{"corpus":"steiner","locus":"GA 55/1907-04-26/p024","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"It is a tragedy that because human intellect and reasoning power have progressed too far, he is no longer able to believe in the ancient religious records. He no longer experiences them as the embodiment of the words of God. The fact that the human soul no longer receives the ancient knowledge causes it torment and depression. What is needed is the knowledge presented in a new form, and this is what spiritual science wishes to provide. Those who are initiates today are able—as were initiates in ancient times—to foresee humanity's future evolution. However, human development must follow certain rules. Just as one must adopt a definite method if one wishes to become an astronomer, likewise must a certain method be adopted if one is to develop spiritually. No one should wish to attempt to do so without guidance; that would be like wishing to become a mathematician without consulting any authority. Someone needs show the way, but no other kind of authority is required, and it is nonsense to talk about blind faith and dependence in relation to spiritual science.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"XIII. The Bible and Wisdom","site_heading":null,"date":"1907-04-26","location":null,"word_count":181,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/55/1907-04-26/p024","alignment_confidence":"high","alignment_reason":"beads:length","two_voice_volume":false,"translation_credit":{"scope":"unit","status":"established","translator":"Rita Stebbing","identified_edition":"AP1987","book_title":"Supersensible Knowledge","publisher":"Anthroposophic Press","publisher_inferred":true,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA055/English/AP1987/19070426p01.html","evidence":"lecture_page_line","publisher_note":"The publisher is inferred from the edition code in this lecture's source URL, not stated by the source page. 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Wenn wir zurückblicken in jene alten Zeiten, wo die große Masse der Menschen in diesem hellseherischen Bewußtsein lebte, so finden wir, daß es auch da schon Eingeweihte gab. Wodurch unterscheiden sich nun jene alten Eingeweihten von denjenigen, die noch in einem mehr dämmerhaften Bewußtsein um sie herum waren? Sie unterscheiden sich dadurch, daß sie schon etwas wußten von dem Bewußtsein, das die Menschheit bekommen sollte und heute hat, dadurch, daß sie imstande waren, von der Zukunft etwas vorauszunehmen, in der Art in die Welt hineinzuschauen, wie die ganze Menschheit in späterer Zeit es erlangt hat. Es war diejenige Art, welche mit den Augen und Ohren des Leibes wahrnimmt, mit denjenigen Organen, mit denen der Mensch sinnlich untersucht und verstandesmäßig begreift. Wie das heute bei den Menschen im allgemeinen wohl der Fall ist, so war es auch schon bei einzelnen eingeweihten Menschen der Vorzeit. Sie waren eben deshalb Eingeweihte. Der Eingeweihte nimmt etwas von der Zukunft voraus. Ebenso trägt der Eingeweihte unserer Tage etwas von dem erhöhten Hellsehen, von dem erhöhten Schauen, das die Menschheit in Zukunft haben wird, in sich. Er weiß etwas zu sagen von dem, was die jetzige Menschheit in Zukunft haben wird.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":280,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/55/1907-04-26/p018"},{"locus":"GA 55/1907-04-26/p019","passage_number":19,"text":"So blickten die Alten, die etwas von diesen Dingen verstanden haben, hinauf zu dem Eingeweihten. Sie sagten sich: Wie er die Dinge ansieht, so werden in Zukunft die Menschen die Dinge auch ansehen. Sehen wir uns ihn an, er ist das lebendige Ideal, er ist derjenige, der uns durch seine Gestalt erkennbar macht, was wir sein werden. — In diesem Sinne war er ihnen ein Prophet, und wenn er noch höher stand, ein Messias. Und so sagten sie sich, der Verlauf der Geschichte wird so sein, daß er die große Zahl der Menschen zu dem, was er erreicht hat hinführen wird. Einen «Erstgeborenen» nannten sie einen solchen. Derjenige aber, welcher in solcher Weise eingeweiht werden sollte, hatte durch verschiedene Stufen hindurchzugehen. Es gibt durch die verschiedenen Stufen bis zu den höchsten Einweihungsstufen hinauf die mannigfaltigsten Erkenntnis- und Willensgrade. Durch viele Stufen kann man durchschreiten. Wie die Pflanze bei ihrer Entwicklung die verschiedenen Stufen durchmacht, von der Wurzel zu Blatt, Blüte und Frucht, so schreitet der Mensch hinauf von Einsicht zu Einsicht, bis er vom Schüler zum Eingeweihten selber wird. Dieser Fortschritt geschieht durch Schulung, und diese Schulung kann man sich aneignen. Derjenige, welcher leugnet, daß es eine solche Schulung gibt, durch die er zu einer höheren Art des Anschauens, zu der Eröffnung von Augen und Ohren des Geistes gelangen kann, der weiß es eben nicht, der hat noch keine Kunde erhalten von solcher Schulung. Das ist die Aufgabe der Geisteswissenschaft: der Menschheit zu sagen, daß es eine solche Schulung der Aufwärtsentwicklung gibt. In meiner Zeitschrift «Luzifer-Gnosis» können Sie lesen, daß jetzt in viel tieferer Weise von dem Prinzip der Einweihung und der geistigen Kultur gesprochen werden kann. Die mannigfaltigsten Gründe sprechen dafür. Einen Grund möchte ich aber anführen. Gerade das ist das Tragische, das so Bedrückende, die Seele Zermarternde für den modernen Menschen, daß er an die alten Urkunden nicht mehr glauben kann, daß ihm dieselben nicht mehr Verkörperungen des Wortes Gottes sein können, weil die Entwicklung von Verstand und Vernunft zu weit vorgerückt ist, so daß er die alte Botschaft nicht mehr brauchen kann. 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