Lessons for the Participants of Cognitive-Cultic Work 1906–1924
GA 265a — 10 May 1914, Kassel
Der Mensch: Das Geistige Auge Der Hierarchien
Aufzeichnungen A von Unbekannt
Der Mensch ist das Auge der geistigen Hierarchien. Das Seelische des Menschen empfinden die geistigen Hierarchien als ihre Seele. Wie diese Hierarchien eine seelisch-geistige Entwicklung durchgemacht haben, so machen sie jetzt ihre körperliche Entwicklung in der Menschheit durch. Wir sollen immer mehr empfinden lernen, dass wir Organe dieser hohen Wesen sind.
Falsch ist es, davon zu sprechen, man fühle sich im All drinnen und zu sagen: Was brauche ich weiter darüber zu wissen, wenn ich weiß, dass ich im All drinnen bin. Dies ist ungefähr das Gleiche, als wenn ein Naturforscher sagen wollte: Was brauche ich die Natur im Einzelnen zu erforschen! Alles ist Natur, Natur, Natur! -— Aber wie wir sehr wohl und sehr mit Recht die Natur besonders in ihren Einzelheiten zu ergründen suchen, so sollen wir es auch mit dem Geistigen tun. Und zum einen dazu soll das dienen, was vorher gesagt wurde darüber, dass wir die Sinnesorgane der geistigen Wesenheiten sind. Und je mehr wir dies alles erfassen, desto mehr werden wir in die richtige Beziehung zur ganzen Welt kommen. Hierzu kann noch ein Weiteres helfen. Sehen wir unseren Tempel an: Er ist ein Spiegelbild des Menschen sowohl als der Welt (?), alle diese Beziehungen sind in [ihm] ausgedrückt.
Wenden wir uns zum Altar des Ostens: Im Osten strömen die Verstandeskräfte der Erde zu. Von dort wird die Erde mit den heiligen Verstandeskräften durchströmt. Diese sind etwa im A wiedergegeben. Das ist der Kopf der Erde.
Wenden wir uns zum Süden. Von dort strahlen die heiligen Herzenskräfte, die Kräfte der Liebe und Hingabe der Erde zu.
Vom Westen ergießt sich der heilige Wille in die Erde, der die Glieder durchströmt, woraus die Handlungen fließen.
Wenn wir uns in der Meditation unseren Tempel vorstellen, so sollen wir daran denken, dass der Altar des Ostens der Kopf, der Altar des Südens das Herz, der Altar des Westens die Glieder der Erde darstellen, und sollen empfinden, wie im Osten die Verstandeskräfte, im Süden die Herzens- und Liebeskräfte, im Westen die Willenskräfte fließen und in der Mitte des Tempels zusammenströmen.
Dann werden wir uns nach diesen Altären wenden und bitten, dass diese Kräfte in uns einströmen und uns durchfluten und durchkraften.
Früher lebten die Menschen in allem noch viel mehr, in all den Beziehungen zwischen Leib, Erde und Leben darinnen, so zum Beispiel ist dies noch deutlich zu erkennen in den Maßen, mit denen man rechnete: Fuß, Elle, das Zwölfer-System und so fort.
Jetzt haben wir das Dezimalsystem, das ist das Werk Ahrimans. Sodass wir in den Einzelheiten des Lebens das Wirken Ahrimans verfolgen können, überhaupt das Wirken des Geistigen.
Es genügt nicht zu sagen: Ich fühle mich im All. Wir müssen dies All, dies Geistige bis ins Kleinste kennen, so nur können wir praktisch im Leben stehen. Kein einziges Maß- oder sonstiges Verhältnis, das an Ahriman erinnert, ist in unserem Dornacher Bau angebracht.
In einachsiger Symmetrie ist alles angeordnet. Wie wir wissen, sind die ahrimanischen Wesenheiten um die Wende eines Jahrtausends immer besonders am Werke und suchen die Menschen anzugreifen. In der maurischen Kultur versuchten die ahrimanischen Kräfte einen solchen Vorstoß nach Norden. In der Spitze, die die Bögen der maurischen Baukunst aufweisen, ist das ahrimanische Prinzip zum Ausdruck gekommen.

Dagegen war eine andere Strömung von Norden her gekommen in den normannischen Holzbauten, konnte sich aber nicht weiterentwickeln, da der ahrimanische Einfluss es verhinderte.
