Lessons for the Participants of Cognitive-Cultic Work 1906–1924

GA 265a — 27 April 1914, Berlin

Der Mensch Als Werkzeug Der Götter Durch Seinen Physischen, Ätherischen, Astralischen Leib Und Durch Sein Ich

Aufzeichnungen A von Camilla Wandrey Alle Grade

Meine lieben Schwestern und Brüder!

Ein jeder Mensch hat in den Tiefen seiner Seele die Anlage zu okkulten Fähigkeiten. Der Lehrer, dem sich die Menschenseele anvertraut, tut nichts anderes, als diese schlafenden, unbewussten Seelenkräfte aufzuwecken, sie nach und nach ins Bewusstsein hinaufzuheben und der Seele so die Möglichkeit zu verschaffen, tiefer und tiefer in die Geheimnisse des Weltenseins, des Makrokosmos einzudringen und seine Beziehungen zum Mikrokosmos, dem Menschen, immer mehr zu erkennen. Für diejenigen Schüler, die da beginnen, im okkulten Erkennen Fortschritte zu machen, ist es eine gute Übung, sich sozusagen mit den Sinnesorganen seines Körpers zu unterhalten.

Ich könnte mir zum Beispiel denken, dass ich Zwiesprache hielte mit meinen Augen. Selbstverständlich ist das Bewusstsein des Auges ein anderes als das Bewusstsein, welches der ganze Mensch hat. Der Mensch schaut hinauf zur Sonne, mit Bewusstsein lässt er das Wesen der Sonne oder des Mondes und des Sternenhimmels durch seine Sinnesorgane auf sich wirken. Das Auge selber aber kann nicht bewusst Sonne, Mond oder den Sternenhimmel sehen. Wohl aber sieht es bewusst Tiere, Pflanzen - überhaupt alles, was auf der Erde ist. Aber bis zum Sternenhimmel kann es sich bewusst nicht erheben.

Der Mensch steht auf der Erde und blickt empor zum Firmament, nicht aber zum Himmel, das Bewusstsein des Auges kann ihn nicht erschauen; der Himmel, zu dem sich allein das Auge erheben kann, das ist die Erde: Die Erde ist dasselbe für das Auge, was der Himmel für den Menschen ist.

Nun könnte ja natürlich jemand einwenden: Ja, aber wir sehen doch durch das Auge den Sternenhimmel. Ja — aber nur deshalb, weil das Ich im Menschen darinnen ist. Das schaut den Sternenhimmel und bewundert seine Pracht und Herrlichkeit. Das Auge allein kann ihn nicht mit Bewusstsein schauen.

Durch den Augennerv ist das Auge mit dem übrigen Organismus des Menschen verbunden. Es ist durch diesen Augennerv gewissermaßen wie festgewurzelt im Menschen. Der Mensch steht als Erdengeschöpf auf der Erde. Er ist mit dem ganzen Erdenorganismus verbunden, und der Okkultist schaut, wie der ganze Kopf des Menschen etwas ist wie ein Auge, durch das der Erdgeist hinaufschaut zum Firmament, und dass der übrige Teil des Menschenkörpers gewissermaßen etwas ist wie eine Wurzel, durch die er mit dem Innern der Erde verbunden ist. Wenn man so anschaut Kopf und übrigen Organismus des Menschen, dann gewinnt die Menschenform erst einen Sinn.

Nun wissen Sie, dass es unter den niederen Tieren eine ganze Reihe von Insekten gibt, die nicht bloß ein Auge haben, sondern viele Augen: die Facettenaugen. Und so hat auch der Erdgeist viele, viele Augen: Das sind eben die Köpfe der Menschen, durch die der Erdgeist hinaufschaut in den Kosmos, und ein jeder Mensch ist eine Facette am Auge des Erdgeistes. Und so intensiv blickt der Erdgeist durch den Menschen hinauf zum Himmel, dass er sich schon gleich in der Stunde der Geburt eines Menschen einen Abdruck schafft im Gehirn des auf die Erde ankommenden Menschenkindes. Sie finden das genauer beschrieben in «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit.

Und wie der Mensch seine Sinnesorgane mit sich trägt an seinem physischen Körper, so hat auch die Erde ihre Sinnesorgane - und das sind die Menschen.

Und die Erde denkt auch. Wodurch, wie denkt sie? - Der Erdenmensch denkt zunächst durch das Mittel seines Gehirns. Das Gehirn der Erde sind die Tiere mit ihren Gruppenseelen. Man könnte sagen: Sie bilden das gesamte Nervensystem der Erde, sodass die höheren Tiere das Gehirn bilden, die niederen das Rückenmark und das Sonnengeflecht-Nervensystem, das vegetative System. Und die Erde lebt und atmet und nährt sich auch durch die Pflanzenwelt.

Und endlich dasjenige, was ihr das feste Gerüst gibt, wie es der Menschenkörper besitzt am Knochensystem, das sehen wir im Mineralreich.

