{"corpus":"steiner","locus":"GA 61/1912-01-25/p023","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"It is only necessary to refer to such works as those by William Benjamin Smith, published by Diederich of Leipzig, to realize that the result of painstaking and exact research into Biblical and other documentary records relating to Christianity has again revealed the fact that [in many instances] these venerable documents cannot be referring to those matters to which, during the greater part of the nineteenth century, it was generally supposed they had reference. A special attempt was made to reconstruct the life of Jesus of Nazareth from the results of philological investigations into these ancient chronicles; but in the end it was found that in the very writings themselves there was evidence of an underlying significance of quite a different nature from that which appeared upon the surface. It became apparent that in spite of every effort to picture the life of Jesus by employing the most carefully chosen and exact methods, the Biblical records, those Christian documents wherein mankind feels itself upon a firm and truly Christian foundation, hardly mention Jesus of Nazareth as a human being. External science is thus driven to the following statement:—‘The ancient records scarcely ever allude to Jesus of Nazareth as a man, they refer to Him as a God ‘; and again to this remarkable anomalous assertion: ‘It is an error to believe that any proof may be found in the original Christian documents of the existence of Jesus of Nazareth as an actual human personality. Rather do we come to the conviction that what the evangelical and other olden sacred writings state is, that in the very beginning of the Christian era was a Deity, and only when we recognize this fact, does all that is written in these aged chronicles become of true significance and import.’","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"VI. Christ and the 20th Century","site_heading":null,"date":"1912-01-25","location":null,"word_count":296,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/61/1912-01-25/p023","alignment_confidence":"low","alignment_reason":"count_diverges","two_voice_volume":false,"translation_credit":{"scope":"unit","status":"established","translator":"Walter F. 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Aber das darf gesagt werden, daß neben der unmittelbaren Vorstellung, welche man sich über den Jesus von Nazareth bildete, der auf wunderbare Weise geboren ist, der in seiner liebwerten Art den Menschen auf zahlreiche Arten entgegentrat, schon indem die Geschichte seiner Kindheit entwickelt worden ist, der den Menschen dann als der für die ganze Menschheit liebende Menschenheiland entgegentrat, — es muß gesagt werden, daß neben allen den Empfindungen und Gefühlen, welche die Menschen für diesen Menschenheiland in all seiner liebwerten Art aufbrachten, immer doch durch die Jahrhunderte hindurch auch ein Nachklang der Christus-Vorstellung lebte, von einer Wesenheit, welche in dem Menschen Jesus von Nazareth verkörpert, verleiblicht war. Und neben dem, was man sozusagen als äußere Geschichte über das Leben des Jesus von Nazareth erzählte, stand noch das Hinaufblicken zu einem großen Geheimnis, zu einem ungeheuren Mysterium, zu dem Mysterium, das eben damals, als der Jesus von Nazareth auf der Erde wandelte, ein Übermenschliches in dieser Persönlichkeit zum Ausdruck gebracht hatte. Und dieses Übermenschliche namentlich nannte man den Christus. Daneben aber — könnte man sagen — fühlten sich die Menschen, je mehr sie sich der neueren Zeit näherten, immer unvermögender und unvermögender, den kühnen Gedanken dieses Christus, etwa des gnostischen Christus, zu fassen, so daß wir schon im Mittelalter sehen, wie sich die Wissenschaft sozusagen nur getraut, über die äußere Welt Gründe anzugeben, über das, was sich vor den Sinnen abspielt und was hinter den Sinnen noch als eine Art naturgesetzlicher Welt liegt. Dagegen fühlte sich die Wissenschaft nicht dazu berufen, in jene Faktoren, in jene Impulse einzudringen, welche in die Menschheitsentwickelung als die höchsten geistigen Impulse eingegriffen haben. So wird die Frage nach dem Ursprunge des Menschen, auch die Frage nach jener Entwickelung des Menschen, in die der Christus-Impuls eingreift, für die mittelalterliche Anschauung zu einem Gegenstande des Glaubens, und der Glaube figuriert nun hinfort neben dem, was Wissenschaft, was Erkenntnis sein soll, die nur auf die niederen Gegenstände der Weltenordnung sich beschränken soll. Es wäre nun interessant, darzustellen, wie vom sechzehnten Jahrhundert ab sich immer mehr und mehr diese Art von «doppelter Buchführung» in der Menschheit zugespitzt hat, durch die man die Art der Erkenntnis auf die niederen Ordnungen der Dinge beschränken wollte, und alles, was sich auf die geistigen Ursprünge und auf die Dinge der geistigen Entwickelung bezieht, dem Glauben zuweisen wollte. Das aber kann heute nicht unsere Aufgabe sein. Vielmehr muß darauf hingewiesen werden, wie im neunzehnten Jahrhundert der ganze Gang der Entwickelung dazu geführt hat, sozusagen das neunzehnte Jahrhundert völlig verlieren zu lassen eine jegliche wirkliche Christus-Idee, wenigstens in weiteren Kreisen. In engeren Kreisen hat sich ja wie eine Weiterentwickelung alter gnostischer Ideen das erhalten, was man einen tiefen Einblick in den Christus-Impuls nennen kann. Aber in weiteren Kreisen, auch in wissenschaftlich-theologischen