Correspondence with Edith Maryon 1912–1924
GA 263 — 15 May 1923, Hildesheim
Letter from Edith Maryon
Edith Maryon an Rudolf Steiner
Bildhauer Atelier Goetheanum
Dornach bei Basel, 15. Mai 1923
Sehr verehrter lieber Lehrer,
ich hoffe, daß die Reise nach Norwegen sehr gut verlaufen ist, und daß Sie es nicht zu kalt gehabt haben? Auch hoffe ich sehr, daß der Husten jetzt überwunden ist?? Nachricht habe ich bis jetzt nur von Stuttgart erhalten, Leinhas schrieb Flossie, die Reise sei sehr schön gewesen.
Gestern war das Wetter hier recht schauderhaft, so starker Regen, daß die Berge verschwanden, und man konnte nur eine kurze Strecke überschauen, auch war es so kalt, daß man heute gar nicht überrascht war, Schnee auf verschiedenen Bergen zu sehen. Dagegen ist es heute recht schön, so daß ich nach dem Atelier gehen konnte. Gestern hat Ranzenberger einen weiteren Kunstvortrag vorgelesen, mit Lichtbildern; ziemlich viel Publikum trotz schlechtem Wetter. (Ich war nicht dabei.)
Heute habe ich einen Hut für Frl. Bauer gemacht - sehr spassig! Beiliegender Ausschnitt aus den Basler Nachrichten. Keine Nachricht von Mrs. Mackenzie aus Amerika bis jetzt: vielleicht begegnet sie Ihnen, aber es ist nicht bestimmt.
Gestern war Frau Dr. Wegman hier, sie meinte, ich sähe gut aus, es ist auch besser, obwohl das Atmen immer etwas zu kurz ist.
Nachmittag. Wie schade, daß die Reise nach Berlin so gestört war, hoffentlich ist die weitere Reise nach Norwegen ganz ordentlich gegangen. Alle besten Gedanken und gute Wünsche wegen der Stimme.
Herzlichste Grüße
Edith Maryon
[Zeitungsausschnitt:]
Bern, 14. Mai, A.g. Der bekannte amerikanische Großindustrielle Henri Ford gedenkt dem Vernehmen nach für eine Zeit in Muri bei Bern Aufent halt zu nehmen. Er hat zu diesem Zwecke eine Villa gemietet.
Mai, Bas[ler] Nachfrichten]
(Der Don Quichotte von dem Friedensschiff!) E.M.