Lessons for the Participants of Cognitive-Cultic Work 1906–1924

GA 265a — 9 April 1906, Bremen

Über Freimaurerei

Bremen, 9. April 1906 Vortragsmitschrift von Marie Steiner

Es besteht [eine] innere Beziehung zwischen Theosophie und dem, was im Freimaurertum enthalten ist. Es gibt [eine] große Furcht vor [dem] Freimaurertum. - In Wien, wo [ein] Universitätsprofessor und andere Leute dabei waren, erzählte ein Herr in meiner Gegenwart, ein hoher katholischer Geistlicher, Folgendes: In Rom hatten ein Dutzend Dominikaner [Lücke in der Mitschrift] erzählte, dass es wahr wäre [Lücke in der Mitschrift] ein anderer katholischer Geistlicher sagte, man dürfe im Dunkeln nicht auf die Straße gehen, weil die Freimaurer umgingen.

Lessing fragte man, ob er etwas Staatsgefährliches oder sonst Gefährliches entdeckt hätte? Nein, aber [Lücke in der Mitschrift] froh, wenn überhaupt [Lücke in der Mitschrift].

Goethe hat die Kraft zu Tiefstem aus Freimaurertum geschöpft [Lücke in der Mitschrift].

Die Freimaurerei soll älter sein als die Menschheit, weil sie vom Licht stamme und Erde sei älter als [Lücke in der Mitschrift].

Die Freimaurerei leite sich von Adam ab, weil das Schurzfell vom Feigenblatt herzuleiten sei.

Symbole aus Werkstatt.

Das Freimaurertum stellt dar eine Gemeinschaft von Menschen, welche das Ziel haben, sich zu entwickeln.

Ein Maurer ist vor allem bestrebt, sich selbst so weit zu bringen, dass er ein würdiger Mitarbeiter am Bau des Menschen sei.

Der Sinn des Erdenlebens ist, dass wir unseren Planeten umgestalten, umarbeiten. - Immer mehr greift menschliche Arbeit ein in unsere Erde.

Was wird die Erde einst sein? Ein Bau, den der Mensch vollendet. Und die Pflicht jedes Menschen ist, mitzuwirken an diesem Bau.

In den Tempelbau müssen drei Kräfte hereingebaut werden, sonst entsteht ein Chaos, und die drei Säulen, auf denen dieser Tempel ruht, sind Weisheit, Schönheit, Stärke.

Weisheit, wenn er seinen Geist veredelt.

Schönheit, wenn er sein Gemüt veredelt.

Stärke, wenn er seinen Willen veredelt.

Daher gelten diese drei Säulen als die Grundlage von allem Wirken.

Gebaut wird am Äußeren und am Innern - und am besten, wenn diese drei hereingebaut werden.

Freie Maurerei ist alles, was mit Hilfe von Weisheit, Schönheit, Stärke geschieht.

Das richtige Aufbauen des Erdentempels ist gemeint, nicht nur das Innere des Menschen.

Man muss verstehen, wie die Herstellung von Kunstwerken zusammenhängt mit der Maurerei. - Versetzen Sie sich in den schönen Zusammenhang zwischen Bau und Seele in einem gotischen Dom in einer mittelalterlichen Stadt.

Ein richtiger Bau war, der sich so spiegelt, dass Weisheit, Schönheit und Stärke in der Seele leben.

Die Spitzbögen sind nichts anderes als die gefalteten Hände des Mystikers.

Die tiefen alten Intentionen stammen von da her, [von] wo alles Wissen der Menschen stammt: aus den Mysterien.

Das Prinzip des Lernens dort war Menschenverwandlung.

Die Geburt des Geistesmenschen im Menschen war das Ziel dieser alten Mysterien.

Es gibt zwei Arten, die Wahrheiten an sich herankommen zu lassen: durch Offenbarung und durch helle klare Erkenntnis.

Am materialistischsten ist heute die Theologie. Bis zum sechzehnten Jahrhundert wurde gelchrt, dass die sechs Tage ein astrales Traumerlebnis des Adam seien.

Der salomonische Tempel gilt als das Symbol des großen Erdentempels.

