The Christmas Conference

GA 260 — 25 December 1923, Dornach

Gründungsversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft Dornach, Weihnachten 1923

Meine lieben Freunde!

Ich darf die Gründungsversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft hiermit für eröffnet erklären. Meine erste Aufgabe ist, mitzuteilen die Namen der einzelnen Generalsekretäre, die hier im Auftrag der Ländergesellschaften zu sprechen haben werden:

Amerika, die Vereinigten Staaten: Mr. Monges.
Belgien: Madame Muntz.
Dänemark: Herr Hohlenberg.
Deutschland: Im Auftrag des Vorstandes: Dr. Unger; im Auftrag der Freien Anthroposophischen Gesellschaft: Dr. Büchenbacher.
England: Mr. Collison.
Finnland: Herr Donner.
Frankreich: Mademoiselle Sauerwein.
Holland: Dr. Zeylmans van Emmichoven.
Honolulu: Madame Ferreri.
Italien: Im Auftrag des Vorstands: Baronin de Renzis, Rom, Herzog von Cesaro, Fräulein Schwarz, Mailand.
Norwegen: Herr Ingerö.
Österreich: Im Auftrag des Vorstands: Graf Polzer.
Schweden: Im Auftrag: Fräulein Henström.
Schweiz: Herr Steffen.
Tschechoslowakei: Im Auftrag: Dr. Eiselt, Dr. Krkavec.

Ich habe zweitens zur Verlesung zu bringen ein eingelaufenes Telegramm: «Bitte überbringen Sie der Versammlung unsere herzlichsten Grüße und besten Wünsche für ein gutes Resultat, im Namen von Schwedens Anthroposophen.»

Bevor wir die Tagesordnung eröffnen, möchte ich fragen, ob irgend jemand geschäftsordnungsmäßig etwas zur Tagesordnung zu sagen wünscht?

Das ist nicht der Fall.

Dann kommen wir zum ersten Punkt der Tagesordnung. Ich erteile Herrn Steffen, der zu gleicher Zeit sprechen wird als Generalsekretär der Schweiz, innerhalb deren Grenzen wir hier zu Gaste sind, das Wort.

Albert Steffen ergreift das Wort.

Am Schlusse kommt eine Resolution der schweizerischen Delegierten zur Verlesung:

Die Delegierten der schweizerischen Zweige beschlossen, folgende Resolution heute anläßlich der Gründungsversammlung in der Öffentlichkeit bekanntzugeben:

«Heute, da in Dornach die Gründungsversammlung der allgemeinen anthroposophischen Weltgesellschaft stattfindet, möchte die Anthroposophische Gesellschaft in der Schweiz ihrer Dankbarkeit und Begeisterung dafür Ausdruck geben, daß das dem Kulturleben der ganzen Menschheit dienende Goetheanum gerade in der Schweiz wiederum errichtet werden darf. Sie sieht darin ein gutes Geschick und eine große Ehre für ihr Land. Sie möchte ihren Willen bezeugen, alles zu tun, damit die unerschöpfliche Fülle geistiger Impulse, die Rudolf Steiners Werke der Welt vermitteln, von hier aus weiterströmen können. Sie möchte in gemeinsamer Arbeit mit den anderen Ländergesellschaften hoffen dürfen, daß der reine und heilsame Quell Zugang zu allen Menschen finde, die ihn suchen.»

Dr. Steiner: Meine lieben Freunde, es scheint mir im richtigen Fortgange der Versammlung zu liegen, daß die Debatte über solche Mitteilungen, wie das eben Gehörte, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werde, der dann aus dem Verlaufe der Verhandlungen heraus selber bestimmt werden soll.

Und ich möchte jetzt an zweiter Stelle, als zweiten Punkt der Tagesordnung hier einfügen die Mitteilungen, die die verschiedenen Sekretäre der verschiedenen Ländergesellschaften zu machen haben. Ich bitte, wenn irgend jemand mit diesen Anordnungen des Tagesverlaufes nicht einverstanden ist, die Hand zu erheben.

Es scheint nicht der Fall zu sein.

Dann werden wir diesen Tagesverlauf einhalten. Ich bitte die entsprechenden Generalsekretäre, vom Podium aus zu den Freunden zu sprechen. - Ich habe in erster Linie dem Generalsekretär der Vereinigten Staaten von Amerika, Mr. Monges, das Wort zu erteilen.

Mr. Monges gibt seinen Bericht.

Dr. Steiner: Ich möchte nun dem Generalsekretär von Belgien, Madame Muntz, das Wort erteilen.

Madame Muntz dankt für die Ehre, erklärt sich ganz mit allen Ausführungen einverstanden und wünscht besten Verlauf.

Dr. Steiner: Ich habe nun dem Generalsekretär von Dänemark, Herrn Hohlenberg, das Wort zu erteilen. Herr Hohlenberg berichtet.

Dr. Steiner: Ich habe nun das Wort zu erteilen dem Vertreter des Vorstandes in Deutschland, Dr. Unger.