So lebt der Erdgeist in seiner Körperlichkeit. Und hinauf zum Himmel blickt der Erdgeist, damit er nicht abgetrennt wird vom Universum, seiner Heimat, durch den Menschen und das, was der Mensch auf seiner Erdenoberfläche treibt. Dieser Erdgeist hat natürlich ein anderes Bewusstsein als der Mensch; sein Blick ist freier, unbeschränkter, strömt hinaus in die Weiten des Firmamentes, wenn er so hinausschaut durch seine Facettenaugen: die Köpfe der Menschen. Glaubt nicht - meine lieben Schwestern und Brüder -, dass er durch die harte Hirnschale je zurückgehalten würde. Er, der Geist der Erde, schaut hin durch die physische Materie; die gibt es für ihn nicht, die ist für ihn durchsichtig. Er blickt hinauf zum Himmel, der die Heimat des Christus ist, der sich seit dem Mysterium von Golgatha vereinigt hat mit unserem Erdenkörper.

Wenn wir das durchdenken, dann können wir sagen: Der Christus ist es, der durch mich hinaufblickt zu seiner eigentlichen Heimat: dem Himmel. Nicht ich, nicht mein Erden-Ich erschaut den Himmel - sondern der Christus in mir.

Sehen wir, meine lieben Schwestern und Brüder, diese okkulte Wahrheit noch von einer anderen Seite an: Sehen wir an den Schlafzustand. Wir wissen, dass der Astralleib und das Ich außerhalb des physischen und ätherischen Leibes sind. Sie sind dann in der geistigen Welt, in der Welt der Hierarchien. Und durch sie wirken - während der Mensch mit seinem Bewusstsein zunächst nicht dabei ist - die über uns wirkenden hierarchischen Welten auf den Menschen und auf die Erde. Wir Menschen, wenn wir uns in diese geistige Tatsache versenken, können in Ehrfurcht wissen: Durch mich fühlen, wollen, ja auch denken geistige Wesen: die über mir waltenden Hierarchien. Durch mich senden sie gewissermaßen während des Schlafzustandes ihre Fühlhörner hinunter in die physische Welt.

Und sie benützen dazu mein vom physisch-ätherischen losgetrenntes Seelisch-Geistiges. Das kann uns als Erdenmenschen die Gewissheit geben: Wir sind mit unserm Seelisch-Geistigen Glieder der höheren Hierarchien.

Meine lieben Schwestern und Brüder, durchdringen wir uns immer mehr, immer von Neuem mit den Gedanken: Wir Menschen sind durch unser Physisch-Ätherisches Sinnesorgane der Erde, durch die der Christus hinaufblickt zum Firmament, zu dem Himmel, der seine eigentliche Heimat ist. Und fühlen wir auch, wie die geistigen Hierarchien durch unseren Astralleib und unser Ich hinunterwirken auf die Erde. Bringen wir uns immer mehr zum Bewusstsein, wie wir durch unsere Menschenwesenheit eingebettet sind in die Wirksamkeit aller am Weltenwerden arbeitenden Geistwesenheiten.

Wenn wir an diesem Punkte haltmachen mit unserem Menschenbewusstsein, da können wir wissen: Hier ist es, wo Geisteswissenschaft Religion wird.

Oftmals — meine lieben Schwestern und Brüder - habe ich betont, dass wir in einer bedeutsamen Zeit innerhalb der Menschheitsentwicklung stehen. In aller Bescheidenheit dürfen wir aber wissen und empfinden, dass wir, wenn wir solche Seelen-Inhalte in allem Ernst und in aller Würde in uns tragen, berufen sind, eine auserlesene Schar zu bilden innerhalb der übrigen Menschheit. Wir werden berufen, die Geistesschätze, die nach und nach der Menschheit zu ihrem Heil zufließen sollen, zunächst entgegenzunehmen und sie immer weiter zu verbreiten.

Um die Wende der Tausenderjahre sind die luziferischen und ahrimanischen Wesen ganz besonders am Werke, und es wird sich im letzten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts für viele und immer mehr Menschen etwas sehr Bedeutsames ereignen. Das bereitet sich jetzt schon vor. Fürsorge wird für die Menschen von der geistigen Welt aus getroffen, dass sie diesem Ereignis entgegenwachsen. In der nächsthöheren Welt spielt sich eine Tatsache ab von nun an bis an das Ende unseres Jahrhunderts und weiter bis in die folgenden Jahrtausende hinein, dass der Mensch in einer ganz natürlichen Art sich innerlich umgestalten wird, sodass er seine Seele mit einem Lichte durchtränkt, das von dem Menschen selber ausgeht nach und nach und beleuchten wird die Christus-Gestalt innerhalb der ätherischen Welt. Und je mehr dieses innere Licht im Menschen sich entwickeln wird, desto mehr wird die Äthergestalt des Christus in den nächsten Jahrhunderten sichtbar werden. Damit ist ein ganz neues Ereignis hingestellt, das hineinwirkt in die Christus-Entwicklung der Menschheit.

