{"corpus":"steiner","locus":"GA 297/1919-08-24/p025","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"Today people talk about the spirit and soul in much the way that they speak about external characteristics. If we meet a child, a person of thirty-five and an old person, we say, “This is a person, this is a person, this is a person.” Although the abstract idea of “a person” is often useful, a real observation distinguishes a reality in the end, namely, that the child will become a person of thirty-five years and that a person of thirtyfive will become old. True observation must be quite clear concerning the difference in this development. Now, it is relatively easy to distinguish a child from a person of thirty-five and from an elderly person. However, a true observation of such differences concerning the inner aspects of people is somewhat more difficult. Thus, in the present, we often become entangled in questions of unity and multiplicity that arise, for example, from the three aspects of the soul life. Are thinking, feeling and willing completely separate things? If they are, then our soul life would be absolutely divided into three parts. There would be no transition between willing, feeling and thinking, and, therefore, human intellect, and we could simply delineate, as modern people do so easily, these aspects of human soul life. For the very reason that we cannot do that, Herbart tries to treat thinking, feeling and willing uniformly. But he has biased the whole thing toward abstractions, and his whole psychology has turned into intellectualism. We must develop an ability to see, on the one side, the unity of thinking, feeling and willing and, on the other side, the differences between them.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"I. The Intent of the Waldorf School","site_heading":null,"date":"1919-08-24","location":null,"word_count":273,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/297/1919-08-24/p025","alignment_confidence":"high","alignment_reason":"beads:length","two_voice_volume":false,"translation_credit":{"scope":"unit","status":"established","translator":"Robert F. Lathe, Nancy Parsons Whittaker","identified_edition":"AP1995","book_title":"The Spirit of the Waldorf School","publisher":"Anthroposophic Press","publisher_inferred":true,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA297/English/AP1995/19190824d01.html","evidence":"lecture_page_line","publisher_note":"The publisher is inferred from the edition code in this lecture's source URL, not stated by the source page. 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Wir wollen die äußerlich gewordene Anthropologie, die äußerlich gewordene Menschenerkenntnis ersetzen durch eine andere, die auf den ganzen Menschen, auf seine leibliche, seelische und geistige Wesenheit wirklich eingeht. Gewiß, man betont heute, auch dem Worte nach, das Geistige und das Seelische, aber man kennt es ja nicht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":124,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/297/1919-08-24/p022"},{"locus":"GA 297/1919-08-24/p023","passage_number":23,"text":"Und so kommt es, daß man gar nicht aufmerksam darauf geworden ist, daß so etwas wie die Herbartsche Weltanschauung gerade mit Bezug auf die Seele ganz intellektualistisch ist, daß sie daher den Weg in unser Kulturzeitalter hinein nicht finden kann. Auf der anderen Seite will Herbart aufbauen auf Philosophie. Aber jene Philosophie, worauf er baut, ist ebenfalls mit dem Ende desjenigen Zeitraumes, der da seinen Abschluß genommen hat in der Mitte des 15. Jahrhunderts, zu ihrem Absterben gekommen. In unserem Zeitraum will eine wirklich auf das Geistige gehende Weltanschauung Platz haben. Und von dieser Weltanschauung aus kann auch das Seelisch-Geistige des Menschen wirklich so erstarkt werden, daß es verbunden werden kann mit dem, was wir rein anthropologisch finden mit Bezug auf das Leiblich-Körperliche. Denn wahrhaftig groß ist unsere Zeit auch in der Kindheits-Erkenntnis in bezug auf das Leiblich-Körperliche, wenn sie auch vielfach das Seelische nur erwähnt. Aber nehmen Sie eine heutige Psychologie in die Hand und seien Sie dabei gesund empfindende Menschen - fragen Sie sich, was Sie aus einer heutigen Psychologie eigentlich gewinnen können. Da finden Sie Auseinandersetzungen über die Vorstellungswelt, über