{"corpus":"steiner","locus":"GA 239/1924-06-10/p010","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"In ages of remote antiquity the Initiates were preserved from something that is nowadays a great boon for the human race. If they had been subjected to it in those times it would have been regarded as anything but a boon, on the contrary as a great hindrance to Initiation. It is not permissible now to prevent anyone from learning in the modern way to read and write. But as a matter of fact one loses a great deal through being forced to adopt these alphabetical ciphers to which one has no human relationship whatever. When the more civilised Europeans showed the letters of their alphabet to the uncultured American Indians, the latter were frightened by what they took to be so many little kobolds, little demons. This will show you what it means to introduce to a human being something that is so unnatural, so alien to him at the age of six or seven, as the letters of our script—for I ask you, has an A or a B in the form that is thrust upon us as children any relation to human life? It has none, not the very remotest! In ancient Egypt there were at least hieroglyphs, and the picture that was painted or drawn did bear some suggestion of resemblance to the reality; moreover men were made conscious of the relation between the picture and the reality. But to-day we learn A, B, C, as something entirely remote from life. Those who want to judge everything materialistically, to live in the world only with the ordinary, everyday consciousness, cannot possibly realise all that is driven out of the human being, what is really killed in him as the result of having to learn this A, B, C, this reading and writing, by modern methods. (In the Waldorf School we are trying to rectify the worst mistakes in education and so, among other things, we have introduced a different way of teaching reading and writing.)","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Lecture IV","site_heading":"Saturn Sphere's Role in Shaping Human Karma","site_heading_note":"A heading the site wrote for this unit from a summary of it; not in the edition, and not the words of Rudolf Steiner or of the translator. Cite the unit by its title and locus, never by this heading, and do not quote it.","date":"1924-06-10","location":null,"word_count":329,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/239/1924-06-10/p010","alignment_confidence":"medium","alignment_reason":"beads:length","two_voice_volume":false,"translation_credit":{"scope":"unit","status":"established","translator":"D. S. 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Es ist die Frage, die sich ergibt, wenn Sie hinhorchen auf dasjenige, was ja in anthroposophischen Betrachtungen gesagt wird: daß es in der Erdenentwickelung der Menschen Initiierte in die großen Geheimnisse des Daseins, Eingeweihte innerhalb der irdischen Weisheit gegeben hat. Wir blicken ja gerade mit einem ungeheuren Respekt, mit einer tiefen Achtung hin auf diese alten Initiierten in der Menschheitsentwickelung. Wenn nun von den Wiederverkörperungen, den wiederholten Erdenleben gesprochen wird, dann kann ja die Frage aufgeworfen werden: Wie ist es mit der Wiederverkörperung dieser Initiierten? — Und die Frage kann weitergehen und kann so gestellt werden: Ja, leben denn nicht etwa in der Gegenwart wiederverkörperte Initiierte? Sollten sich denn gerade für die Gegenwart die Initiierten absolut aus der Welt, in der jetzt gelebt wird zwischen Geburt und Tod, zurückgezogen haben?","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":211,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/239/1924-06-10/p012"},{"locus":"GA 239/1924-06-10/p013","passage_number":13,"text":"Das ist durchaus nicht der Fall. Aber wir dürfen nicht vergessen, daß der Mensch, wenn er als Individualität hinabsteigt aus dem geistig-seelischen, vorirdischen Dasein in ein irdisches Erdenleben, gebunden ist an dasjenige, was ihm irgendein Zeitalter geben kann schon in unsererm physischen Leibe, und dann an Erziehung und an ähnlichen Dingen. Diese Dinge, die müssen hingenommen werden von dem, der sich innerhalb des Irdischen wiederverkörpert. Wir können durchaus hinschauen auf irgendeine initiierte Individualität, meinetwillen in grauer Vorzeit, deren Karma es ist, irgendwie später, im achtzehnten, neunzehnten Jahrhundert wieder da