Dr. Unger berichtet über die Arbeit der deutschen Landesgesellschaft. Er schließt mit den Worten, die im Stenogramm vorliegen:

Wir benötigen nun für die Zusammenfassung dieser Gesellschaft zurzeit einen teilweise umfänglichen Apparat, der aber im Sinne der Gründung der allgemeinen Gesellschaft in volle Übereinstimmung gebracht werden muß mit den Statuten, die hier von Dr. Steiner vorgelegt worden sind. Wir erklären, daß die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland alle Punkte dieser Statuten aufnehmen wird in das eigene Statut und dieses Statut als Ganzes voranstellen wird den Statuten oder den Bestimmungen der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland. Zugleich bin ich noch besonders beauftragt, dem tiefen Dank Ausdruck zu geben gegenüber Herrn Dr. Steiner für die Übernahme der schweren Verpflichtung, die er mit der Gründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft auf sich genommen hat. Gerade unter dem Eindrucke dieser Tagung wird es zur Geltung zu kommen haben, ob alles das, was in einer großen Gesellschaft, wie es die deutsche ist, gearbeitet worden ist, in rechtem Sinne teilnehmen kann und will an dem, was Dornach will. Immer war es, seit Dr. Steiner seinen Wohnsitz in Dornach hat, seit die Dornacher Arbeit besteht, selbstverständlich, den Mittelpunkt seines Wirkens in dem zu erblicken, was in Dornach geschieht. Was noch über die Arbeit der Gesellschaft in Deutschland zu sagen sein wird, ist wohl besser vorzubringen im weiteren Verlauf unserer Versammlungen. Wir haben, um es vorauszuschicken, in den letzten Monaten eine ganz intensive Arbeit in der Öffentlichkeit entfaltet. Hunderte von Vorträgen der verschiedensten Art, aber insbesondere auch aus rein anthroposophischem Wollen heraus, sind gehalten worden, besonders in Südwestdeutschland, bis in die kleinsten Orte hinein. Wir haben in einwandfreier Weise festgestellt, mit Übereinstimmung aller, die beteiligt waren - und es waren viele -, daß überall bis in die kleinsten Orte hinein ein wirkliches Interesse vorhanden ist für die Anthroposophie, daß überall die Herzen darauf warten und daß überall, wo man in offener, klarer Weise ausspricht, wie man stehen will auf dem Boden der Geistesforschung, die Dr. Steiner der Welt gegeben hat, es wirklich so ist, daß die Menschen empfinden: Man wird daran erinnert, daß man eine Seele besitzt, und diese Seele beginnt sich ihres Daseins wieder bewußt zu werden. - So ist es in allen Menschenseelen bis in die kleinsten Orte herein, und so dürfen wir zuversichtlich dem Weiterarbeiten entgegensehen.

Dr. Steiner: Ich habe noch das Wort zu erteilen dem Vertreter der Freien Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland, Herrn Dr. Büchenbacher.

Dr. Büchenbacher berichtet und schließt mit den Worten: Ich darf aussprechen, daß wir ein Gefühl tiefster Dankbarkeit dafür haben, daß Dr. Steiner die Führung der Anthroposophischen Gesellschaft selbst übernommen hat. Es gibt uns den Willen und den Mut, mitzuarbeiten mit den Kräften, die wir haben, an diesem allgemeinen Kräftestrom der Anthroposophischen Gesellschaft. Wir sprechen unsern tiefsten Dank dafür aus, daß er diese Tat getan hat. Wir bitten, daß auch die Freie Anthroposophische Gesellschaft ihren Fähigkeiten nach an der Erfüllung dieser Aufgaben, die Herr Dr. Steiner ihr gesetzt hat, in ihrem Teile mitarbeiten darf.

Dr. Steiner: Ich darf nun das Wort erteilen dem Generalsekretär der Englischen Anthroposophischen Gesellschaft, Mr. Collison. Mr. Collison berichtet.

Dr. Steiner: Ich habe nun das Wort zu erteilen dem Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft in Finnland, Herrn Donner.

Herr Donner berichtet.

Dr. Steiner: Ich habe nun das Wort zu erteilen dem Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft von Frankreich, Mademoiselle Sauerwein.

Mademoiselle Sauerwein berichtet.

Dr. Steiner: Ich habe nun das Wort zu erteilen dem holländischen Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft, Herrn Dr. Zeylmans van Emmichoven.

Dr. Zeylmans van Emmichoven berichtet.

Dr. Steiner: Ich werde Sie jetzt bitten, meine lieben Freunde, nur noch ein paar Minuten auf Ihren Sitzen zu bleiben. Das erste, was ich mitzuteilen habe, ist dieses, daß auch anläßlich dieser Tagung verschiedene vom Vergessen herrührende Fundgegenstände daliegen, die alle gesammelt werden und von den Verlierern am Ausgange hier bei Herrn Kellermüller in Empfang genommen werden können.

Zweitens habe ich mitzuteilen, daß die folgende Tageseinteilung diese sein wird: daß heute um 2 Uhr 30 der Vorstand mit den Generalsekretären und den von ihnen mitgebrachten Sekretären sich unten im Glashaus, im Architektenbüro versammeln wird, also nur unser Vorstand, die Generalsekretäre und eventuell deren Sekretäre.

Um 4 Uhr 30 wird die Aufführung des Christgeburtspieles hier sein.

Dann muß wegen einer Eurythmieprobe, die abgehalten werden muß, mein Abendvortrag um 8 Uhr 30 beginnen.

Die heutige Mitgliederversammlung bitte ich Sie jetzt vertagen zu dürfen bis morgen um 10 Uhr, wo wir diese Mitgliederversammlung fortsetzen werden. Ich werde dann die Ehre haben, zuerst dem Vertreter von Honolulu, Madame Ferreri, das Wort zu erteilen, dann den Vertretern der einzelnen Gruppen, die heute nicht gesprochen haben. Hiermit ist also die Versammlung bis morgen um 10 Uhr vertagt.

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