die Gefühlswelt, über die Willenswelt. Aber dasjenige, was Sie an diese Worte Vorstellen, Fühlen, Wollen geknüpft finden — es ist im Grunde genommen ein Spiel mit Worten. Sie werden nicht klüger über das Wesen von Vorstellung, Gefühl und Wille, wenn Sie die heutige Psychologie durchgehen. Daher kann man auf die heutige Psychologie auch nicht gut wirkliche Pädagogik bauen. Es muß erst wiederum eingegangen werden können auf das Sachliche, auf das wirkliche Wesen von Vorstellen, Fühlen und Wollen. Dazu ist nicht nötig jener überreife, scholastische Geist, der heute in den Psychologien waltet, sondern dazu ist notwendig eine wirkliche Beobachtungsgabe für das menschliche Leben. Was heute beobachtet werden soll in den Psychologien und pädagogischen Laboratorien, das kommt einem vor wie etwas, was in seinem Streben von dem besten Willen beseelt ist, was aber deshalb diese Richtung genommen hat, die es eben genommen hat, weil im Grunde genommen gar nicht die Fähigkeit da ist, eine wirkliche Menschenbeobachtung zu entfalten.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":339,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/297/1919-08-24/p023"},{"locus":"GA 297/1919-08-24/p024","passage_number":24,"text":"Man möchte am liebsten heute den werdenden Menschen in das psychologische Laboratorium einspannen und äußerlich kennenlernen, wie er sich innerlich entwickelt, weil man das lebendige Verhältnis von Mensch zu Mensch verloren hat. Solche Beobachtung ist für das Leben notwendig, und die ist in hohem Grade verlorengegangen. Wir reden heute über das Geistig-Seelische so, wie wir in bezug auf den Menschen über Äußeres reden. Wenn wir einem Kinde begegnen, einem Menschen mit 35 Jahren begegnen und einem Greis begegnen - wir sagen: dies ist ein Mensch, dies ist ein Mensch, dies ist ein Mensch. Aber eine wirkliche Beobachtung unterscheidet doch so, daß das Abstraktum Mensch seine gewisse Berechtigung hat, daß aber doch schließlich eine Wirklichkeit zugrunde liegt: daß das Kind ein Mensch von 35 Jahren wird und daß ein Mensch von 35 Jahren ein Greis wird. Einer wirklichen Beobachtung muß der Unterschied in diesem Werdegang sehr klar vor das Auge treten. Nun ist es verhältnismäßig leicht, ein Kind zu unterscheiden von einem Menschen mit 35 Jahren und von einem Greis. Aber schon etwas schwieriger ist es mit Bezug auf das Innerliche des Menschen, nun wirkliche Beobachtungen für solche Unterschiede anzustellen. Daher verwuselt man in der heutigen Zeit immerzu die Einheit mit der Mannigfaltigkeit, die Einheit des seelischen Lebens mit jener Mannigfaltigkeit, die zum Beispiel durch die drei Glieder des Seelenlebens -— Denken, Fühlen und Wollen - ausgelöst wird. Sind denn Denken, Fühlen und Wollen ganz voneinander verschiedene Dinge? Wären sie das, dann wäre ja unser Seelenleben absolut in drei Glieder gespalten, dann wäre kein Übergang zwischen Wollen, Fühlen und Denken und damit dem Intellektuellen des Menschen, wenn dies drei Glieder des menschlichen Seelenlebens wären, die man einfach so, wie es die Menschen heute bequem finden, zur Einteilung nebeneinander stellen könnte. Gerade aus dem Grunde, weil man das nicht kann, versucht Herbart, Denken, Fühlen und Wollen einheitlich zu betrachten. Aber er hat das Ganze nach der Vorstellungsseite hinübergeleitet, und seine ganze Psychologie ist im Grunde genommen intellektualistisch geworden. Man muß einen Sinn in sich entwickeln, auf der einen Seite die Einheit von Denken, Fühlen und Wollen zu sehen und auf der anderen Seite wiederum die Unterschiede von Denken, Fühlen und Wollen zu erkennen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":361,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/297/1919-08-24/p024"}],"english":["GA 297/1919-08-24/p023","GA 297/1919-08-24/p024","GA 297/1919-08-24/p025"],"method":"reader","confidence":"high","correspondence":"established","length_check":{"de_words":824,"en_words":747,"ratio":0.91,"partial":false},"pairing_state":"verified","verified":true,"evidence":["reader"],"reader_german":["GA 297/1919-08-24/p024"],"reader_part":true},"witness_completeness":{"ratio":0.94,"band":"comparable","note":null,"word_count":7989,"original_word_count":8508,"may_be_abridged":false},"witness_quality":{"translator":{"scope":"unit","status":"recorded","translator":"Robert F. 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