Wissen dürfen wir, meine lieben Schwestern und Brüder: Durch das, was der Erdgeist verbunden mit dem Christus wirkt, indem er durch unser Menschenhaupt hineinschaut in den Himmelsraum, und durch das, was die Hierarchien bewirken, wenn sie durch unser Geistig-Seelisches hinabschauen in die Erdenwelt, wird in uns Menschen dieses innere Licht entzündet, wenn wir diese kosmisch-irdischen Tatsachen durch die Meditation uns zum Bewusstsein bringen. Mit diesem inneren Lichte nehmen wir wahr — wie in einem Bilde, das durch uns entsteht - den ätherischen Christus. Der Christus hat seine Heimat, die Welt der Hierarchien verlassen, mit denen er vor dem Mysterium von Golgatha verbunden war. Und er hat sich hineingeopfert in die Erde.

Wiederfinden müssen die geistigen Hierarchien den Christus im Erden-Werden. Und sie finden ihn wieder durch das Licht, das Menschenseelen in sich entzünden, so wie es Euch - meine lieben Schwestern und Brüder - geschildert worden ist.

Mit diesem Lichte ist seit Urbeginn in der Entwicklung des Weltenganzen gerechnet. Gerechnet ist damit, dass zu einem gewissen Zeitpunkt die Menschen ausgerufen sein werden, als Werkzeug der Götter durch dieses innere Licht mitzuhelfen an der Evolution der Erde. Und diesem Zeitpunkt nähern wir uns jetzt mehr und mehr. Und indem Ihr — meine lieben Schwestern und Brüder - diese Weltengeheimnisse, so wie es in der heutigen Stunde der Fall ist, empfangen dürft, werdet Ihr aufgerufen zu diesem Mithelfen an der Evolution der Welt.

Nun gibt es zwei geistige Wesenheiten, die das verhindern wollen: Die eine Wesenheit - Luzifer mit seinen Scharen - ist bestrebt, die Menschen zu hindern, sich als geistig-seelische Organe der geistigen Hierarchien zu fühlen. Er sucht den Menschen mit anderen falschen Ideen zu erfüllen, er bringt ihm Ideen und Wünsche bei, die Irrtum über Irrtum in der Seele erzeugen. Man kann wirklich sagen: Er macht den Menschen besessen von allerlei falschem seelischem Zeug.

Dagegen sucht Ahriman dem Menschen etwas als Wirklichkeit vorzutäuschen, was, geistig gesehen, nichts ist als Maja, als Nichts. Er sucht den Menschen immer in einem Zustand der Blendung zu erhalten der ihm das wahre Licht zudeckt. Wie der Mensch geblendet ist, wenn er in die Sonne schaut, so sucht Ahriman ihn auf Erden zu verblenden, indem er vor ihm in verführerischen Farben den bunten Teppich der Sinneswelt ausbreitet, ihm beibringt, das sei die einzige wahre Wirklichkeit und auf diese Weise die geistige Wirklichkeit hinter diesem Teppich dem Menschen zudeckt. Verblendung der Menschen auf Erden, das ist die Mission des Ahriman.

Nehmen wir zum Beispiel das Kopernikanische Weltensystem, das in der Morgenröte der neueren Zeit in die Kulturentwicklung eingetreten ist. Nicht soll geleugnet werden, dass es für eine gewisse Zeit seine Berechtigung hat, aber ebenso wenig ist zu leugnen, dass es, wie es heute der Jugend gelehrt wird, große Widersprüche und Mängel hat. Nun wird aber von jetzt an in die Zukunft hinein in vielen Menschen der Drang entstehen, diese Mängel zu erkennen, zu der Wahrheit durchzudringen. Immer mehr werden die Menschen klar erkennen, wie viele Irrtümer es aufweist.

Ahriman wird immer wieder versuchen, [den Blick der Menschen] zu verdunkeln, Erst in diesen Tagen kam mir ein Buch auf den Schreibtisch geflogen, das man freilich nur lesen kann, wenn man mathematisch geschult ist. In diesem Buch sucht der Verfasser mit großem Scharfsinn nachzuweisen, dass die Erde keine Kugel oder Linsengestalt habe, sondern dass sie eine langgestreckte Fläche darstelle. - Man kann in solchem erkennen, wie Ahriman in scharfsinniger Weise den Kampf führt gegen das Denken der Wahrheit im Menschen.

Die Geisteswissenschaft leuchtet hinein in dieses Irrtumsweben. Es werden ja durch sie die tiefsten Wahrheitsgedanken der Götter dem Menschen vermittelt, sodass er sich dem Irrtumsweben Ahrimans entringen kann; und sie zeigt der Seele, wie sie sich erfüllen kann mit der starken Welten-Liebeswärme des Christus, das sie entreißt allem Egoismus und allem selbstsüchtigen Schwelgen in unwahren Sentimentalitäten, die Luzifer in der Seele erzeugt. Alle Religionen waren bisher auf Sentimentalität und auf Egoismus gegründet. Es wurde den Leuten gesagt: Wenn du dich so verhältst, wie es in ihr aufgezeigt, dann hast du das Recht, die oder die Belohnung zu erwarten.

Meine lieben Schwestern und Brüder: Geisteswissenschaft gibt die wahre Religion, die zugleich Wissen ist. Eine völlig egoismusfreie Religion, die den Menschen zu Mitarbeitern der Götter aufruft. Und es ist eine Notwendigkeit, dass sie heute gegeben wird.

