The Fateful Year of 1923
GA 259 — 21 October 1923, Dornach
Bemerkungen zur Goetheanum-Sparbüchse
Dornach, am 21. Oktober 1923 nach dem Vortrag
Und jetzt habe ich Sie zum Schlusse aufmerksam darauf zu machen, daß Sie dort in der Ecke ein durch die Bemühungen von Mr. Pyle zustandegekommenes kleines Kunstwerk sehen. Dieses Kunstwerk stellt außerdem, daß es ein Kunstwerk ist, dessen Anblick Sie erfreuen soll, auch noch etwas anderes dar. Es ist nicht nur schön, sondern auch nützlich. Es braucht ja etwas dadurch, daß es schön ist, nicht alle Nützlichkeit zu verleugnen. Und so verleugnet auch dieses kleine Kunstwerk nicht die Nützlichkeit. Sie haben oben den Adler, dann den Löwen und die Schlange. Also Sie sehen, die Bildlichkeit ist etwas verschoben. Das ist aber gerade gut für diese Aufgabe. Das ganze Ding hat vorne einen Rachen, einen Löwenrachen, und der Rachen will etwas. Der Löwe will fressen. Wissen Sie, was er fressen will? Spenden für das Goetheanum, damit wir wieder aufbauen können. Und das soll so arrangiert werden, daß möglichst viele eine solche Sparbüchse kaufen, denn es ist eine Sparbüchse, und der Löwenrachen stellt den Spalt dar, durch den man dasjenige, was man erspart an Zigaretten, an allerlei anderen Dingen, da hineinschiebt, in kurzen Zwischenräumen, damit’s recht bald voll ist. Es wird dann unten eine Vorrichtung sein, damit man öffnen und den Inhalt für das Goetheanum abliefern kann. So ist es gedacht von Mr. Pyle, die Idee stammt von ihm.
Es wird in Gips oder Terrakotta ausgeführt werden. Ich glaube, es wird sehr schön sein. Zuerst ist nur das Modell hier, aber man kann sich einschreiben, und dann können die Dinge später hier bezogen werden. Man wird also Gelegenheit finden, sich eine solche Sparbüchse anzuschaffen, etwas Schönes immer zu haben, aber etwas, was auch ebenso Nützliches verlangt. Sehen Sie sich beim Hinausgehen dieses schöne nützliche Ding an und bekommen Sie die Meinung, die Empfindung, daß auch dieser Adler, dieser Löwe etwas sein soll zur Ergänzung desjenigen, was der Mensch sonst mit seinem Geld tut. Man braucht schon seine Umwelt; da ist ein Stück Umwelt geschaffen. Ergänzen Sie sich durch diese Umwelt!