{"corpus":"steiner","locus":"GA 61/1912-03-21/p013","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"There we have the first indication—penetrating straight to the reality—of the force that lives and weaves within us, quite independently of the world outside. On going more deeply into this inner experience, what do we find? Many of the details to be referred to today—including the following important fact—have been mentioned in former lectures. For it is a fact that we make a certain progress in life, that we become increasingly mature. But a remarkable thing comes to light: that all that is best in this maturity—everything that enables us to make the most progress in life and by means of which we can best observe the nature of the ego—is something that we can learn from our faults and shortcomings. When we have failed badly in some matter, or have done something which shows us how imperfect, how incapable we are, our very failure teaches us what we should have done. We have become more mature. By means of such opportunities in life—whether our thinking, feeling, willing or acting is concerned—we develop our wisdom, our maturity. But we should go on to say: Through the wisdom and maturity gathered from life, which become an ever stronger inner force, we learn how—because we never meet the same situation a second time to learn once more from our faults—we must store up this all-important force, for we shall never by able to use it in this life again.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"The Nature of Eternity","site_heading":null,"date":"1912-03-21","location":null,"word_count":237,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/61/1912-03-21/p013","alignment_confidence":"medium","alignment_reason":"beads:length","two_voice_volume":false,"translation_credit":{"scope":"unit","status":"not_established","translator":null,"identified_edition":"eLib2016","book_title":"Human History in the Light of Spiritual Investigation","publisher":null,"publisher_inferred":false,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA061/English/eLib2016/19120321p01.html","evidence":null,"reason":"no_translator_named","note":"Neither the lecture's own page nor rsarchive's lecture list names a translator for it. 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Aber es stellt sich auch die merkwürdige Tatsache heraus, daß wir das Beste an unserer Lebensreife, dasjenige, wodurch wir am meisten zu etwas Besserem heranwachsen, als was wir vorher waren, wodurch wir das Wesen des Ich am besten beobachten können, so erfahren, daß wir sagen können: Es stellt sich als etwas dar, was wir an unseren Fehlern, an unseren Mängeln am besten erfahren. - Wenn wir eine Sache so recht verfehlt haben, wenn wir etwas getan haben, was uns so recht unsere Unvollkommenheit, unsere Unfähigkeit am besten zeigt, dann lernen wir von dem, was wir in unserer Unfähigkeit vollbracht haben, wie wir es hätten machen sollen. Wir sind reifer geworden. Und gerade durch solche Gelegenheiten — seien es Gelegenheiten des Denkens, des Fühlens, des Wollens, des Handelns - entwickeln wir unsere Lebensweisheit, unsere Lebensreife. Dadurch müssen wir aber auch sagen: Wir sehen an dem, was wir so als Lebensweisheit und Lebensreife in uns ansammeln, was eine immer stärkere innere Kraft wird, weil wir doch nie ein zweites Mal in dieselbe Lage kommen und wieder an unseren Fehlern lernen können, wie wir diese in uns aufspeichern müssen und wie wir für diese wichtigsten Dinge keine Verwendung im Leben haben. — So sehen wir also, daß wir in unserem irdischen Dasein dahinleben und fortwährend Kräfte aufspeichern, die sich ausdrücken als Lebensreife, und die, wenn wirklich ein Leben richtig durchgeführt wird, sich am stärksten angesammelt haben, wenn wir an der Pforte des Todes angelangt sind. Wir sehen, daß da etwas in uns ist, in uns lebt und sich zunächst nicht in einer Außenwelt ausleben kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":349,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/61/1912-03-21/p012"},{"locus":"GA 61/1912-03-21/p013","passage_number":13,"text":"Wie leben wir? Wir leben in der Seele dadurch, daß wir auf unser abgelebtes Dasein zurückblicken können. Die Erinnerung hält uns sozusagen den Seelenfaden zusammen. Aber aus dieser Erinnerung tritt gleichsam etwas heraus, was in uns lebt und webt als unsere innere Lebensreife, und was wie eine überschüssige Kraft in dem gegenwärtigen Erdendasein sich darstellt. Man kann nun geisteswissenschaftlich zunächst einfach ein Gesetz anwenden, das in der ganzen äußeren Wissenschaft gilt, das Gesetz, daß Kräfte nicht verschwinden können. Für die äußere Welt gibt das jeder Naturforscher, jeder Physiker zu. Er weist darauf hin, wenn man nur mit dem Finger über die Tischplatte fährt und eine Druckkraft anwendet, so wird diese Druckkraft umgewandelt in Wärme. Man sagt: Kräfte, die einmal aufgewendet werden, können sich umwandeln, verwandeln, aber sie können nicht in Nichts verschwinden. — Wenn man das mit Bewußtsein erlebt hat, daß wir in dem, was wir als Lebensreife und Lebensinhalt haben, die Kräfte aufgespeichert haben, die zunächst keine Verwendung mehr finden und die am stärksten angespannt sind, wenn wir durch die Pforte des Todes schreiten, dann darf nach dem gewöhnlichen Menschenverstande der Gedanke nicht mehr ferne liegen, daß die Kräfte, die als Kräfte vorhanden sind und die unabhängig von dem äußeren Leibeswerkzeug durch die Arbeit des Ich entstanden sind, nicht in ein Nichts verschwinden können. Der äußere Leib — das ist die einzige Konsequenz —, dem diese Lebensreife nicht verdankt ist, mag abfallen, mag seinen Elementen übergeben werden; diese Kräfte sind da. Und weil wir in diesen Kräften das Ich als den wirksamen, den kraftenden Mittelpunkt haben, so ist das Ich in den Kräften seiner Lebensreife da, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes tritt. Das mögen diejenigen bestreiten, die keine Lust dazu haben, die Gesetze der gewöhnlichen Physik auch auf das geistige Leben anzuwenden, nur sollten sich diese bewußt sein, daß sie eine Inkonsequenz in dem Augenblick begehen, wo sie in der Betrachtung von der äußeren physischen Wirklichkeit nach der geistigen Wirklichkeit aufsteigen. So also brauchen wir durchaus nicht etwas anderes zunächst zu Hilfe zu rufen als den gewöhnlichen gesunden Menschenverstand, wenn die Geisteswissenschaft davon redet, daß in demjenigen, was wir unser Inneres nennen, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen, Kräfte aufgespeichert liegen, welche wir uns im Leben erworben haben, und die dann gerade ihre größte Spannung haben und am meisten wirken müssen in einer Welt, welche nicht die Welt des äußeren physischen Leibes ist. Fortwirken müssen diese Kräfte nach dem Tode in einer Welt, welche dann offenbar vorausgesetzt werden muß, in welcher dann diese Kräfte, das heißt das von dem Ich durchsetzte und durchkrafteteInnere des Menschen fortlebt, wenn der Mensch im entkörperten, leibfreien Zustande ist. 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