Es werden im Zeitenzyklus bald wieder eintausend Jahre abgelaufen sein. Wir nähern uns damit einem bedeutsamsten Ereignis, das seine Schatten - immer deutlicher spürbar - schon jetzt beginnt vorauszuwerfen. Vor dem Jahre 1000 fürchtete man sich vor dem herannahenden Weltenuntergang. Heute wird es sich immer mehr ereignen, dass wir in eine Zeit hineinwachsen, in der die luziferischen und ahrimanischen Kräfte eine ungeheure, immer mehr wissende Gewalt erhalten werden. Ja, sie werden die Menschenseelen so ergreifen, dass sie ihre physischen Kräfte bei vielen, vielen Menschen ganz und gar in den Dienst Ahrimans und Luzifers stellen werden. Wie besessen sein werden immer mehr Menschen von luziferischen und ahrimanischen Dämonen. Und sie werden glauben, im Recht zu sein. In ihrer Verblendung werden sie gar nicht merken, in wessen Dienst sie sich stellen: Denn den Teufel merkt das Völkchen nicht, und wenn er sie am Kragen hält.

Wem aber werden diese Menschen untreu? Sie sollten dazu berufen sein, ihre okkulten physischen Kräfte, wie wir es heute gelernt haben, in den Dienst des Weltenganzen zu stellen - Diener, Mitarbeiter des Weltengeistes zu werden!

Schamerröten muss der Okkultist vor dem Weltengeist, wenn er auf solche von den Widersachern besessene Seelen schaut - wissend, welcher Mission diese Seelen untreu geworden sind: der Mission, Werkzeuge zu sein dieses Weltengeistes so, dass er mit dem Christus-Geiste seine Verbindung aufrechterhalten kann, arbeiten kann mit dem Christus, dass sein Opfer Vollendung finde.

Dazu wird uns heute der wahre Okkultismus gegeben. Ihn studieren, heißt nichts anderes, als sich nach und nach zu einem selbstbewussten Werkzeug des Weltengeistes auszubilden.

Aufzeichnungen B aus dem Nachlass von Elisabeth Vreede Erster Grad

Wenn wir unsere okkulten Fähigkeiten immer mehr ausbilden, so werden wir dahin gelangen, immer tiefer in die Geheimnisse des Weltenseins, des Makrokosmos in seinen Beziehungen zum Mikrokosmos, zum menschlichen Körper einzudringen. Für die, die anfangen, im Okkultismus Fortschritte zu machen, ist es gut, sich mit ihren Sinnesorganen zu unterhalten.

Ich könnte mir zum Beispiel denken, dass ich Zwiesprache hielte mit meinem Auge. Selbstverständlich ist das Bewusstsein des Auges ein anderes als das Bewusstsein, das der Mensch hat. Bewusst kann das Auge nicht die Sonne sehen oder den Mond oder die Sterne, wohl aber sieht es mit Bewusstsein Tiere, Pflanzen, überhaupt alles, was auf der Erde ist. Bis zum Sternenhimmel kann es sich jedoch nicht erheben. Der Mensch steht auf der Erde und blickt empor zum Firmament. So etwa auch steht das Auge am Menschen, aber der Himmel zu dem allein sich das Auge erheben kann, das ist die Erde. Die Erde ist dasselbe für das Auge, was der Himmel für den Menschen ist.

Nun könnte jemand einwenden: Ja, aber wir sehen doch durch das Auge den Sternenhimmel! - Gewiss, aber nur, weil das Ich des Menschen dahinter ist; das Auge allein könnte ihn bewusst nicht sehen. Und wie das Auge mit dem übrigen Organismus des Menschen verbunden ist durch den Augennerv, durch den es gewissermaßen festgewurzelt ist in Menschen, so ist der Kopf des Menschen das Auge, durch das der Erdgeist hinaufschaut zum Firmament, und der übrige Teil des Menschen ist gewissermaßen die Wurzel, durch die er mit dem Innern der Erde verbunden ist. Auf diese Weise gewinnt die Form des Menschen erst Sinn.

Unter den niederen Tieren gibt es eine ganze Reihe - die Insekten, die nicht bloß ein Auge, sondern viele Augen haben, die Facettenaugen. So hat auch der Erdgeist viele Augen, eben die Köpfe der Menschen, durch die er hinaufschaut in den Kosmos, und jeder Mensch ist eine Facette am Auge des Erdgeistes. Und so intensiv blickt der Erdgeist durch den Menschen hindurch zum Himmel, dass der sich schon gleich in der Stunde der Geburt in seinem Gehirn abdrückt! In dem Buche «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» ist darauf hingewiesen worden.

Und die Erde denkt auch. Wodurch, wie denkt sie? Das Gehirn der Erde sind die Gruppenseelen der Tiere; man könnte sagen: Sie bilden das gesamte Nervensystem der Erde; denn die höheren Tiere bilden das Gehirn, die niederen das Rückenmark und Sonnengeflecht, das sogenannte vegetative Nervensystem.

Und die Erde lebt und atmet und nährt sich auch, nämlich durch die Pflanzenwelt. Und endlich, was ihr das feste Gerüst gibt, wie uns das Knochensystem, das ist das Mineralreich.