In Salomo war dargestellt der Priesterkönig, der durch Offenbarung zur Weisheit gekommen ist.

In Hiram Abiff war dargestellt der Mensch, der durch sich [selbst] zur Weisheit gekommen ist.

Die Symbole der Mathematik, der Mechanik sind hergenommen von der toten Natur, denn diese kann [der Mensch] bändigen. Das Lebendige kann er noch nicht bändigen, er kann weder eine Pflanze, noch Tier, noch seinesgleichen aus eigener Kraft hervorbringen. Hierzu braucht er noch die Offenbarung der lebendigen Kräfte.

Zum Fortschritt kann nur die hohe Natur des Menschen beitragen, die niedere muss zurücktreten.

«Wir müssen Stätten haben, wo die ganze niedere Natur schweigt und nur die höhere Natur spricht.»

In dem Moment, wo [der Maurer] das Schurzfell angelegt hat, ist die niedere Natur nicht mehr da - dazu verpflichtet sich der Maurer. Die ganze Symbolik der Maurerei bildet eine sinnbildliche Darstellung des Weges, den der höhere Mensch zu wandeln hat, ein Abbild der inneren Entwicklung.

Lehrling sein heißt, nach[zu]holen, was unsere Brüder in der Vorzeit geleistet haben.

Geselle sein heißt, mitleben [zu] dürfen mit den alten Brüdern der Menschheit.

Meister [sein heißt], mitarbeiten [zu] dürfen am Tempelbau.

Ein solches Zeremoniell bedeutet ein Abbild der Geheimnisse der höheren Welten selbst.

Die Theosophie ist die innere Wahrheit dieser Zeremonien, sie sagt, was diese Zeremonien zeigen. Sie hat den Geist dieser Zeichen und Abbilder.

[Möglicherweise ab hier Fragenbeantwortung]

Die drei Gesellen: Illusion des persönlichen Selbst, Zweifel und Aberglaube.

Der Mensch muss durch die verschiedenen Stufen des Aberglaubens gehen, um zur Erkenntnis zu kommen. 1906

Er muss durch die Illusion des persönlichen Selbst gehen, um zur Selbstlosigkeit zu gelangen.

Wer sich in jedes Jahr vertieft, das Christus Jesus durchlebt hat, hat die 33 Grade der Maurerei.

Man braucht zu dem Mitleid die Erkenntnis - im Lichte wandeln.

Nur Bequemlichkeit höherer Art ist [es], die Erkenntnis zu scheuen.

Weil der Freimaurer die Frau an die Familie gebannt wissen wollte, schloss er sie von der Loge aus.

Auf höheren Planen geschah etwas, was zu einer Notwendigkeit machte, dass die Frau jetzt zu aller Kultusarbeit herangezogen wird.

An den männlichen Organismus sind gebunden die Lebenskräfte. Die Kräfte des Vril, die lebendigen, welche durch die Frauen erobert werden.

Theosophie stellt mehr die studierende, ideelle Seite, Freimaurerei die praktische Seite dar.

Im okkulten Zusammenarbeiten von Mann und Frau liegt die zukünftige Bedeutung der Freimaurerei. Die Auswüchse der Männerkultur müssen zurückgestaut werden durch die okkulten Kräfte der Frau.

Einweihung im Altertum und jetzt:

Der Ätherleib wurde aus dem in Tieftrance befindlichen Körper herausgenommen, wie: Denken Sie an eine Hand, welche einschläft; der Ätherteil hängt dann sichtbar aus ihr heraus. So trat der ganze Datierte Lehrstunden Ätherleib beim antiken Adepten heraus, und die Eindrücke der höheren Welten wurden hineingeprägt (wie mit Petschaft und Siegel).

Jetzt wird in den Astralleib so stark hin[ein]gearbeitet, dass er die Eindrücke weiter überträgt auf den ätherischen, von da auf den physischen Leib.

Christliche Einweihung:

1) Fußwaschung: vor jedem sich beugen, durch dessen Erniedrigung wir höher gekommen sind.
2) Geißelung
3) Dornenkrone: Jede Verleumdung, auch Hohn und Spott mit absolutem Gleichmut auf sich nehmen.

German original of On Freemasonry · ← Previous · Next →