{"corpus":"steiner","locus":"GA 314/1920-10-08/p012","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"We can then compare this with childhood illnesses, for obviously childhood illnesses cannot have the same origin, because they appear in an early stage of life when absolutely nothing has yet been transformed. If one has learned the origin of illnesses in later life, however, one has also acquired a capacity to observe what underlies the origin of illnesses in childhood. One finds the same thing, in a certain way, only from another side. One finds that there is too much of the soul-spiritual force of organization in the human organism when childhood illnesses arise. To an individual who has acquired the capacity to perceive along these lines, such things appear especially significant when considering the phenomena of scarlet fever or measles in childhood. With these he can see in the child's organism how the soul-spiritual, which otherwise functions in a normal way, begins to stir; he sees how it is more active than it should be. The whole course of these illnesses becomes comprehensible the moment one really sees this restless stirring of the soul-spiritual in the organism as the basis of illness.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Lecture II","site_heading":"Spirit and Matter in Health and Illness","site_heading_note":"A heading the site wrote for this unit from a summary of it; not in the edition, and not the words of Rudolf Steiner or of the translator. 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Wenn wir aber das nicht haben, wenn wir zuwenig umwandeln, dann bleiben organisierende Kräfte da unten, treten irgendwo auf, und wir erhalten jene Neubildungen, jene karzinomatösen Neubildungen, von denen ich gestern gesprochen habe, und wir können auf diese Weise verfolgen den Prozeß des Erkrankens oder des Kränkens, wie der Mediziner Troxler sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgedrückt hat, des Kränkens in dem späteren Lebensabschnitte. Und wir können dann vergleichen, wie es mit den Kinderkrankheiten nun steht, denn selbstverständlich können Kinderkrankheiten nicht denselben Ursprung haben, weil sie im kindlichen Lebensalter auftreten, wo durchaus noch nichts umgewandelt ist. Aber wenn man gelernt hat dasjenige, was an Krankheitsursachen im späteren Lebensalter auftritt, hat man sich ja auch eine Fähigkeit angeeignet, zu beobachten, wie es mit den Krankheitsursachen im Kindheitsalter liegt. Da findet man allerdings in einer gewissen Weise dasselbe, nur von einer anderen Seite her. Man findet, daß auch dann zuviel von geistig-seelischer Organisationskraft im menschlichen Organismus ist, wenn Kinderkrankheiten auftreten. Für denjenigen, der sich in dieser Richtung Anschauungsvermögen angeeignet hat, treten diese Dinge besonders kraftvoll hervor, wenn er das Phänomen des Scharlachs, der Masern während der kindlichen Zeit ins Auge faßt, wo er sehen kann, wie im kindlichen Organismus dasjenige, was sonst normalerweise funktionieren würde, das Geistig-Seelische, zu rumoren anfängt, wie es in einem höheren Maße wirkt, als es eigentlich wirken sollte. Der ganze Verlauf dieser Krankheiten wird verständlich in dem Augenblicke, wo man dieses Rumoren des Geistig-Seelischen im Organismus nun wirklich schauen kann als die Grundlage der Erkrankung. Und dann ist man nicht mehr weit — ich bitte, meinen Satz ganz genau ins Auge zu fassen, denn ich gehe nie einen Schritt weiter, als gerechtfertigt ist durch die vorhergehenden Erwägungen, wenn auch manches nur skizzenhaft gesagt werden kann, aber ich deute überall an, wie weit man gehen kann —, ich sage nicht, daß hier nun ein Schluß gezogen wird, sondern sage nur, man ist nicht mehr weit, etwas anzuerkennen, was außerordentlich wichtig ist anzuerkennen für ein wirkliches Wissen. Wenn wir dabei angelangt sind, zu erkennen, wie im menschlichen Organismus bei einer Erkrankung im späteren Lebensalter, die nach der Richtung der Neubildung geht, zuviel organisierende Kraft da ist, die also einen Überschuß gewissermaßen in einer Organisationsinsel ergibt, dann ist man eben auch nicht mehr weit davon, sich zu sagen: Weist so das spätere Lebensalter auf die früheste Kindheit zurück, so weist schließlich dasjenige, was sich in der Kindheit zeigt, auf die Zeit vor der Geburt oder sagen wir vor der Empfängnis zurück; es weist zurück auf das geistig-seelische Dasein des Menschen, das er durchlaufen hat, bevor er mit einem physischen Leibe umkleidet wurde. Ein solcher Mensch hat einfach zuviel mitgebracht an Geistig-Seelischem aus seinem vormenschlichen Leben, vorirdischen Leben, und dieser Überschuß lebt sich in den Kinderkrankheiten aus. Es wird in der Zukunft gar nicht anders gehen, als sich hineintreiben zu lassen aus den unfruchtbaren materialistischen Betrachtungen, in denen wir heute namentlich im Physiologisch-Therapeutischen stekken, in eine geistig-seelische Betrachtung. Und man wird schon sehen, daß dasjenige, was in der Geisteswissenschaft auftritt, nicht etwa aus dem Grunde auftritt, weil der Geistesforscher zuwenig drinnensteht in der physischen Forschung, und weil er gewissermaßen ein Dilettant ist in der physischen Forschung, wobei ich in Parenthese durchaus sage, daß viele, die sich Geistesforscher nennen, allerdings solche Dilettanten sind, aber es ist dasjenige nicht das, was sein soll. Der Geistesforscher braucht nicht zuwenig drinnen zu stecken in der physischen Forschung, um Geistesforscher zu werden, sondern er wird Geistesforscher, wenn er gerade mehr drinnensteckt als der gewöhnliche Naturforscher. 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