Hinauf zum Himmel blickt der Erdgeist durch den Menschen, damit er nicht abgetrennt wird vom Universum. Natürlich hat der Erdgeist ein ganz anderes Bewusstsein als der Mensch; sein Blick ist freier, unbeschränkter, die harte Hirnschale würde zum Beispiel für ihn kein Hindernis sein. Er blickt hinauf zum Himmel, der die Heimat des Christus ist, der sich seit dem Mysterium von Golgatha mit dem Erdgeist vereinigt hat.

Der Christus ist es, der durch mich in mir hinaufblickt zu seiner eigentlichen Heimat, dem Himmel. Nicht ich, sondern der Christus in mir! Noch von einer anderen Seite müssen wir das betrachten.

Wir wissen, dass im Schlafe Astralleib und Ich außerhalb des physischen und ätherischen Leibes sind. Sie sind dann in den geistigen Welten, und durch sie wirken hinunter die höheren Hierarchien auf den Menschen und auf die Erde. Wir müssen empfinden: Es fühlen, wollen, ja auch denken durch mich die geistigen Hierarchien, die gewissermaßen ihre Fühlhörner ausstrecken hinunter in die physische Welt.

Durch unser Seelisch-Geistiges sind wir Glieder der höheren Hierarchien.

Durchdringen wir uns immer mehr mit dem Gedanken, dass wir Menschen die Sinnesorgane sind, durch die der Christus hinaufblickt zum Himmel, seiner eigentlichen Heimat; fühlen wir aber auch, wie die Geister der höheren Hierarchien durch unsere Seelen hinunterwirken auf die Erde, wie wir durch unsere Wesenheit eingebettet sind in den höheren Hierarchien. An diesem Punkt ist es, wo Geisteswissenschaft Religion wird!

Es ist oft betont worden, dass wir in einer bedeutsamen Zeit stehen. In aller Bescheidenheit können wir empfinden, dass wir eine auserlesene Schar sind, die berufen ist, die Geistesschätze zuerst entgegenzunehmen und dann weiter zu verbreiten. Und gerade, weil um die Jahrtausendwende die luziferischen und ahrimanischen Wesenheiten immer besonders am Werke sind, wird sich für viele etwas sehr Bedeutsames ereignen: Durch das, was der Erdgeist, verbunden mit dem Christus, wirkt, indem er durch uns Menschen hinaufschaut in den Himmelsraum - das nehmen wir wahr als ätherischen Christus; und in dem Bilde, das da entsteht, müssen die geistigen Hierarchien, mit denen der Christus verbunden war, ihn wiederfinden im Erdenwerden!

Zwei geistige Wesenheiten suchen die Entwicklung des Menschen zu hindern. Der, der uns hindern möchte, uns als seelische Organe der geistigen Hierarchien zu fühlen, das ist Luzifer. Stattdessen sucht er den Menschen mit anderen, falschen Ideen zu erfüllen. Man kann wirklich sagen, er macht ihn besessen von allerlei seclischem und Geistes-Zeug.

Dagegen sucht Ahriman dem Menschen etwas als Wirklichkeit vorzutäuschen, was nur Maja ist. Wenn der Mensch geblendet ist, wenn er in die Sonne schaut, so sucht auch Ahriman ihn auf Erden zu verblenden, indem er in verführerischen Farben den bunten Teppich der Sinneswelt vor ihm ausbreitet, die geistige Wirklichkeit eben dahinter verbirgt. Verblendung des Menschen auf Erden ist die Mission Ahrimans auf Erden.

Nehmen wir zum Beispiel das Kopernikanische System, das an der Morgenröte der neueren Zeit in die Kulturentwicklung eingetreten ist. Nicht soll geleugnet werden, dass es sein Gutes hat, aber ebenso wenig ist zu leugnen, dass es, so wie es bis ins jugendliche Alter gelehrt wird, auch seine großen Widersprüche und Mängel aufweist. Immer mehr wird in der Zukunft in vielen Menschen der Drang entstehen, diese Mängel abzustellen. Immer mehr werden die Menschen klar erkennen, wie viele Widersprüche es aufweist, soweit ihr Blick nicht verdunkelt ist durch Ahriman. Erst in diesen Tagen kam Doktor Steiner ein Buch auf den Schreibtisch geflogen, das man freilich nur lesen kann, wenn man mathematisch geschult ist, in dem der Verfasser nachzuweisen sucht, dass die Erde eine langgestreckte Fläche darstelle. Das ist zwar nicht richtig, aber auch so töricht nicht, wie man glauben möchte.

Geisteswissenschaft allein kann hier hineinleuchten, denn sie vermittelt ja die Gedanken der Götter. Darum wird sie sein die Religion der Zukunft. Alle bisherigen Religionen waren nur auf Egoismus

und Sentimentalität gegründet. Es wurde den Leuten gesagt: Wenn du das und das tust, so bekommst du die und die Belohnung. Diese wahre Religion, die zugleich Wissen ist, ist eine völlig egoismusfreie Religion. Und sie musste jetzt gegeben werden, da im Zeitenzyklus bald wieder eintausend Jahre abgelaufen sein werden. Man befürchtet jetzt nicht mehr, wie im Jahre 1000, dass der Weltenuntergang nahe sei, aber es wird sich immer mehr erweisen, wie um die Wende dieses Jahrhunderts diese luziferischen und ahrimanischen Kräfte eine immer größere Gewalt annehmen werden. Immer mehr Menschen werden die psychischen Kräfte in ihren Dienst stellen und von Luzifer und Ahriman wie besessen sein, ohne davon etwas zu merken, denn den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie am Kragen hätte.

