Correspondence with Edith Maryon 1912–1924
GA 263 — 19 May 1923, Hildesheim
Letter from Edith Maryon
Edith Maryon an Rudolf Steiner
Bildhauer Atelier Goetheanum
Dornach bei Basel, [19. Mai 1923]
Samstag
Sehr verehrter lieber Lehrer,
ich bin sehr froh, daß die Reise nach Norwegen gut gegangen ist; aber so viele Extra-Vorträge! Auf dem Programm stand erst Mittwoch als Anfang. Hoffentlich sind meine 3 Briefe angekommen - es fehlte auf der angegebenen Adresse «Kristiania», und ich habe große Bedenken gehabt, ob «Heggeli» eine Stadt sei oder nicht, ich meinte es sei wahrscheinlich eine Vorstadt von Kristiania, aber weil es mir nicht gesagt war, wußte ich mir nicht recht zu helfen. Trotzdem habe ich auf dem ersten Brief es trotzdem gewagt, Kristiania zu schreiben. Auch steht gar nichts von Husten in den Briefen???
Das Wetter hier ist zumeist ganz gemein und häßlich, gerade zur Zeit regnet es wieder; gerade gehen Frl. Senn und Herr Drescher nach dem Amt, um sich trauen zu lassen! Heute Abend wird es eine Feier geben in der Bauhütte von Bay, mit Chor und Gesang! Flossie, Gerda Langen und andere singen im Chor. Leinhas ist wieder hier (nicht im Chor aber!). Es wird wohl eine lustige Gesellschaft sein, Kalähne ist auch eingeladen.
Ich sende allerherzlichste Grüße und hoffe, daß Sie bald wiederkommen.
Mit allerbesten Gedanken von
Edith Maryon