{"corpus":"steiner","locus":"GA 57/1909-05-06/p016","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"Here in Europe there was a deep understanding of these things. I have often told you of the great stimulus given to the evolution of man by the Christ Impulse. To understand this, let us think once more of ancient Hebrew consciousness. The ancient Hebrew felt himself one with his “Fathers.” He said to himself: ‘My Ego is enclosed between birth and death, but my blood streams into me from my Father Abraham. The blood in my veins is the expression of my Ego, of my individuality; it is the blood-stream which flows *through the generations* and is the expression of my God.’—And so the ancient Hebrew felt himself part of one great whole, secure in the blood-stream which passes down through the generations. Christ says: “Before Abraham was, I AM;” and “I and the Father are One.” The Ego of man is linked to a spiritual world by threads which everyone may discover in his own individuality. The Mystery of Golgotha brought to man a realisation of the Ego that is grounded upon itself, albeit the ties of blood are not ignored—the Ego that understands the physical world. Therefore, in the blood which flowed from the wounds of the Redeemer, men saw the expression of the human Ego-principle, and the saying went: “He who quickens this blood within himself will become a true seer.” But the world was not ripe enough to understand the true essence of the Mystery of Golgotha. It was not ripe in the centuries immediately following the Coming of Christ, nor is it to-day. Paul had a vision of the Living Christ in the spiritual world, but, after all, who understands those profound Epistles of one who was an Initiate or speaks with any truth of Paul's disciple, Dionysos the Areopagite?","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"The European Mysteries and Their Initiates","site_heading":null,"date":"1909-05-06","location":null,"word_count":296,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/57/1909-05-06/p016","alignment_confidence":"medium","alignment_reason":"beads:length","two_voice_volume":false,"translation_credit":{"scope":"unit","status":"not_established","translator":null,"identified_edition":"eLib2014","book_title":"Where and How Does One Find the Spirit?","publisher":null,"publisher_inferred":false,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA057/English/eLib2014/19090506p01.html","evidence":null,"reason":"no_translator_named","note":"Neither the lecture's own page nor rsarchive's lecture list names a translator for it. 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Daher der Mythus von der Götterdämmerung, die tragische Prophezeiung vom Untergange der Götter.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":89,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/57/1909-05-06/p015"},{"locus":"GA 57/1909-05-06/p016","passage_number":16,"text":"Da hinein fiel der starke Christus-Impuls, der hier stärker wirken konnte als sonstwo, die Kunde, daß ein höchstes Geistiges, das Christus-Prinzip, in einem irdischen Leibe gelebt hat, unter Menschen vorhanden war, daß alles das, was man in den Mysterien erleben kann, historische Tatsache ist in dem Christus-Ereignis. In den alten Mysterien wurde der Eingeweihte nicht vollständig ein Überwinder des Todes. Jetzt aber trat ihm entgegen das große Mysterium von Golgatha. Gerade innerhalb der europäischen Mysterien wurde dieses historische Mysterium mit tiefstem Verständnis aufgenommen,anders als anderswo. Es herrschte da eine Stimmung,die etwa folgendermaßen ausgedrückt werden kann. Die Menschen sagten sich: Wenn wir eingeweiht wurden, so war das ein Hinaufleben in eine göttlich-geistige Welt, die aber durchzogen war vom Hauche der Sterblichkeit. — Wer aber sich hineinlebt in das, was man an der Christus-Gestalt, diesem größten Impuls, erleben kann, wer ein Verhältnis zu dem Christusfindet, der kann zu einem solchen Verständniskommen, daß er wissen kann: Ebenso, wie die Sonne die Pflanze durchstrahlt und dadurch das Leben in ihr weckt, so kann der Christus-Impuls in die menschliche Seele fließen. Dadurch nimmt sie Kraft auf, die der Seele Wissen von ihrer Ewigkeit und Unsterblichkeit gibt, Wissen vom Sieg über den Tod. Dadurch, daß sie ein richtiges Verständnis für den Christus bekommt, dadurch wird die Seele belebt. Man sagte sich: Es gibt außer dem, was äußerlich über den Christus gelehrt werden kann, noch ein innerliches Wissen, das Suchen der Seele, der Ceridwen nach einem Hu oder Baldur, aber nach einem anderen Baldur, der das Geheimnis von Golgatha vollbracht hat. - Wenn die Seele das erlebt, so erlangt sie ein höheres Hellsehen als durch die alten Mysterien. Und hier in Europa begriff man gleich ganz tief, was das bedeutet.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":283,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/57/1909-05-06/p016"},{"locus":"GA 57/1909-05-06/p017","passage_number":17,"text":"Ich habe Ihnen schon öfter dargestellt, welchen Ruck die Menschenentwickelung gemacht hat durch den Christus-Impuls. Gehen wir, um das zu verstehen, noch einmal zurück zu dem alten hebräischen Bewußtsein. Da haben wir noch ein Geborgensein des Ichs, wenn der Mensch sich eins fühlt mit seinen Vätern und Vorvätern, und für den Menschen des Alten Testaments war es ein bedeutsames Gefühl, wenn er sich sagen konnte: Ich bin eins mit meinen Vorfahren. Das, wozu ich «Ich» sagen kann, ich sehe es eingeschlossen zwischen Geburt und Tod; aber ein Blut rinnt herunter vom Vater Abraham bis zu mir. Das Blut, das in meinen Adern rinnt, ist der Ausdruck meines Ichs, meiner eigenen Individualität, der Blutstrom, der durch die Generation geht, ist der Ausdruck meines Gottes. — Und so fühlte er sich geborgen im großen Ganzen, tauchte gerne hinunter in den Blutstrom, der durch die Generationen rinnt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":144,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/57/1909-05-06/p017"},{"locus":"GA 57/1909-05-06/p018","passage_number":18,"text":"Christus sagt: Bevor der Vater Abraham war, war das «Ich-bin», und er sagt: «Ich und der Vater sind eins.» Unser Ich hat in sich Verbindungsfäden hinauf in eine geistige Welt, die jeder in seiner eigenen Individualität finden kann. Das Ich, das auf sich selbst gestellt ist, trotzdem es nicht leugnet den Zusammenhang durch die Blutsbande, nicht verachtet die Blutsbande, das Verständnis hat für das Physische, dieses Ich kam durch das Mysterium von Golgatha dem Menschen zum Verständnis. Deshalb sah man in dem Blute, das aus den Wunden des Erlösers rinnt, den Ausdruck des allgemeinen Menschen-Ichs, und man sagte sich: Wer dieses Blut in sich lebendig macht, der kommt zum echten Hellsehen. - Aber die Welt war noch nicht reif, um aufzunehmen das, was als das eigentliche Geheimnis von Golgatha gegeben ist. Auch in den folgenden Jahrhunderten nach dem Kommen des Christus war die Welt noch nicht reif und sie ist es selbst heute noch nicht. Den lebendigen Christus in der geistigen Welt erblickte Paulus. Wer versteht heute die tiefen Briefe des Paulus, dieses Eingeweihten, und wer charakterisiert richtig den Schüler des Paulus, Dionysios den Areopagiten? 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