{"corpus":"steiner","locus":"GA 63/1914-01-15/p013","lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"text":"Against this Lotze objected at the same time: whoever gives such an answer, does not take account of the animal kingdom first of all, into which in truth not only evil but also wickedness have entered comprehensively. How does cruelty rise up to meet us in the animal kingdom, how does everything, that is taken up in human life, and which can become the most fearsome burden, come to meet us everywhere in the animal kingdom! But whoever wants to lead us to the animal kingdom in this field as regards education, can they not also run into the same animal kingdom issues? So Lotze turned away from the idea of education. In particular he drew attention to the fact that omnipotence of God would contradict this idea of education; since it was only possible then, Lotze thought, to extract the best in a being from the worst: once the worst had been given. But that would contradict the omnipotence *of* God: first we must work our way out of the worst, at the same time as preparing to be able to build goodness thereupon. So Lotze turns around to say: maybe one should consider more like someone who says that whatever is evil, what is bad, is wickedness. This arises not through the omnipotence of God, nor through the will of any conscious being; but evil is connected with that which exists in the world, in the way for example that the three angles of a triangle that add up together to 180º, are related to a triangle. So, if God wanted to create a world, he must conform to that which is true without him. So any world that he wanted to create is perforce connected with wickedness and evil. So, he must, if he wanted to create a world, prepare evil and wickedness along with it.—Against this Lotze objected: but then we limit what we can properly assume is the working and weaving of a divine being through the world. Since, when one observes the world, then one must say: according to general laws, according to which the appearances of the world can be thought through, it is very likely that it could be thought of without evil and wickedness. If we observe the world, we must say at once, that wickedness contravenes real freedom; so it must be from arbitrariness that freedom was called into being by the divine being.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"7. Evil in the Light of Spiritual Knowledge","site_heading":null,"date":"1914-01-15","location":null,"word_count":404,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/63/1914-01-15/p013","alignment_confidence":"medium","alignment_reason":"beads:length","two_voice_volume":false,"translation_credit":{"scope":"unit","status":"not_established","translator":null,"identified_edition":"eLib2015","book_title":"Spiritual Science as a Life's Work","publisher":null,"publisher_inferred":false,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA063/English/eLib2015/19140115p02.html","evidence":null,"reason":"no_translator_named","note":"Neither the lecture's own page nor rsarchive's lecture list names a translator for it. No translator is established for this lecture: nothing at the level of the lecture names one. Do not attribute this English to a translator, and do not borrow a credit from another lecture of the volume. Cite the German for anything load-bearing."},"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-01-15/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/63/1914-01-15/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"german_anchor":{"de_prefix":"1914-01-15","de_passages":[{"locus":"GA 63/1914-01-15/p011","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-01-15/p011"},{"locus":"GA 63/1914-01-15/p012","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-01-15/p012"},{"locus":"GA 63/1914-01-15/p013","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-01-15/p013"},{"locus":"GA 63/1914-01-15/p014","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-01-15/p014"}],"bead_confidence":"high","pairing_state":"verified","verified":true,"evidence":["reader"],"reader_german":["GA 63/1914-01-15/p013","GA 63/1914-01-15/p014"],"reader_part":true,"length_check":{"de_words":988,"en_words":783,"ratio":0.79,"partial":false},"correspondence":"established","note":"English passage numbering is edition-relative, so the same number need not name the same paragraph in the German. The German original passage(s) above are the edition-invariant anchor — fetch them (lang='de') to verify wording before quoting across editions."