zu sein. Aber im achtzehnten Jahrhundert gibt es ja nirgends innerhalb der Erdenzivilisation solche Leiber, wie es in diesen alten grauen Vorzeiten gegeben hat, Leiber, die so plastisch anschmiegsam sind der menschlich-geistigen Individualität. Es ist ja nur ein Vorurteil einer degenerierten Wissenschaft, daß der menschliche Leib seit undenklichen Zeiten immer derselbe geblieben ist. Er ist in der Tat im Zeitalter des Materialismus hart, unbiegsam, unplastisch geworden, man kann ihn nicht leicht handhaben. Die Vererbungsverhältnisse, die ja wieder zusammenhängen mit der Gesinnung, der ganzen inneren Seelenverfassung der Menschen, sind eben so-der einzelne kann da nichts dafür, die ganze Zivilisation ist schuld -, daß man mit einem Teile desjenigen, was man in der Seele trägt aus der Initiationszeit, eben nicht hineintauchen kann in den physischen Organismus, daher es auch nicht zum unmittelbaren eigenen Bewußtsein bringen kann, denn man kann nur das zum unmittelbaren äußeren Zeitbewußtsein bringen, mit dem man ganz untertauchen kann in den physischen Leib.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":243,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/239/1924-06-10/p013"},{"locus":"GA 239/1924-06-10/p014","passage_number":14,"text":"Ja, da muß ich allerdings etwas sehr Paradoxes sagen, aber Sie müssen schon dieses Paradoxe hinnehmen, weil es doch eine Wahrheit ist. Sehen Sie, die Initiierten in alten, grauen Zeiten, die waren vor etwas bewahrt, was heute als eine große Wohltat für das Menschengeschlecht angesehen wird, was aber von diesen Initiierten dazumal, wenn es ihnen passiert wäre, durchaus nicht für eine Wohltat, sondern für ein großes Hindernis der Initiation angesehen worden wäre. Heute wird man es nicht zulassen, daß ein Mensch gleich einem Initiierten der grauen Zeiten davor bewahrt bleibt, in solcher Weise schreiben und lesen zu lernen, wie man es eben heute lernen kann. Es geht einem vieles verloren mit der Art und Weise, wie man heute lesen und schreiben lernt: dieses Hineingezwängtwerden in Buchstabenformen, zu denen man ja gar kein menschliches Verhältnis hat. Wie die Europäer, diese «besseren Menschen» gegenüber den Wilden, den amerikanischen Indianern ihre Buchstabenformen gezeigt haben, als sie, diese besseren Menschen, herüberkamen zu den wilden Indianern, da haben diese Indianer eine leise Furcht und Angst davor gehabt, und sie haben die Buchstaben für kleine Kobolde und Dämonen gehalten. Also etwas, wo kleine Kobolde drinnen sind, was ganz unnatürlich ist, zu etwas so Fremdartigem wie alle diese Buchstabenformen unserer Schrift wird im sechsten, siebenten Jahre der Mensch hingeführt. Was in aller Welt hat denn ein A oder B in der Gestalt, wie wir es an uns herankommen lassen müssen als Kinder, zum menschlichen Leben für einen Bezug? Gar keinen, nicht den geringsten! Im alten Ägypterlande hat man wenigstens eine Bilderschrift gehabt, wo das Bild, das man hingemalt hat, eine Ähnlichkeit hatte mit der Wirklichkeit, und es wurde einem auch zum Bewußtsein gebracht, daß dasjenige, was man da hinmalte, einen Bezug hatte zur Wirklichkeit. Heute lernt man A, B, C als etwas ganz Lebensfremdes. Wir wollen in der Waldorfschule die größten Fehler wieder ausbessern, daher ist diese andere Art, lesen und schreiben zu lernen, unter anderem eingeführt in unserer Schule. Was aber alles aus dem Menschen ausgetrieben wird, was in einem ertötet wird, wenn man in dieser Weise lesen und schreiben lernt, das kann man nicht beurteilen, wenn man nur die Sehnsucht hat, alles materialistisch zu beurteilen, nur mit dem gewöhnlichen Bewußtsein in der Welt zu leben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":370,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/239/1924-06-10/p014"}],"english":["GA 239/1924-06-10/p009","GA 239/1924-06-10/p010"],"method":"reader","confidence":"high","correspondence":"established","length_check":{"de_words":824,"en_words":800,"ratio":0.97,"partial":false},"pairing_state":"verified","verified":true,"evidence":["reader"],"reader_german":["GA 239/1924-06-10/p014"],"reader_part":true},"witness_completeness":{"ratio":1.0,"band":"comparable","note":null,"word_count":4615,"original_word_count":4612,"may_be_abridged":false},"witness_quality":{"translator":{"scope":"unit","status":"recorded","translator":"D. S. 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