinn ist zunächst nicht das, was die Menschen der Gegenwart stark auszeichnet. Es ist sogar etwas, was nicht ganz leicht zu erringen ist, denn mit Bezug auf das Erinnern bleiben die Menschen zumeist bei dem stehen, was im engsten Sinne irgendwie an ihrer Persönlichkeit haftet. Sie ziehen in ihren Gedanken nicht so stark die Fäden nach der Außenwelt, daß sich diese Fäden nach der Außenwelt mit ihren Erinnerungen verknüpfen. Der Mensch hat zumeist überhaupt nicht die Neigung, mit seinen Erinnerungen in der Außenwelt zu leben, real in der Außenwelt zu leben. Wie sehr das der Fall ist, davon kann man sich im alltäglichen Leben überzeugen. Ich habe schon Menschen kennengelernt, die zum Beispiel am Vormittag eines Tages eine Dame gesehen haben, die sie sehr interessiert hat, und wenn man sie fragt: Wie war die Farbe des Kleides der Dame? - wissen sie es nicht. Also ist es so, als wenn sie überhaupt die Dame nicht gesehen hätten, denn wenn sie sie gesehen haben, so haben sie doch damit auch die Farbe des Kleides gesehen. Wie locker ist man also mit der Außenwelt verbunden, wenn man am Nachmittage nicht einmal weiß, welche Farbe das Kleid eines Menschen hatte, den man am Vormittag gesehen hat! Ja, ich habe schon Leute kennengelernt, die haben sich in einem Raume aufgehalten und wußten nachher nicht, ob Bilder oder keine Bilder in dem Raume waren. Die unglaublichsten Erfahrungen kann man da machen. So muß daher der, der sich einen Wirklichkeitssinn aneignen will, sich erst darauf trainieren, auch in der äußeren sinnlichen Wirklichkeit voll zu leben, so daß das, an dem er vorübergeht, so vor ihm steht, wie es da draußen in der Wirklichkeit ist. Der Geistesforscher wird wahrhaftig kein Phantast; er muß sich Wirklichkeitssinn bis zu dem Grade aneignen, daß es ihm nicht passieren kann, am Nachmittage nicht zu wissen, was für ein Kleid die Dame trug, die er am Vormittag gesprochen hat. 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