Die Architektur dieser Bauten tritt nun wieder auf in unserem Dornacher Bau, aber so, dass da, wo damals Fenster waren, diese jetzt durch Wände ausgefüllt sind, und wo dort Wände waren, jetzt Fenster sind. Gewaltige Stürme werden in diesem Jahrhundert noch über die Menschheit hereinbrechen und in den Achtziger- oder Neunzigerjahren wird nichts mehr von unserem Bau auf dem physischen Plan zu sehen sein. Aber der Keim wird in die Menschenseelen hineingesenkt sein und fortwirken. Im einundzwanzigsten und zweiundzwanzigsten Jahrhundert wird unser Bau dann als Vorbild, als Modell für derartige Bauten dienen.
Aufzeichnung B von Unbekannt
Man kommt dazu, dass man erlebt seine Organe, sagen wir das Auge; es könnte auch ein anderes Organ sein. Da wird es so: Nicht «ich sehe durch mein Auge», sondern «der Geist der Erde sieht durch mich». Bei manchen Insekten bestehen die Augen aus Facetten. Jeder Mensch ist eine Facette im Auge des Erdgeistes. Wie der Leib der Erde, Sonne, Mond und Sterne der Himmel für das Auge [sind], so ist die Erde sein Leib, und er sicht durch das Auge hindurch.
Das Ich und der Astralleib sind die Seele der höheren Hierarchien der geistigen Welt, eingebettet in die Seele des Geistes.
Wie der Keim der Pflanze diese in sich hat, so sind unsere Logen Keime dessen, was in der Welt als Pflanze erblühen muss, und deshalb muss gehegt und gepflegt werden der Keim dessen, was zur Geistesfrucht wird in der Welt. Der Keim vergeht nicht mit der Pflanze; und mögen viele Keime nicht zur Pflanze sich entwickeln - der Geisteskeim stirbt nicht, ist ewig wie der Keim selbst. - Wenn wir uns meditierend dieses erobern, diese Wahrheit, dann kann es uns eine große Hilfe sein zur Erkenntnis der höheren Welten.
Die äußeren [Kulturen] mögen absterben. Wir wissen, dass die Kultur der Mauren ahrimanische Kräfte in den nach oben zugespitzten Bögen ihrer Architektur nach dem Westen zu bringen strebten.
Die Normannen setzten ihnen ein Gegengewicht in ihren Bauten entgegen. Was diese unausgefüllt ließen, soll die Kunst der Zukunft ausfüllen - wie im Dornacher Bau. Aber in den Achtzigerjahren wird nichts mehr davon vorhanden sein. Doch im zwanzigsten, einundzwanzigsten Jahrhundert werden viele solcher Bauten entstehen. Modell wird er bleiben in den Herzen vieler; und nachher seinesgleichen hervorbringen.
So schaut der Weltgeist durch uns in die Zukunft hinein.
Stellt euch vor der geistigen Wesen:
Den Altar des Ostens = Kopf
den Altar des Südens = Herz verlängert ins Unendliche
den Altar des Westens = Glieder
Aufzeichnungen C aus dem Nachlass von Elisabeth Vreede Erster Grad
Sehen wir unseren Tempel an, er ist ein Spiegelbild des Menschen sowohl wie der Welt; alle diese Beziehungen sind in ihm ausgedrückt. 1914
Wenden wir uns zum Altar des Ostens. Vom Osten strömen die Verstandeskräfte der Erde zu. Von dort aus wird die Erde mit den heiligen Verstandeskräften durchströmt. Diese sind etwa im Altar wiedergegeben; dort ist der Kopf der Erde.
Wenden wir uns zum Süden; von dort strahlen die heiligen Herzenskräfte, die Kräfte der Liebe und Hingabe, der Erde zu.
Vom Westen ergießt sich der heilige Wille in die Erde, der die Glieder durchströmt, woraus die Handlungen fließen.
Wenn wir uns in der Meditation unsern Tempel vorstellen, so sollen wir daran denken, dass der Altar des Ostens der Kopf, der Altar des Südens das Herz, der Altar des Westens die Glieder der Erde darstellt; und [wir] sollen empfinden, wie im Osten die Verstandeskräfte, im Süden die Herzens- und Liebeskräfte, im Westen die Willenskräfte fließen und in der Mitte des Tempels zusammenströmen. Dann werden wir uns nach diesen Altären wenden und bitten, dass diese Kräfte in uns einströmen und uns durchfluten und durchkraften mögen.