Schamerröten muss der Okkultist vor dem Weltengeist, wenn er auf solche von Luzifer besessenen Seelen schaut, wissend, welcher Mission diese Seelen untreu geworden sind, nämlich Werkzeug zu sein des Weltengeistes, sodass er mit dem Christusgeiste seine Verbindung aufrechterhalten kann.

Darum wird uns heute der wahre Okkultismus gegeben, und ihn studieren, ernst und hingebungsvoll studieren, heißt nichts anderes, als sich zu einem solchen Werkzeuge des Weltengeistes auszubilden.

Aufzeichnungen C von Alice Kinkel Für alle Grade

Um die okkulten Erkenntniskräfte auszubilden, ist es ein gutes Mittel, wenn der Mensch mit seinen Sinnen spricht. Wir wissen, dass in allen Dingen Bewusstsein verschiedener Grade sich offenbart. Geistige Wesenheiten leben auch hinter unseren Sinnen, doch haben unsere Sinne ein anderes Bewusstsein als der Mensch; sie sehen die Welt anders als wir. Unterhält sich der Mensch mit seinem Auge (der Okkultist kann das mit jedem seiner Sinne tun), so wird ihm dieses Auge erzählen, was vielleicht paradox klingt: Das Auge sieht nicht wie der Mensch einen Sternenhimmel, es weiß von keiner Sonne, keinem Mond, aber es erzählt uns doch von etwas wie einem Himmel. Dieser Himmel ist die Erde mit dem, was an ihrer Oberfläche sich zeigt. Wir sehen oben den Himmel. Das Auge sieht als Himmel die Erde unten, und zwar sieht das Auge das, wenn es wacht. Wenn es schläft, würde es sagen: Meine Fersen, meine Kniekehlen nehmen jetzt das wahr, was vorher im Wachen das Auge gesehen hat. Der beleuchtete Teil der Erde (für das Auge der Himmel) ist wie nach hinten, hinter das Auge gerutscht. Unseren Leib empfindet das Auge als seine Erde. Wie eingebettet ist das Auge in unseren Leib. So ist eingebettet, eingelagert in die Erde der Mensch. Denn so, wie er auf der Erde steht, ist er Sinnesorgan der Erde.

Wir sind das Auge der Erde als Menschheit. Jeder Mensch ist ein Auge der Erde. Die Erde hat viele Augen. Wie es niedere Tiere gibt, die Facettenaugen haben, so ist jeder Mensch eine Facette am Auge der Erde. Die Erde hat ein anderes Bewusstsein als der Mensch. Der Erdgeist schaut durch uns als seine Sinnesorgane in den Himmelsraum hinaus, nimmt dort anders wahr als wir; aber er schaut so intensiv, mit solcher Kraft, dass er seine Kraft im Sinnesorgan abdrückt. Wie das physische Auge geblendet würde, wenn es so intensiv in das Licht schaute, dass ein Abdruck der Kraft im Auge entstehen würde, so kann die Erde dagegen ertragen diese starke Kraft. Ein Knochenbelag, wie es unsere Schädeldecke ist, hindert sie nicht, durchzuschauen. Und sie schaut so intensiv durch den Menschen schon bei seiner Geburt in den Raum hinaus, dass der Mensch in seinem Gehirn einen Abdruck des ganzen Sternenhimmels zeigt.

Wir sind die Sinnesorgane der Erde. Doch unsere Erde denkt auch. Ihr Gehirn, ihr Nervensystem sind die Tiere der Erde. Die höheren Tiere sind ihr Gehirn, die niedereren ihr Rückenmark und Sonnengeflecht. Und ihre Gedanken sind die Gruppenseelen der Tiere. Unsichtbar sind sie auch, wie unsere Gedanken. Die Erde atmet auch und ernährt sich; und das sind die Pflanzen der Erde. Und wie zugrunde liegt unserem Leib das Knochensystem, so liegt zugrunde der Erde das Mineralische.

[Und so, wie wir stehen auf der Erde, sind wir in sie eingelagert, so wie in das Gehirn das Auge. Und so, wie sich fortsetzt der Sehnerv in unser Gehirn und sich weiter verbindet mit unserem Leibe, so sind wir das Auge der Erde, mit dem sie hinausschaut in den Weltenraum.]

Wie das Bewusstsein des Auges ein träumendes, im Schlaf abgestuftes ist, so ist unser Bewusstsein gegenüber dem der Erde, das ein viel helleres ist, auch ein Träumen. Wir können uns fühlen wie der Sehnerv der Erde, der aus ihr herauswächst in den Himmelsraum hinein. Uns zu wissen als Sinnesorgan der Erde, das ist notwendig für die Zukunft. Auserwählte für dieses Wissen sind wir. In aller Bescheidenheit und Demut wollen wir uns das sagen. Der Christus ist der Geist der Erde. Er schaut durch uns als sein Sinnesorgan hinaus in seine Heimat in Himmelswelten: Nicht ich schaue hinaus, sondern der Christus in mir.