Kreisen, trat im neunzehnten Jahrhundert eine Verzichtleistung ein auf den eigentlichen Christus-Begriff, und der Versuch, sich auf die Persönlichkeit des Jesus von Nazareth zu beschränken, diese zwar als eine einzigartige, auserlesene Persönlichkeit hinzustellen, die gleichsam die Entwickelungsbedingungen der Menschheit, die göttliche Innennatur des Menschen am tiefsten erfaßt hat und in fundamentaler Weise in sich getragen hat, aber doch wie ein «Mensch», allerdings wie ein Mensch, der über alles sonstige hinausging. So wurde im neunzehnten Jahrhundert an die Stelle einer alten Christologie das gesetzt, was man eine bloße Leben-Jesu-Forschung nennen kann, eine solche Leben-Jesu-Forschung, die immer mehr und mehr ungläubig war gegenüber allem, was in der Persönlichkeit des Jesus von Nazareth als ein göttlicher Inhalt gelebt haben soll, und nur glauben wollte, daß man in dem Jesus von Nazareth eine auserlesene einzelne Menschenindividualität vor sich habe. Ihren Höhepunkt erlangte diese Art von Anschauungen in dem, was den Menschen heute in einer solchen Schrift entgegentritt, wie dem «Wesen des Christentums» von Adolf Harnack und ähnlichen Bestrebungen in der Leben- Jesu-Forschung, die sich in der mannigfaltigsten Schattierung heute zeigen. Man braucht nur darauf hinzuweisen, was in der allerneuesten Zeit aus einer ernstesten Vertiefung heraus gerade aus dieser Leben- Jesu-Forschung erreicht worden ist. Und da es den jüngsten Ereignissen angehört, was hier zu sagen ist, so braucht nur mit wenigen Worten darauf hingedeutet zu werden, daß diejenigen Methoden, die im neunzehnten Jahrhundert angewendet worden sind, um sozusagen historisch nachzuweisen, was sich im Beginne der christlichen Zeitrechnung zugetragen haben soll, durchaus zu keinem wirklichen Resultat geführt haben. Es würde viel zu weit gehen, in der einen oder anderen Weise diesen Gedanken durchzuführen. Wer aber tiefer auf das eingeht, was die neuere Zeit geleistet hat, der wird wissen, daß der Versuch gemacht worden ist, mit den gewöhnlichen Mitteln äußerer materialistischer Forschung an den Ausgangspunkt unseres christlichen Geisteslebens die Persönlichkeit des Jesus von Nazareth zu stellen, daß aber dieser Versuch, mit äußeren historischen Mitteln das Dasein jener Persönlichkeit zu beweisen, wie man etwas anderes sonst beweist, dazu geführt hat, daß das Geständnis Platz greifen mußte: Es läßt sich mit den äußeren materialistischen Mitteln diese Persönlichkeit des Jesus von Nazareth nicht rechtfertigen. — Nicht etwa, daß sich das Gegenteil rechtfertigen läßt, daß er nicht gelebt habe, aber sie läßt sich nicht rechtfertigen, wenn man in der Weise, wie man sonst mit den historischen Mitteln das Dasein eines Aristoteles oder Sokrates oder Alexander des Großen beweist, das Leben des Jesus von Nazareth beweisen wollte. Aber nicht nur das, sondern in eine ganz andere Richtung und Linie ist die Forschung auf diesem Gebiete in der neueren Zeit gedrängt worden. Sie brauchen nur solche Bücher wie die bei Diederichs in Leipzig erschienenen von William Benjamin Smith zu nehmen und Sie werden sehen, daß unsere Zeit durch ein genaues Eingehen auf die biblischen und andere Urkunden, die sich auf das Christentum beziehen, wieder darauf gekommen ist, daß diese Urkunden eigentlich gar nicht von dem reden können, wovon man so lange im neunzehnten Jahrhundert geglaubt hat, reden zu müssen. Man hat aus einer philologischen Ergründung der biblischen und anderen Urkunden das Leben des Jesus von Nazareth wieder konstruieren wollen, aber die Urkunden zeigten endlich den Leuten etwas ganz anderes. Es zeigte sich, während man versucht hat, mit aller wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit, mit allen auserlesenen Mitteln ein «Leben Jesu» zu konstruieren, daß diese biblischen Urkunden, die christlichen Dokumente da, wo man auf wirklich christlichem Boden steht, gar nicht von einem «Menschen» Jesus von Nazareth reden. So sehen wir, daß die äußere Forschung sagen mußte: Die Dokumente reden gar nicht von einem Menschen Jesus von Nazareth, sondern sie reden von einem Gotte. — Man hat die merkwürdige Anomalie in unserer Zeit vor sich, daß die materialistische Forschung behauptet: Ihr habt fehl geschlossen, wenn ihr glaubt, aus den christlichen Urkunden einen Hinweis zu haben auf den Menschen Jesus von Nazareth, vielmehr müßt ihr euch überzeugen, daß die Evangelien und die anderen Dokumente von einem Gotte reden, und daß alle die Dinge, die erzählt werden, nur Sinn und Bedeutung haben, wenn man von einem Gotte im Ausgangspunkte des Christentums spricht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":1154,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/61/1912-01-25/p010"}],"english":["GA 61/1912-01-25/p017","GA 61/1912-01-25/p018","GA 61/1912-01-25/p019","GA 61/1912-01-25/p020","GA 61/1912-01-25/p021","GA 61/1912-01-25/p022","GA 61/1912-01-25/p023"],"method":"reader","confidence":"high","correspondence":"established","length_check":{"de_words":1154,"en_words":1343,"ratio":1.16,"partial":false},"pairing_state":"verified","verified":true,"evidence":["reader"],"reader_german":["GA 61/1912-01-25/p010"],"reader_part":true},"witness_completeness":{"ratio":1.26,"band":"comparable","note":null,"word_count":10270,"original_word_count":8148,"may_be_abridged":false},"witness_quality":{"translator":{"scope":"unit","status":"recorded","translator":"Walter F. 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