},"paired_german":{"status":"paired","german":[{"locus":"GA 63/1914-01-15/p011","passage_number":11,"text":"Daß eine solche Anschauung nicht etwa bloß in einzelnen Denkerköpfen wie etwas Befriedigendes auf die große Frage nach der Bedeutung des Übels und des Bösen in der Welt gefühlt wurde, sondern weit verbreitet ist, das mag eine Bemerkung erläutern, die ich nicht unterdrücken will, weil sie vielleicht gerade unsere Situation klar legt. Ich will auf einen Denker aus einer ganz anderen Region verweisen: auf den bedeutenden japanischen Denker, den Schüler des chinesischen Denkers Wang-Yang-Ming, Nakae Toju. Für ihn besteht alles, was sich uns an Welterfahrungen darbietet, aus zwei Dingen, aus zwei, man möchte sagen, Wesenheiten. Die eine Wesenheit ist für ihn so, daß er zu ihr aufschaut wie zu dem Geistigen, und er läßt die menschliche Seele an dem Geistigen teilnehmen; diese Wesenheiten nennt er Ri. Dann siehter hin zu dem, was sich am Menschen leiblich darstellt, und läßt die Leiblichkeit an allem teilnehmen, woraus sie auferbaut ist aus der Materie heraus; diese Wesenheit nennt er Ki. Und aus der besonderen Zusammensetzung von Ri und Ki entstehen ihm alle Wesen. Die Menschheit ist für diesen Denker des Ostens, der in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts gelebt hat, teilhaftig sowohl an dem Ri als an dem Ki. Dadurch aber, daß die Menschenseele in ihrem Erleben mit ihrem Ri untertauchen muß in das Ki, strömt ihr aus dem Ki das Wollen entgegen — und mit dem Wollen das Begehren. Damit ist die Menschenseele in ihrem Leben verstrickt im Wollen und Begehren, und damit steht sie vor der Möglichkeit des Bösen. — Nicht weit ist dieser Denker des Ostens, der erst verhältnismäßig kurze Zeit vor uns, wie gesagt, in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts gelebt hat, nicht weit ist er von dem entfernt, was man im Abendlande, in den Zeiten des Neuplatonismus, des Plotin zum Beispiel, als den Ursprung des Bösen darzustellen versucht hat: die Verstrickung des Menschen in die Materie. Wir werden nachher sehen, daß es wichtig ist, einmal auf diese Art hinzuweisen, sich die Frage nach dem Ursprung des Bösen zu beantworten mit der Verstrickung des Menschen in die Materie. In den weitesten Kreisen des menschlichen Denkens tritt uns gerade dieses entgegen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":353,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-01-15/p011"},{"locus":"GA 63/1914-01-15/p012","passage_number":12,"text":"Ein Denker des neunzehnten Jahrhunderts, der wahrhaftig zu den bedeutendsten gehört, versuchte sich mit dem Übel und dem Bösen auseinanderzusetzen, und die Hauptgedanken seines Denkens möchte ich kurz darstellen. Er sah in der Welt um sich herum Teile des Übels, Teile des menschlichen Bösen, und er stand als ein Philosoph, bei dem insbesondere die Gemütseigenschaften tief ausgebildet waren, vor dem Übel und dem Bösen: Hermann Lotze, einer der bedeutendsten Denker des neunzehnten Jahrhunderts, der den sehr bedeutenden «Mikrokosmos» zum Beispiel und andere für das neunzehnte Jahrhundert bedeutsame philosophische Werke geschrieben hat. Versuchen wir uns vor die Seele zu rufen, wie Hermann Lotze, also einer unserer bedeutendsten Zeitgenossen, vor dem Problem des Bösen steht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":113,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-01-15/p012"},{"locus":"GA 63/1914-01-15/p013","passage_number":13,"text":"Er sagt sich: Wegleugnen läßt sich das Böse nicht. Wie hat man sich die Frage nach dem Bösen zu beantworten versucht? Man hat zum Beispiel gesagt, daß das Übel und das Böse im Leben da sein müsse; denn nur dadurch, daß sich die Menschenseele aus dem Bösen herausarbeite, könne man sie erziehen. Da nun Lotze nicht zu den Atheisten gehört, sondern einen die Welt durchlebenden und durchwebenden Gott annimmt, so sagt er: Wie muß man sich also im Sinne der Erziehungsidee zu dem Bösen und dem Übel stellen? Man müsse annehmen, daß Gott das Böse und das Übel gebraucht hätte, um die Menschen herauszuarbeiten und zum freien Gebrauch ihrer Seele zu erheben. Das konnte nur geschehen, indem sie selbst diese innere Arbeit verrichteten, indem sie selbst diesen inneren Zustand erlebten, der in dem Herausarbeiten aus dem Bösen besteht, und dadurch erst, selbstbewußt ihr wahres Wesen und ihren wahren Wert erkennen lernten. —- Lotze wendet zugleich dagegen ein: Wer eine solche Antwort gibt, berücksichtige vor allem nicht die Tierwelt, in welcher uns wahrhaftig nicht nur das Übel, sondern auch das Böse im umfassenden Sinne entgegentreten. Wie tritt uns in der Tierwelt Grausamkeit, wie