Correspondence with Edith Maryon 1912–1924
GA 263 — 26 February 1921, Hildesheim
Letter from Edith Maryon
Edith Maryon an Rudolf Steiner
Bildhauer Atelier Goetheanum
26. Febr. 1921
Sehr verehrter lieber Lehrer,
ich habe von Miss Felkin einen Brief erhalten mit der Bitte, Ihnen zu schreiben und mitzuteilen, daß nächsten Dienstag um 6 Uhr abends eine Versammlung ihrer Freunde stattfindet, und die Sache scheint recht schwierig zu gehen, es scheint sich aufzulösen — und sie möchte, daß man an sie denkt zu dieser Zeit. (Sie kommt wieder her für kurze Zeit.)
Es wäre wahrscheinlich gerade gut, wenn es zu Ende ginge, nicht wahr?
Diese Woche hat man eine recht unerfreuliche Nachricht bekommen von einer dramatischen Skizze, ausgeführt von Studenten, abends im Casino Basel, eine Karikatur (unter Decknamen selbstverständlich), der Anthroposophischen Gesellschaft, es ging in alle Details, ohne Witz, aber sehr, sehr gemein, an Stellen ging es sogar über in Blasphemie. Es war aber ganz nach Basler Geschmack, großer Beifall, großes Publikum. Einige Dinge waren recht raffiniert und teuflisch gedacht. (Herr Ich, Frau Dr. Boos, Beatrice und andere waren anwesend. Ich hoffe, Sie bringen bessere Nachricht zurück aus Holland, und daß die Menschen dort weniger grob sind wie die hiesigen.)
Ich beschäftige mich mit einer Kiste voll Püppchen und Plaketten für St. Gallen.
Ich denke an Ihren Geburtstag morgen und sende wieder viele gute Grüße
Edith Maryon
Von Frl. Geck Grüße für morgen.