Correspondence with Edith Maryon 1912–1924
GA 263 — 27 February 1923, Hildesheim
Letter from Edith Maryon
Edith Maryon an Rudolf Steiner
[Dornach, vermutlich kurz vor dem 27. Februar 1923]
Samstag, 2 Uhr nachmittags
Sehr verehrter lieber Lehrer,
bis jetzt ist nichts mehr gekommen. Frau Dr. Wegman kam gestern, ich saß zwanzig Minuten in dem großen Polstersessel und nachher war es ganz still und alles war in Ordnung. Der Sonnenuntergang war recht schön, ich hoffe, die Fahrt war auch recht gut, und daß Sie gut angekommen sind. Heute lese ich Steffens «Kleine Mythen»; er scheint mir ein Seelenverwandter von Hans Chr. Andersen zu sein. Meine Gedanken sind recht viel in Stuttgart, ich hoffe sehr, daß die Menschen sich aufraffen werden, und etwas Würdiges zustande bringen, die Welt hat es so nötig, und man könnte dann wieder etwas Hoffnung fassen.
Ich sende zwei Ausschnitte, der von Collison scheint mir nicht ungeschickt gemacht, als Erwiderung gegen die wüsten Verlogenheiten der Berliner Korrespondenten. Der Brief von Miss Rove über Stuttgart ist auch gut. Es sind noch andere gekommen, aber nichts Nennenswertes.
Ich sende allerbeste Grüße, auch Geburtstags-Gedanken und gute Wünsche und hoffe, daß Sie bald wiederkommen! .
Edith Maryon