tritt uns alles, was, in das Menschenleben heraufgenommen, zu den furchtbarsten Lastern werden kann, überall in der Tierwelt entgegen! Wer aber vermöchte der Tierwelt gegenüber die Erziehung ins Feld zu führen, die ja bei der Tierwelt nicht angeführt werden kann? So weist Lotze die Idee der Er'ziehung ab. Insbesondere macht er darauf aufmerksam, daß der Allmacht seines Gottes diese Erziehungsidee widersprechen würde; denn nur dann habe man nötig, meint Lotze, das Bessere in einem Wesen aus dem Schlechten herauszuarbeiten, wenn man erst das Schlechte gegeben hat. Aber das würde der Allmacht des Gottes widersprechen: erst das Schlechte herausarbeiten zu müssen, gleichsam zur Vorbereitung, um dann das Gute darauf auferbauen zu können.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":303,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-01-15/p013"},{"locus":"GA 63/1914-01-15/p014","passage_number":14,"text":"So wendet sich denn Lotze dahin zu sagen: Vielleicht müsse man diejenigen mehr berücksichtigen, welche da sagen: Dasjenige, was böse, was schlecht ist, was ein Übel ist, das ist dies nicht durch die Allmacht Gottes, nicht durch den Willen irgend eines bewußten Wesens; sondern es ist mit dem, was in der Welt existiert, das Übel so verbunden, wie zum Beispiel die Tatsache, daß die drei Winkel eines Dreieckes zusammen 180° betragen, mit einem Dreieck verbunden ist. Wenn Gott also überhaupt eine Welt schaffen wollte, mußte er sich richten nach dem, was ohne ihn wahr ist, daß mit irgendeiner Welt, die er schaffen wollte, das Böse und das Übel verbunden ist. Er mußte also, wenn er überhaupt eine Welt schaffen wollte, das Böse und das Übel mitschaffen. — Dagegen wendet Lotze ein: Dann aber beschränken wir erst recht das, was man als das Wirken und Weben eines göttlichen Wesens durch die Welt annehmen könne. Denn wenn man die Welt betrachtet, dann muß man sagen: Nach den allgemeinsten Gesetzen, nach dem, wie man sich die Welterscheinungen durchdenken kann, wäre sehr wohl eine Welt denkbar ohne das Übel und das Böse. Wenn man die Welt betrachte, müsse man gerade sagen, gegen eine eigentliche Freiheit verstoße das Böse; es müsse also gerade durch die Willkür, durch die Freiheit des göttlichen Wesens hervorgerufen werden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":219,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/63/1914-01-15/p014"}],"english":["GA 63/1914-01-15/p012","GA 63/1914-01-15/p013"],"method":"reader","confidence":"high","correspondence":"established","length_check":{"de_words":988,"en_words":783,"ratio":0.79,"partial":false},"pairing_state":"verified","verified":true,"evidence":["reader"],"reader_german":["GA 63/1914-01-15/p013","GA 63/1914-01-15/p014"],"reader_part":true},"witness_completeness":{"ratio":1.07,"band":"comparable","note":null,"word_count":10981,"original_word_count":10241,"may_be_abridged":false},"witness_quality":{"translator":{"scope":"unit","status":"not_established","translator":null,"identified_edition":"eLib2015","book_title":"Spiritual Science as a Life's Work","publisher":null,"publisher_inferred":false,"match_score":1.0,"source_url":"https://www.rsarchive.org/Lectures/GA063/English/eLib2015/19140115p02.html","evidence":null,"reason":"no_translator_named","note":"Neither the lecture's own page nor rsarchive's lecture list names a translator for it. No translator is established for this lecture: nothing at the level of the lecture names one. Do not attribute this English to a translator, and do not borrow a credit from another lecture of the volume. Cite the German for anything load-bearing.","warning":"No translator is recorded for this edition. An unattributed translation cannot be weighed as a witness: you cannot tell which hand made the choices in it. Cite the German for anything load-bearing."},"entity_parity":{"status":"ok","checked_against":["GA 63/1914-01-15/p011","GA 63/1914-01-15/p012","GA 63/1914-01-15/p013","GA 63/1914-01-15/p014"],"missing_from_translation":[],"present_only_in_translation":[],"bead_confidence":"high","note":"Every load-bearing name in the German counterpart appears in this English passage. That is a check on NAMES only: a translation can keep every name and still reverse who acts on whom, change a number, or soften a claim. Read the German for anything you intend to rest an argument on."},"note":"quote_safe certifies the bytes of this text. This block is about the translation as a WITNESS: who made it, and whether it carries the same names as the original. See witness_completeness for how much of the original this witness holds."}}