Was von den Kanzeln verkündet wird über den Christus, kann als atavistische Weltanschauung [verstanden werden, und] richtet sich nur an unseren Egoismus und an die Sentimentalität. Unser Karma aber führt uns sozusagen, dass wir eine neue Weltanschauung zu verkünden haben. Wir stehen am Ausgangspunkt derselben. Dieses zwanzigste Jahrhundert, das letzte Jahrhundert vor dem Jahre 2000, wird aber immer mehr Menschen haben müssen, die wissen, dass sie Sinnesorgane für den Christus werden sollen. Was löst solches Wissen in uns aus? Ehrfurcht und tiefe Frömmigkeit, wahre Religiosität.

Geisteswissenschaft muss diese neue Weltanschauung bringen. Deshalb bekommen wir sie jetzt als Geschenk aus den höheren Welten. Sie wendet sich an die Größe des Menschen, indem sie ihm sagt: Du Mensch [du bist dazu bestimmt, Sinnesorgan für den Christus zu werden]...

Aber es wird schwer sein, sich zu fühlen und zu wissen, dass wir Sinnesorgane der Erde sind. Denn dieses Bewusstsein wird immer uns verdunkeln und nicht aufkommen lassen wollen Ahriman. Er wird wollen, dass wir denken und spintisieren und philosophieren über das, was der Mensch ist, wenn wir uns nicht fühlen können als Sinnesorgan der Erde. Und die Zeit bis zum Untergang der Erde wird gerade hinreichen, dass er die Menschen auf der Erde zurückhält. Sie würden sich so gewöhnt haben an die Erde, dass er sie in sein Reich dann führen kann, dass er sein Reich begründen kann. Darum, weil er abhalten will von dem Wissen, ein Sinnesorgan der Erde zu sein, darum werden wir auch so schwer verstanden in der Welt. Verwirrung immer mehr.

Aber unsere Organisation ist so, dass wir bei Nacht den physischen und Ätherleib hierlassen, und der Astralleib und das Ich gehen in die geistige Welt. Wir als Seele aber können uns fühlen bei Nacht, die da hereinragt aus den Geisteswelten in die physische Welt, wie Fühlhörner ausstreckend von sich in diese Welt, die sich immer mehr verbreitern. Als Seelenwesen fühlend sich bei Nacht, das das Wollen der Hierarchien verkörpert, so wie sie den Menschen auf der Erde hingestellt wissen wollen. Der Götterwille, das Götterfühlen und -denken sind wir als Seele. Sich so zu fühlen ist noch schwerer, denn sich als Sinnesorgan der Erde zu wissen. Denn Luzifer wird das klare Bewusstsein davon uns immer wieder trüben und wird Dämonisches davor hinstellen, sodass die Menschen mit allerlei geistigem Zeug besessen werden und sich sagen: Nicht mit dem physischen Instrumente des Leibes sollst du auf der Erde arbeiten, sondern mit deinen geistigen Kräften. Das ist Luzifer, der das sagt.

Es ist unbequem, immer wieder denken zu müssen in der Geisteswissenschaft, immer wieder nachdenken zu müssen die Gedanken der Götter; denn das tun wir da. Es ist bequemer, sich zu sagen: Das braucht man alles nicht, das hat man alles in geistigen Kräften. Das sind Dämonen, von denen immer mehr die Menschen besessen sein werden. Die Blendung des Menschen als Sinnesorgan der Erde, das ist es, was Ahriman will. Das Besessen-Sein kommt von Luzifer. Warum uns das gesagt wird, darüber müssen wir unser Karma fragen. Wir sind diejenigen, denen das gesagt wird und geloben Treue, feste und wahre Treue zu dem, zu dem wir uns bekannt haben; denn der Tempel ist keine Spielerei, sondern das Heiligste für uns, dem wir treu sein wollen.

Wenn das so Gesagte unsere Herzen so herzlich aufnehmen, wie es herzlich gegeben worden ist, dann werden wir die rechten Wege finden, trotz aller Schwierigkeiten, uns bei Tage als Sinnesorgan des Christus zu wissen und bei Nacht uns als das Fühlen der Hierarchien zu empfinden, die da sagen: Der Christus war bei uns in der geistigen Welt; er hat Abschied genommen von uns im Mysterium von Golgatha; er ist eingezogen in die Erde, und wir müssen ihn da unten fühlen durch die Seelen der Menschen. — Ein Zeichen, wenn die Hierarchien den Christus fühlen, wird sein, wenn die Menschen den ätherischen Christus schauen, und dies wird immer sein müssen im letzten Jahrhundert des zweiten Jahrtausends und in den ersten Jahrhunderten des dritten Jahrtausends. Verwirrung ist heute bei vielen Menschen. Denn die Widersacher des Christus, Luzifer und Ahriman, werden los sein um das Jahr 2000, und groß wird da die Verwirrung sein. Wir aber sollen uns fühlen als diejenigen, die da wissen: Durch mich schaut der Christus in die geistigen Welten, und mein Ätherschauen ist das Fühlen der Hierarchien des Christus (auf der Erde) in der Erde. Erröten muss derjenige, der die Zusammenhänge kennt, vor den guten Ratschlägen der Weltengeister, der wahren Lichtgötter wenn er sieht, wie allerlei geistiges Zeug, Dämonen für die wahre geistige Welt gehalten werden.

Wir müssen wissen, dass wir in den Kampf zwischen Ahriman und Luzifer mit den wahren Lichtgöttern hineingestellt sind.

[«Ich bin das Auge der Erde mit meinem physischen Leib.

Und mit meiner Seele bin ich das Werkzeug für die Tätigkeit der Götter.»]

Aufzeichnungen D von Unbekannt

Etwas sehr Wichtiges, was wir in der Meditation öfter in uns erwecken sollen, ist eine Art Gespräch mit unseren Sinnen. Nehmen wir zum Beispiel das Auge. Das Auge sieht nicht so, wie wir sehen den Himmel über uns mit Sonne, Mond und Sternen, sondern wir müssen uns vorstellen, dass wir als Mikrokosmos die Erde sind für das Auge, und die uns umgebende Außenwelt ist das für das Auge, was für uns der Himmel ist. Das Auge ist wie in einem träumenden Bewusstsein, nicht wie wir in einem hellen Tagesbewusstsein. Und bei Nacht, wenn wir schlafen und die Augenlider schließen, dann sinkt das Auge in einen tiefen, traumlosen Schlaf, und es ist gleichsam so, als ob die obere Hälfte dunkel würde und nur durch die Ferse und die Kniekehle nach der unteren Seite hin geblickt werden könnte, wie für den Menschen auch die Sonne nach der andern Seite der Erde hin verschwindet abends.

Wie das Auge das Sinnesorgan des Menschen ist, so ist der Mensch das Sinnesorgan der Erde, nur dass die Erde viele Augen hat, wie es aber auch Tiere gibt, die die sogenannten Facettenaugen haben. Und zwar ist unser Kopf für die Erde das, was für uns das Auge ist. Die Kräfte, mit denen die Erde in den Kosmos hinausschaut, sind so stark, dass sie durch die feste Schädeldecke hindurchdringen in den Kosmos und den Himmel anschauen. Der Sternenhimmel ist abgedrückt in unserem Gehirn, und gleich bei der Geburt drückt sich ein bestimmter Teil des Sternenhimmels in unser Gehirn ein. Wir müssen uns bestreben, in Demut und Bescheidenheit ein möglichst gutes Sehorgan für den Geist der Erde abzugeben, durch das er in den Kosmos hinaufschauen kann.

Aber die Erde hat auch Atmung und Ernährung nötig, wie der Mensch. Dazu ist die Pflanzenwelt da, die der Erde aus dem Kosmos her die Substanzen und Kräfte zuführt.

Und auch denken kann die Erde. Das, was durch des Menschen Gehirn, Rückenmark und Nerven geleistet wird, das geschieht für die Erde durch die Tierwelt. Die höhere Tierwelt entspricht dabei mehr dem Gehirn des Menschen, die niedere den Nerven und dem verlängerten Mark. Es sind die Gruppenseelen der Tiere, durch die die Erde denkt.

Das Knochensystem der Erde ist im Mineralreich.

Der Geist der Erde ist der Christus, der durch uns als Sinnesorgan der Erde hinaufschaut zu den höheren Hierarchien, aus denen er stammt und die er verlassen hat, um sich mit der Erde zu verbinden. Und wir müssen immer mehr und mehr uns zum geeigneten Werkzeug machen und die in uns schlummernden Fähigkeiten zu entwickeln suchen, damit wir im letzten Jahrhundert des zweiten Jahrtausends den ätherischen Christus schauen können. Dann werden wir uns zugleich zum Werkzeug für die hohen Lichtgötter machen, die durch uns zu dem Christus aufschauen werden, den sie suchen auf der Erde, seit er seine eigentliche Heimat verlassen hat. Diese Erkenntnis wird uns zur wahren Religiosität führen, nicht das, was uns von den Kanzeln durch die Priester verkündet wird. Da wird an den Egoismus und an die Sentimentalität der Menschen appelliert, um Religiosität zu erwecken. Man sagt ihnen: Eure Sünden werden bestraft, eure guten Taten werden belohnt.

Wie das Auge durch den Nerven eingepflanzt ist und zusammenhängt mit dem menschlichen Organismus, so ist unser Kopf, das Auge der Erde, durch unsern physischen Körper mit der Erde verbunden. Unser Körper ist gleichsam wie der Nerv, der an dem Auge hängt und es eingliedert dem menschlichen Organismus.

Wir sollen in aller Demut und Bescheidenheit uns als das auserlesene Häuflein betrachten von Menschen, die nun im letzten Jahrhundert des zweiten Jahrtausends diese Weisheit und diese Wahrheiten zuerst hören sollen. Denn sie müssen in die Menschheit einfließen jetzt. Wir sollen nicht versinken im Brei des Sumpfes, sondern uns erheben zur Welt des Lichtes.

German original of Man As A Tool Of The Gods Through His Physical, Etheric, Astral Body And Through His Self · ← Previous · Next →